Neu und von nix eine Ahnung

  • Ein herzliches Hallo von mir. Bin 48 Jahre alt und fliege seit 1993 als PPLer durch die Botanik. Vor neun Jahren kam noch der Motorschirm Virus hinzu. Da habe ich aber immer das Thema des fliegbaren Wetters.

    Ziel ist es im Laufe des Jahres meine Ausbildung zu absolvieren und ein eigenes Fluggerät anzuschaffen. Bin derzeit etwas verunsichert beim Thema Ausbildungszeit. Einmal hört man von bis zu 30 Stunden und wiederum von Umschülern die mit 10 Stunden die Ausbildung beendet haben. Schauen wir mal. Komme aus der Region um Würzburg.

    Schöne Grüße Thorsten

  • Moin Thorsten ...auch hier :) wie die Hobbys sich doch oft so decken :) ;)

    Mein Lehrer hat damals solange mit mir gemacht ...bis ichs konnte.

    Iich meine es waren 5 Stunden ... weiss es nicht mehr so genau, zulange her.

    Wenn jemand dann trotzdem noch weiterschult, obwohl du es drauf hast und aber nicht mehr geschult werden willst, ist das für mich nur noch Kohlemacherei, dann wars die falsche Schule :)

  • Hi, Thorsten,


    einer alten Tradition folgend möchte ich dir hier im Forum herzlich begrüßen.


    Auch ich hatte seinerzeit den Weg von der PPL (seit 1979) zum Tragschrauber (seit 2006) gewählt, und auch eine eigene Maschine angeschafft.


    Mit etwa 500 Stunden Flächen-Erfahrung begann ich damals mit der Gyro-Ausbildung in Frankreich und hatte meine französische Lizenz nach 15 Flugstunden (und > 140 Landungen, grob ein Drittel abseits von Flugfeldern!). Das half allerdings nichts, denn in Deutschland wollten die Verbände anfangs nicht einmal diese 15 Stunden als Teil der erforderlichen Mindestflugzeit von 35 Stunden für die SPL-F anerkennen. Auch mir lag damals das Wort "Geldschneiderei" auf der Zunge.


    Allerdings hatte ich in all den Jahren nicht eine einzige Flugstunde mit Instruktor, in der ich nicht etwas dazugelernt (und mir manchmal auch etwas abgewöhnt) oder zumindest Spaß gehabt habe. Ob man nach 5 Stunden wirklich schon "alles kann" (heftigen Wind, schlechtes Wetter, ordentliche Turbulenzen, Gebirgsfliegerei, Kurzstart und -Landung, ...), wage ich zu bezweifeln.

    Jedem Anfänger (und Umsteiger!) rate ich darüber hinaus, sich nicht nur mit der Praxis zu beschäftigen, sondern neben den anderen theoretischen Inhalten indbesondere auch mit der Aerodynamik des Rotors, das hilft dabei, viele Fehler zu vermeiden, wenn man diesen Aspekt verinnerlicht hat. Und fokussiert einen auch auf die Unterschiede im Flugverhalten.


    Ich hoffe, du beehrst und recht häufig mit deinem Fortschritten und Erfahrungen,


    liebe Grüße, Holger

    "Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

    Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

  • Hi Thorsten,


    willkommen im Forum!


    Ich kann das, was Holger gesagt hat, nur unterstreichen. Unverhältnismäßig viele Unfälle passieren in der Gruppe der Umschuler von Fläche auf Tragschrauber. Meistens erkenne ich den Grund darin, dass der Tragschrauber bei der Umschulung bereits nach wenigen Stunden vom Piloten gut geflogen wird. Ein Gefühl der Kompetenz und Sicherheit macht sich breit.


    Leider stimmt das nur, wenn alles gut geht und nichts Unvorhergesehenes passiert. Denn die Reflexe sind bei Fläche und Gyro sehr unterschiedlich. Deswegen ist es wichtig, sich wirklich Zeit zu nehmen und besonders die Eigenheiten des Rotors zu schulen. Ewig Touch-and-Gos zu trainieren under in der Gegend herumzufliegen wird dir bald das Gefühl geben, die Zeit zu verschwenden.


    Meiner Erfahrung nach hilft es sehr, wenn man bei starkem Wind trainiert, Seitenwindlandungen übt und besonders auch Starts, bei denen der Rotor auf nicht mehr als 100 U/min vorrotiert wird.


    Und dann auch noch eine besondere Einschulung in Flugverfahren, die zu Abstürzen führen können: Entlastung des Rotors, Umkippen beim Start, falsches Slippen.


    Viel Spaß, -- Chris.

  • Hi Thorsten,


    ich habe auch von Fläche auf ULT umgeschult. Es waren mehr als 20h und ich habe nichts bereut. Tragschrauber sind extrem sicher, wenn man alles richtig macht ; -) Da hilft es ungemein, Verfahren am Rollfeld und den Start als Prozedur drillmässig ins Hirn zu brennen - oder besser noch als Reflex ins Rückenmark. Landen aus ungewohnten Situationen, Außenlandeübungen, Feinmotorik am Gerät, Seitenwind, etc. - das sollte alles gut trainiert sein.


    Der ULT fliegt sich in der Luft sehr ähnlich wie Fläche - nur in kritischen Situationen verhält er sich ganz anders, zB. bei Landungen mit Seitenwind kurz vor dem Aufsetzen. Da brauchst du richtig viel Seitenruder. etc.


    Verfahren, die dir bei der Fläche das Leben retten, stürzen gerade erfahrene PPLer im ULT in den Tod. (zB. Stick nach vorne)

    www.bfu-web.de/.../Bericht_11_3X104_Gyrocopter_Breitscheid.pdf

    oder Seitengleitflug: elib.dlr.de/88528/1/IB-Seitengleitflug.pdf (§3, Seite 17ff)


    In 5 Stunden fehlt dir auch die Vielzahl an unterschiedlichen Wetterbedingungen (Wind, Temperatur, Sicht).


    Wenn du einen guten FI hast, lernst du jeden Tag etwas neues und es macht richtig Spaß. Mach den Schein erst, wenn du dich im ULT unter allen Bedingungen sauwohl fühlst. Das könnte dir später dein Leben retten.