Volltreffer! die Ziellandeübung

  • Moin, Moin,


    ich habe natürlich Ziellandeübungen gemacht (meine Lizenz erst im Mai bestanden) und geübt, merke aber, daß ich, besonders bei wechselnder Beladung, keine reproduzierbaren Treffer auf den gewünschten Punkt schaffe.


    Natürlich ist das eine Übungssache und es macht ja auch viel Spaß!


    Nun bin ich auf folgende vollmundige Anzeige gestoßen, die im Rahmen eines Sicherheitstrainings ein Verfahren übt, das Zieltreffer garantiert:


    2022-09-17 18_42_47-Flugsicherheitstraining für Gyrocopter Piloten _ Airbase X – Mozilla Firefox.png


    Ist das realistisch?

    Dann wird diese Technik bestimmt jemandem hier bekannt sein und darf sicherlich, ohne Todesdrohungen bei Weitergabe, erklärt werden, oder? :)


    Bin sehr interessiert und gespannt!


    VG,

    Peuqui

  • Hallo Peuqui,

    zunächst eines: Ich bin auf dem Tragschrauber genauso Anfänger wie du. Ich habe allerdings einen "recht langen Bart" in der Flächenfliegerei: Segelflieger, Motorflieger, Fluglehrer, gewerbliche Fliegerei auf größerem Gerät, ein Bisschen Hubschrauber - halt ein langes Fliegerleben mit so ca. 14000 h Stunden. Ich habe dazu folgende Meinung:


    Ja, ich glaube schon, dass man ein Verfahren trainieren kann, bei dem man bei einer Ziellandung recht sicher zum gewünschten Landefeld kommt: An einer definierten Position in definierter Höhe anfangen, eine immer gleiche Landeeinteilung fliegen, unterschiedliche Beladung und Wind evtl. durch einen kurzen Sackflug mit anschließendem Fahrt aufholen oder durch variieren von Quer- und Endanflug in ausreichender Höhe kompensieren. Das geht sicher. Das kannst du aber auch - ansonsten hättest du ja deine Prüfung nicht bestanden.


    Die Frage, die ich mir stelle, ist eine andere: Wie sinnvoll ist es eigentlich, dies immer wieder so zu trainieren und im täglichen Leben so zu machen? Ich habe bei der Ausbildung auf dem Tragschrauber auch die Landetechnik gelernt, bei der man seine Landeeinteilung so wählt, dass an einem bestimmten Pinkt die Leistung auf Leerlauf reduziert wird und dann ein sehr steiler (weil halt ohne Leistung) Endanflug zur Landung kommt. Diese Technik steht im kompletten Gegensatz zu jeder anderen Art von Fliegerei und wird nur im UL - Bereich gelehrt. Das Ziel ist eigentlich (vom Segelflugzeug bis zum Großgerät) ein stabilisierter Endanflug, bei dem die Geschwindigkeit mit dem Höhenruder (Rotorneigung) und der Gleitwinkel mit der Motorleistung eingehalten wird und der auf diese Weise zum Zielpunkt führt. Dadurch ist der ganze Landeanflug viel kontrollierter und stabilisierter und bietet viel mehr Korrekturmöglichkeiten (z.B. bei Seitenwind, viel Wind, e.t.c). Auf diese Weise kommst du auf den Meter genau dort an, wo du hin willst. Und genauso fliege ich auch meinen Tragschrauber.


    Die Ziellandung im Leerlauf soll letztendlich nur die Notlandung nach einem Triebwerkausfall simulieren und trainieren. Bei dem Szenario ist aber nichts so, wie ganz oben beschrieben: Du fliegst vor dich hin, im besten Fall über landbarem Gelände, und plötzlich ist der Rotax "aus". Und dann musst du, nachdem du dich von dem Schreck erholt hast, das passende Feld in Windrichtung finden, deine Höhe über Grund schätzen, eine Landeeinteilung hinbekommen und landen. Und das es dafür ein Verfahren gibt, das dich dann immer genau da hin bringt, wo dein gewähltes Landefeld ist, das halte ich für ein Gerücht. Letztendlich bleibt es bei den Fähigkeiten, die du ohnehin in der Ausbildung gelernt hast: Landeeinteilung, evtl. im Sackflug Höhe abbauen und hoffen, das es passt. Ein Patentrezept mit Erfolgsgarantie gibt es dafür wohl nicht.


    Gruß

    Stefan

  • Hallo Peuqui, hallo Stefan,


    bekanntlich macht ja die Übung den Meister. Und genau deshalb empfehle ich meinen Schülern immer wieder mal eine Ziellandung zu üben. Aus verschiedenen Höhen und Positionen. Ich bin sicher, dass bei konsequenter Ausführung sich ein Grad an Erfahrung ansammelt. Insbesondere aber auch im Bereich der Psychologie.


    Noch einen schönen Restsonntag wünscht der

    Jünter

  • Moin zusammen,


    Aus immer gleicher Höhe und bei gleichen Bedingungen ist es nicht sooo schwierig eine Punktlandung hinzulegen.

    Allerdings habe ich das Inserat so verstanden, und anders ergibt es auch gar keinen Sinn, dass es wohl eine Patentstrategie gibt, mit der man aus jeder gewünschten Situation eine Punktlandung erreichen kann.


    Daher meine Frage an dieses Forum, ob jemandem Solches bekannt ist.


    VG,

    Peuqui

  • Ziellandungen üben macht Sinn, allerdings möchte ich behaupten, dass es kein Patentrezept gibt, immer und überall auf den Punkt zu treffen.

    Ich habe jetzt mit dem Trike viele Wettbewerbe mitgeflogen, auch die EM in Polen und auch dort haben die Piloten oft nicht den Punkt getroffen und obwohl vorher geübt werden konnte und die Bedingungen klar waren. Und das waren allesamt keine Gelegenheitspiloten, sondern mehrheitlich Piloten, die langjährige Wettbewerbserfahrungen hatten.


    EMC2015 Spot Landings - YouTube


    Und bei einem Motorausfall sieht eh alles anders aus, da kann man dann froh sein, wenn man einigermaßen unfallfrei auf einer freien Wiese runter kommt.

    Aber immer mal wieder üben schärft die Blickführung und bringt Vertrauen. Das kannst Du aber am heimischen Platz für Dich üben und brauchst nicht Geld dafür ausgeben.


    Gruß Axel