Zusammenstoss in der Luft

  • Moin, ich hoffe, dass ich nicht als hyperaktiv in diesem ruhigen Forum eingestuft werde, weil ich schon wieder tweete.;P


    Beim Flug vor 2 Tagen über den Teutoburger Wald hatte ich ein beinahe Zusammentreffen mit einem weiteren UL ( eine C42). Ich war auf 2000 ft und merke erst sehr spät vor einem ungewollten "Treffen", dass die C42 von links kommend ca. 150ft über mir meine Flugbahn kreuzte. So dicht ist mir bisher keiner gekommen. Der Flieger hatte mich offensichtlich auch nicht auf seinem Radar.

    Da ich mittlerweile mit FLARM fliege und er mir auch da nicht angezeigt wurde, suche ich jetzt nach weiteren Möglichkeiten solche unangenehmen Begegnungen zu vermeiden. Mein Gyro ist quietschorange, blinkt wie ein Weihnachtsbaum und hat einen Transponder, da bin ich eigentlich gut eingestellt, aber hilft halt nicht wirklich wenn ich einer fliegenden Schlafmütze begegne.

    Vielleicht ist die Flughöhe 2000 ft nicht so ideal?

    Hat jemand Verbesserungsvorschläge ?


    Danke vorab Gruß Torsten

  • Moin Thomas,

    vor sowas ist man nie sicher, da hilft nur rausschauen und ehrlich gesagt auch eine Portion Glück. Die Ausstattung der meisten ist ja max. ein Mode-S Transponder, ADS-B ist ja selten anzutreffen.

    Was Mode-S betrifft: sehr viele schalten ihn einfach nicht an resp. sofort aus, sobald man abseits von IFR,CTR etc. befindet (man wird ja überwacht, böse).

    Außerdem schauen viele ja nur noch auf ihr Bildschirme oder spazieren, ist zumindest mein Eindruck. Und im Tragschrauber haben die Verkehrsmonitore häufig blinde Flecke, sofern man nicht mit mehreren Antennen arbeitet. Und wenn dann alles zusammen kommt, dann ist man in deiner Situation. Ich erlebe es oft an der Küste, dass viele keine Ausschau halten, zumal Tragschrauber - egal welcher Farbe - recht kleine "Ziele" sind.

    Deshalb meide ich auch die 2000ft, da die Höhe bei vielen noch als Mindesthöhe im Stammhirn eingebrannt ist. Wo es das Gelände zulässt (Notlandung, Lärmschutz) gehe ich eher auf 1500. Gerade im Sommer meiden die 3-Achser diese Höhen, da es doch deutlich turbulenter ist als höher.

    Ich bin am Überlegen, ob ich mir noch eine Anti-Kollisionslampe hole: deutlich besser zu sehen als die Strobes .

    Gruß

    Arwed

  • Moin Arwed, Danke für deine Infos.

    Da wir uns schon von Lübeck kennen kannst du mich auch Torsten nennen. Thomas fängt zwar auch mit T an, steht aber nicht so in meinem Pass. :grin:

    Intuitiv ist meine Lieblingsflughöhe auch bisher 1500 ft. Ich denke da bleibe ich dann auch bei. ...Müssen wir nur aufpassen, dass wir nicht mal zusammenstossen. Demnächst plane ich wieder eine Übungsstunde bei Bernd in Lübeck.

    Deine gelbe Hummel ist vermutlich noch besser sichtbar als meine Orange, aber hast schon recht, der Tragschrauber ist wirklich nur als kleiner Punkt auszumachen.

    Mein Blinkwunder hat sogar neben den seitlichen LED's eine zusätzliche Lampe am Mast, die leider noch nicht funktioniert, befürchte aber, dass die auch nur sehr begrenzt gegen fehlende Luftraumbeobachtung hilft.

    Mein ADS-B out Transponder gibt lt. Rückmeldung anderer Flieger ein super deutliches Signal. Also bei gut ausgerüsteten Fliegern eine echte Hilfe.

    Gruß Thomas ... ähhh :facepalm: Torsten :)

  • Naja ...eine Portion Glück haben damit das nicht passiert ... ...


    ich würde sagen aufgrund der geringen "Chancen" zur gleichen Zeit im 3-dimensionalen Raum an genau gleicher Stelle zu sein ....


    Man nicht allzuviel Pech haben sollte ...


    Wenn man wirklich (wie gelernt) den Raum "abscannt" in den Areas wo man nicht auf "Information" mit ModeS begleitet wird ... muss man schon echt arg viel Pech haben.

    Klar ... wer mit den Augen aufm GPS klebt und in Platzrundenhöhe quer durch die Flugplätze dengelt ... der hat grössere Chancen jemand zu treffen.

  • In meinen Augen ist es ziemlich bescheuert ein Sicherheitsgerät nicht einzuschalten wenn man es hat. Ich mache den Transponder selbstverständlich an wenn ich fliege. Gutes Beispiel mit dem Mundschutz, wenn's anderen hilft ist es schon mal ein guter Grund.

    Hat mir in meinem Fall nix genutzt, weil der andere Vogel ganz sicher kein FLARM hatte, Daher fände ich es sehr gut wenn es für alle Pflicht wäre so etwas mitzuführen und natürlich auch eingeschaltet lassen.

    Ich lasse meinen Transponder übrigen auch an wenn ich mal zu Notlandeübungen unter 500 ft ansetze, auch wenn ich das eigentlich nicht darf. Mache ich aber grundsätzlich in übersichtlichen Gebieten ohne Häuser und Strommasten.


    Gruß Torsten

  • Hallo Freunde,


    im Moment doktor ich ein bisschen mit "FlyGuide" herum.

    Die Idee ist genial. Über eine App werden die Daten der anderen Flugzeuge dargestellt. Hinzu kommen nun noch die Daten, die in der eigenen App eingegeben werden und schon könnten selbst die, die keinen Transponder etc. an Bord haben, ebenfalls sichtbar sein.

    Übertragungsmedium ist das Internet; man muss also Netzempfang haben. Halte ich aber für kein großes Problem und hat bisher auch so gut geklappt.

    Allein die Darstellung der getesteten, kostenlosen Probe App lässt zu wünschen übrig. Allerdings arbeiten die Entwickler daran. Ein komplett schwarzer Hintergrund spiegelt in einem offenen Gyrocopter so stark, dass man auf dem Handy kaum etwas erkennen dann.

    Nun kann man ja nur noch bei "schlechtem" Wetter fliegen und alles auf dem Display erkennen, aber der Klimawandel hat nun auch mal Deutschland erwischt, so dass wir sooo viele schöne Tage haben. :embarrassed:


    Die nicht zu nutzen wäre eine Schande....:hey:


    LG Guido

  • Moin Bastian,

    du schriebst:

    Zitat

    Ich versuche stets, soweit möglich, im Luftraum G zu verweilen. Da hat man Ausblick und das Gefühl, voran zu kommen.

    Aber eben unkontrolliert, also Transponder eh wurscht.

    Ich sehe das völlig anders: du magst für die Luftraumüberwachung der DFS in einer Höhe unter 800ft weitestgehend unsichtbar sein ,aber die Kollisionswarner empfangen trotzdem deinen Squitter und du bist entsprechend sichtbar. Wenn man bereits ein Moving Map System auf einem Pad nutzt (und das dürfte eine große Zahl sein), dann ist der Sprung zur Kollisionswarnung nicht groß: es kostet einen Raspberry Pi, eine GPS-Maus und zwei DVB-T Sticks, also ca. 100€ und ein Wochenende. Und damit das richtig funktioniert, ist es wie oben beschrieben mit den Masken: eigentlich müssten es alle machen.

    Ich hatte bisher noch keine Probleme mit IFR-Verkehr in Echo. Eng wurde es entweder in G oder in der Platzrunde. Segelflieger nutzen sehr diszipliniert FLARM und sind nur meistens irritiert, wenn ein Tragschrauber auch mal einen Thermikschlauch zum Steigen nutzt. Aber seit ich FLARM "habe", sind diese weißen Raketen (verdammt schnell und auf Kollisionskurs nahezu unsichtbar) nicht mehr in meine Nähe gekommen.

    Ich denke, dass jeder mal unaufmerksam war und das Glück hatte, das ein anderer da gerade aufgepasst hat. Umso wichtiger ist, dass andere auch gut auspassen können.

    Gruß

    Arwed

  • Ich mache den Transponder selbstverständlich an wenn ich fliege. Gutes Beispiel mit dem Mundschutz, wenn's anderen hilft ist es schon mal ein guter Grund.

    Hat mir in meinem Fall nix genutzt, weil der andere Vogel ganz sicher kein FLARM hatte,

    Gruß Torsten

    War der "Gegner" aber auf "Information" hat er von denen ziemlich sicher gesagt bekommen :


    " Achtung, Da ist ein angezeigtes UL in xxxx ft ... ihn Ihrer 2 Uhr Position , bitte "in Sicht" melden ... oder so ...

    schon hat dein Mode S allen geholfen...auch ohne Flarm bei irgendjemandem...

  • Guck mal, wieder etwas das ich nicht weiß.

    Bin noch nie mit "Information" Langen Überwachung geflogen.

    Wie macht man das?

    Frequenz von Langen einstellen und sich mündlich von denen warnen lassen? Das heißt dann, die geben mir unaufgefordert einen Warnhinweis das ein Flieger mit Transponder in meiner Nähe kreuzt?

    Unwissender Gruß Torsten

  • Hallo Männers,


    der Überschrift folgend, hatte ich schlimmes befürchtet. Noch mal gut gegangen. Bei allem Equipment das heutzutage an Bord installiert ist, gilt nach wie vor "Luftraumbeobachtung" und zwar primär. Ob nun single Pilot oder dual. Zu zweit ist es einfacher, einer scannt von 8 bis 13, der Andere von 11 bis 16 Uhr. Selbst bei Prüfungsflügen wende ich das System an. Und es funktioniert. ( vor kurzem, eine Zweimot von links, gleiche Höhe. Er brettert weiter, wir weichen aus ) Mit Information zu fliegen ist weiter eine gute Option.


    Beste Grüsse, bleibt gesund

    Jünter

  • Torsten ..

    probier echt mal aus ...wenn viel los ist in der Luft, sind die etwas gestresster, aber immer nett und hilfsbereit ...

    Und wenn weniger los ist, meldeste dich nur einfach an, sagst was du vor hast...und die helfen bei (fast) allem ... alles sehr simpel ...

    Aber man muss bis zur Abmeldung halt hörbereit bleiben ... das ist das einzig wichtige dabei ...oder halt nur anmelden, die infos erfragen die man möchte ..und wieder abmelden ... auch kein Ding

  • Moin, klar probiere ich mal aus. Nachteil ist dann aber das man wegen der ständigen Hörbereitschaft nicht mehr in den Frequenzen der Flugplätze reinhören kann an denen man vorbeifliegt. Die sind in der Regel für mich auch immer eine gute Infoqelle für Flugbewegungen um den jeweiligen Platz.


    An bushflyer: Überschrift hatte ich extra dramatisch gewählt. 😉 ....Obwohl ich die ca.150ft doch als viel zu dicht ansehe, zumal der Flieger mich offensichtlich nicht gesehen hatte. Einen PAX hatte ich auch dabei, der hatte aber den Flieger nicht mal bemerkt. ....wenn man nicht alles selber macht 😏

  • Moin, klar probiere ich mal aus. Nachteil ist dann aber das man wegen der ständigen Hörbereitschaft nicht mehr in den Frequenzen der Flugplätze reinhören kann an denen man vorbeifliegt. Die sind in der Regel für mich auch immer eine gute Infoqelle für Flugbewegungen um den jeweiligen Platz.

    Sollte ich so tief fliegen dass das interessant sein könnte ... melde ich mich kurz ab bei information ... und nach dem Überflug der Platzes wieder an


    Kein Hexenwerk, man bekommt aber auch bei information meist noch infos...wenn man z.B. über Flugplätze fliegt, wenn dort Fallschirmspringer gemeldet sind ...oder Kunstflugboxen ...oder TMZ ... oder oder oder ...


    Aber stimmt .... wenn die Strecke genau drüber liegt, frag ich auch meistens vor Ort nochmal an ...