Rotor auswuchten

  • Hallo zusammen,


    schön langsam beginnt wieder die Flugsaison und ich freue mich schon wieder, meinen Gyro ausführen zu dürfen.


    Was ich leider noch nicht zu meiner Zufriedenheit geschafft habe, ist einen ruhigen Rotor zu haben.
    Ich spiele mich daher mit dem Gedanken, mir ein entsprechendes Equipment selber zuzulegen.
    Ich habe heute dazu auch folgenden neuen Artikel gefunden: Rotorwuchten von innomic mit dem InnoBalancer Pro aus dem VibroMatrix Schwingungsmesssystem.


    Bevor ich diese Investition mache, möchte ich Euch Kolleginnen und Kollegen fragen, ob ihr:
    a) dieses oder ein ähnliches Gerät schon habt (ist das dzt. das beste oder preiswerteste?)
    b) Erfahrung damit habt?
    c) Interesse habt, so ein Gerät evtl. gemeinsam mit mir zu kaufen und bei Bedarf Kollegen aus dem Forum das Rotorwuchten zum Selbstkostenpreis anzubieten


    Wenn jemand gleiche Probleme und evtl. ein bessere Variante zur Lösung des Problems hat, bin ich auch sehr dankbar für Vorschläge oder Anregungen.


    Schönen Sonntag Euch.


    LG
    Franz

  • Es dürfte schneller und vor allem preiswerter sein, das beim Hersteller machen zu lassen. Der Hersteller hat in der Regel auch mehr Erfahrung im Einsatz dieses Equipments. Und außerdem: selbst nach den Messungen und entsprechenden Feinjustierungen darf man keine Wunder erwarten.

  • Zitat

    Es dürfte schneller und vor allem preiswerter sein, das beim Hersteller machen zu lassen. Der Hersteller hat in der Regel auch mehr Erfahrung im Einsatz dieses Equipments. Und außerdem: selbst nach den Messungen und entsprechenden Feinjustierungen darf man keine Wunder erwarten.


    Danke - aber das ist keine Antwort auf meine Frage ;-)




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  • Gleich vorweg - ich habe ebenfalls keine Antwort auf deine Frage!


    Mein Averso-Rotor läuft auch nach Jahren noch immer sehr ruhig.


    Ich habe vor etwa 10 Jahren dem Eric Changeur beim Auswuchten von Magni-Rotorblättern zugesehen und er machte ein mittleres Geheimnis daraus: erst wurden die ihm zur Verfügung stehenden Rotorblätter durch Messung, Beäugung und Wägung zu Paaren zusammengestellt, und dann am Blatträger montiert und gab es da noch die Methode mit dem Klebeband und einem Unwuchtmeßsystem am Blatträger:


    Rotorblätter montieren => Prärotieren => mehr Klebeband => Prärotieren => weniger Klebeband => ...(iterativ und ohne Software) ... => Klebeband richtig => Klebeband abreissen und wiegen => gleich schweren Ballast anbringen => Probefliegen!


    Als Anfänger war ich damals vor Ehrfurcht erstaunt ob solch perfektionierter Empirie, als ausgebildeter Technischer Naturwissenschaftler halte ich das von dir gefundene innoBalancer für ein interessantes Produkt, aber ich kann seine Idiotensicherheit nicht beurteilen, weil ich (siehe oben) noch keinen Anlass dazu hatte, meinen Rotor zu optimieren.


    Aber ich finde deine Frage toll und die Idee mit dem Verleihen interessant. Vielleicht meldet sich ja mal einer der erfahrenen Bastler?


    Servus, Holger

    "Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

    Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest


  • Servus Holger,


    Danke für Deine Antwort.
    Ich habe mir das von dem Anbieter gut durchgelesen. Das ist ein Anbieter, neben dem hier http://www.smartavionics.com/pb3/pb3.html


    Schauen mer mal - vielleicht meldet sich jemand. Ich meine ernst damit.


    Viele Grüße
    Franz




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  • Ich habe mtllerweile doch schon einige Erfahrung im Rotorwuchten, mit 2 unterschiedlichen Geräten. Ganz kurz vorweg: du brauchst viel Erfahrung, sonst bist du nur frustriert. Das eine Gerät kostet 24.000 € und das andere ca. 1.200 €. Komfortabler und besser zu bedienen ist auf jeden Fall das billigere. Resultate sind bei beiden gleich.


    Nochmals: lass den Rotor vonjemandem wuchten, der Erfahrung hat.


    -- Chris.

  • Hallo Franz,


    schön, daß Du das Thema eröffnet hast. Du sprichst mir aus der Seele.


    Ein Rotor sollte ruhig sein und auf keinen Fall nur aufgrund eines Wunders.
    Würden in der Weltgeschichte nur unruhige Rotoren unterwegs sein, dann wäre dies wohl systembedingt und keine Fachwerkstatt
    könnte daran etwas ändern.
    Jetzt habe ich (und das ist nicht nur meine Erfahrung) schon einige sehr ruhige Rotoren erlebt;
    also wird es wohl auch möglich sein den eigenen ruhig zu stellen. Werkstätten zielen in die gleiche Richtung,
    wollen aber auch, und das sollte man nie vergessen, Geld damit verdienen.


    Im KFZ Bereich geschieht dies überzeugend. Dort würde niemand ein "fragwürdiges" Auswuchtergebnis akzeptieren und dafür auch noch
    bezahlen. Und Wunder bedarf es in der Autowerkstatt nicht.


    Also, grundsätzlich sollte es möglich sein. Erfahrung ist immer ein Vorteil, nützt aber nichts, wenn das Ergebnis nicht erreicht wird.
    Ansonsten würde ich eine solche Arbeit für unseriös, um nicht von Abzocke zu reden, halten.
    Das Erfolgsrisiko, sofern es überhaupt angesprochen wird, darf nicht beim Kunden liegen.


    Aus diesem Grunde finde ich es schon mal ganz toll, sich mit der Materie zu befassen.


    In unserem Verein wird die Anschaffung eines Meßkoffers für das Auswuchten der Propeller der Flächenflieger in Betracht gezogen.


    Die Tendenz geht in Richtung des Dynavibe.


    http://www.aircraftspruce.eu/d…e-prop-bal---aircraft.htm


    Auch der PB4 wurde in den engeren Kreis gezogen.


    Mein persönlicher Favorit ist eine Austattung der Fa. Innomic.
    Wäre aber doppelt so teuer, allerdings viel besser dokumentiert und supportfreundlicher.


    Fa. Innomic bot sogar an, das Gerät vorzuführen und dabei meinen Gyrocopter auszuwuchten.
    Ein positives Ergebnis wäre dann wohl das beste Verkaufsargument.


    Interessant wäre vielleicht herauszufinden, wieviele Mitglieder mit ruhigem und wieviele mit einem verbesserungswürdigen Rotor unterwegs sind.
    Und wer hat mit welchen Methoden Besserung erfahren. Gibt es Dienstleistungen, die zum Erfolg führen, und was kostet dies in der Regel?


    Ich denke, in unserem Forum sind dazu eine Menge Informationen und auch Erfahrungen vorhanden.


    Dazu sind Foren da.... ;)


    Meldet euch.... 8)


    LG aus Aachen



    Guido

  • Das Pb3 bzw. PB4 ist derzeit meinen Recherchen nach das für Gyros und Propeller wohl geeignetste Gerät mit dem besten Preis-Leistugnsverhältnis.


    Propellerwuchten ist vergleichsweise trivial im Vergleich zum Wuchten eines Gyrorotors. Das sollte man niemals vergessen.


    Einen Gyrorotor zu wuchten dauert schon mal einen halben Tag wenn's keine Komplikationen gibt und benötigt auch mindestens 8 Platzrundenflüge in möglichst turbulenzfreier Atmosphäre. Und ohne ein sattes Verständnis der Zusammenhänge und Erfahrung wird das Ergebnis enttäuschen. Das ist meine eigene Erfahrung, die ich über etliche Versuche selbst gemacht habe.


    Mike Goodrich ist der, meiner Meinung nach, erfahrenste "Wuchter" von Gyrorotoren quer über die verschiedensten Typen. Er hat das Pb4 mitentwickelt und kommt auch gerne mal irgendwohin und demonstriert es. ich empfehle, mit ihm Kontakt aufzunehmen und von seiner Erfahrung zu lernen.


    -- Chris.

  • Hallo Chris,


    was führt denn generell zu einem unruhigen Rotor. Ich gehe davon aus, dass ein neu ausgelieferter Gyrocopter ruhig ist.


    Im Laufe der Nutzung tritt natürlich Verschleiß an den beweglichen Teilen auf, sprich Spiel stellt sich ein. Hinzu kommen alle 100 Stunden Montagearbeiten, und hier wird ein funktionierendes System erstmalig auseinandergenommen. Wahrscheinlich führen kleinste Toleranzen beim Zusammenbau zu den unerwünschten Problemen. Fehler (Verwechslung der Shimscheiben) sind natürlich auch nicht auszuschließen.


    LG Guido

  • Es gibt wichtige zwei Arten von Rotovibrationen: solche mit einfacher (1/U) und solche mit doppelter Umlauffrequenz (2/U). Letztere sind bauartenbefingt durch den Zweiblattrotor und könne durch die Unterhängung (engl. Undersling) des Rotors teilweise kompensiert werden. Sie haben üblicherweise die größere Amplitude, d.h. sie sind eigentlich dominierend. Nur kann man dagegen nur konstruktiv etwas unternehmen und nicht durch Wuchten des Rotors.


    Interessanterweise stimmen subjektives Gefühl des Piloten mit objektiven Messungen bei weitem nicht immer überein. Deshalb muss man wissen, was man optimiert.


    Die einzig wirklich beeinflussbare Unwucht ist die 1/U Vibration und die gibt es auch in 3 Varianten, je nachdem in welche räumliche Richtung sie orientiert ist. Herstellungsstreuung, Bauteilabnutzung, mechanische Verformung durch Belastungen und mechanisches Spiel sind wohl die häufigsten Gründe für Unwucht.


    Aber, wie gesagt, das ist nur die Spitze des Eisberges.


    -- Chris.

  • Wunderbar, dann ist das ja schon mal geklärt.


    2/U Vibrationen sind von den Herstellern weitestgehend konstruktiv (Schlaggelenk und Aufhängung) abgefangen. Die Praxis spricht dafür, es gibt ja immerhin beruhigte Rotoren (und immer noch eine große Anzahl Piloten, die nach wie vor im Besitz sämtlicher Kronen, Füllungen und Inlays sind ;) )


    Jetzt zu dem, was uns in der Praxis zu schaffen macht. Vibrationen, anscheinend ausgelöst durch einen nicht mehr „fabrikneuen“ oder fehlerhaften Zustand.


    Kann ein Diagnosegerät tatsächlich feststellen in welche Richtung ein Masseschwerpunkt versetzt ist und eine Empfehlung für ein Ausgleichsgewicht geben? Prinzipiell können Ausgleiche ja nur in 2 Richtungen getätigt werden. Ich kann den Rotor mit Shimscheiben längs des Bolzens seitlich versetzen oder Gewichtsscheiben in die Endkappen des Rotors einlegen.


    Mich würde interessieren welche Erfahrungswerte unsere Pilotenkollegen mit dem Auswuchten bei Professionellen hatten. Lohnt es sich wirklich oder ist das Ergebnis in der Regel dann doch enttäuschend.

  • Man hat im Allgemeinen 3 Einstellmöglichkeiten beim Rotor: lateral verschieben (entweder mit Distanzscheiben oder anders), ein Blattgewicht verändern und die Pitch des Blattes zu verändern (zB. durch einseitiges Unterlegen von Alufolie o.ä.). Das Problem ist, das es 1/U Vibrationen in den 3 Raumachsen gibt und die 3 Einstellmöglichkeiten alle drei auf unterschiedliche Art beeinflussen. Bei baugleichen Gyros meist ähnlich, aber Garantie gibt's da auch keine. Es ist viel Probiererei und Erfahrung dabei.


    Einen Vorschlag zum Platzieren der Ausgleichsmaßnahme kann kein Gerät erstellen. Das ist eben Erfahrung.


    Und niemand garantiert, dass ein objektiv ruhigerer Rotor sich auch tatsächlich ruhiger anfühlt.


    Im Allgemeinen ist es schon möglich, einen Rotor zu "beruhigen". Aber Garantie, dass danach absolute Ruhe herrscht gibt es keine.


    -- Chris.

  • Hallo Chris,


    schade. Bei so vielen Eventualitäten scheint es ein Vanbanquespiel zu sein, den Rotor auswuchten zu lassen, geschweige denn es mittels eines Auswuchtdiagnosegerätes selber zu versuchen.
    Die angesprochenen Firmen sehen das naturgemäß anders, müssen aber auch Geld verdienen.
    Jetzt ist guter Rat teuer.
    Apropos Rat. Gibt es noch weitere Erfahrungen mit unruhigen Rotoren?
    Die Anleitung zur Diagnose von Rotorvibrationen im Wartungshandbuch von Autogyro ist mir auch keine Hilfe. Schwierig die Vibrationen zu klassifizieren.
    Hat schon jemand damit Linderung erfahren?


    Wäre für jede Hilfe dankbar.


    LG Guido

  • Ich muss mich wohl zu kritisch ausgedrückt haben, wenn der Eindruck entstanden ist, dass Rotorwuchten nur ein Zufallsspiel wäre. Nein, ist es nicht, wenn es ein Erfahrener macht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lässt sich die Laufruhe deutlich verbessern, wenn der Rotor vorher sehr unruhig läuft. Auf "Null" herunter geht's definitiv nicht; rein schon aus physikalischen Gründen.


    Wenn du jemanden mit Erfahrung einmal eine Runde fliegen lässt, kann der üblicherweise schon vom Gefühl her -- also noch ohne Messgerät -- sagen, ob das Wuchten etwas bringt oder nicht.


    Was aber definitiv nicht funktioniert, ist sich ein Gerät kaufen und es selber zu probieren. Da ist Frust vorprogrammiert. Aber warum kontaktierst du nicht Mike Goodrich? Hier ist ein Artikel, den er im amerikanischen Forum gepostet hat und seine Erfahrungen mit den Wuchten von Gyrorotoren beschreibt. Sehr lesenswert!


    LG, -- Chris.

  • Rotor wuchten am…….


    da Helmut seit einiger Zeit über zu viel Vibrationen an seinem AC20 klagt, war Martin der Geschäftsführer von Arrowcopter vor Ort um Rotor und Propeller zu wuchten.
    Nach dem ersten Testflug mit Vibrex-Gerät mussten sie feststellen das die angezeigten Werte trotz einiger Vibrationen am Stick hervorragend sind. Das Tracking und der Chimm des Rotors sollte also stimmen. Der Propeller wurde mit einem Ausgleichsgewicht von 6,9 Gramm zum ruhigen Lauf verholfen. Nach allen durchgeführten Maßnahmen wurde allerdings kaum eine merkbare Verbesserung der Vibrationen am Stick bemerkbar.


    Was nun? Nach einigen Überlegungen fiel hier im Forum mal der Name: Mike Goodrich der eine Koryphäe auf dem Gebiet Rotor wuchten seine solle. Helmut kümmerte sich um die Kontaktaufnahme und 1 Woche später war er in Leibhaftigkeit auf unserer Homebase in Goch. Mike stand nach 4 Stunden Anfahrt aus Frankreich fröhlich gelaunt vor uns und packte sofort sein Vibrex-Gerät aus und montierte es mit einigen noch eben zu bastelnden Winkelschienen an den Arrowcopter. Immerhin sein dritter AC20 der sein Fachwissen zu spüren bekam. Mike montierte einen Sensor am Mast für die X+Y-Achse sowie noch einen im inneren des AC-20 für X+Y-Achse des Chassis. Auf ging es zum ersten Testflug. Helmut und Mike verschwanden am Horizont und ich verblieb am Boden mit den Aufgaben des Flugleiters. Zurück am Boden schwärmte Mike von göttlichen Werten auf seinem Laptop.Der Rotor des AC 20 sei perfekt gewuchtet und wartet mit Werten von 0,04 bis 0,18 auf, die einfach gigantisch perfekt sein sollen. Mir sagten die Werte nichts. Ich muss auch gestehen das ich nicht jedes englische Wort aus seinem Munde verstanden habe, denn Mike spricht kein Deutsch aber perfektes Englisch. Beim Betrachten der Werte vom Sensor des Chassis waren die Werte nicht mehr so gut. Hier lag wohl das Übel der Vibrationen am Stick. Leider lässt sich eine Zelle mit den Anbauten wie Motor usw. nicht wuchten und Helmut muss wohl oder Übel mit den Vibrationen leben, :huh: denn das was zu beheben ist, wurde bereits getan.


    Da ich mit meinem Rotorsystem am Calidus auch nicht zufrieden war, kam meiner auch gleich in den Genuss von Mike´s Fachwissen.
    Letzte Woche bei der 25 Stunden Wartung durfte ich bei der Demontage des Rotors feststellen, dass an meinem Calidus das Top Rotorsystem verbaut ist, was ich überhaupt nicht bestellt hatte. Aber irgendwie hätte ich mir das auch denken können, da die 296 KG Leergewicht meines Gyro sonst nicht zu erklären wären.
    Mike montierte wieder die 2 Sensoren und ein Drehzahlmesser am Rotorkopf. Diesmal ging das schneller, weil er schon die passenden Halter parat hatte, da er schon etliche Rotorsysteme dieser Zunft gewuchtet hatte. Mike erzählte uns, dass die Tragschrauber die nach Deutschland ausgeliefert werden alle mit ganz guten Rotorwerten aufwarten und die nach Frankreich wohl vielfach schlechter sind. ;( Ich habe das erst mal als Scherz verstanden. So nun ging es zum ersten Testflug und ich war gespannt. Diesmal hatte Helmut die Aufgaben des Flugleiters am Boden und ich die als Pilot. Während des Fluges sollte ich den Trimmdruck ganz ablassen und meine bevorzugte Reisegeschwindigkeit einstellen. Diese bezeichnete ich mit 150 Km/h. Mike machte bei dieser Geschwindigkeit drei Messungen von 3 bis 5 Sekunden Länge und es ging wieder zurück zum Platz. Nach der Landung meinte Mike ich hätte wohl einen französischen Gyro bekommen, denn die Werte waren nicht besonders gut und lagen zwischen 2,0 bis 3,0. Mir sagten die Werte immer noch nichts. Warum auch, mit dem Thema wuchten hatte ich mich auch noch nie befasst. Mike Goodrich wusste sofort was zu tun ist. Rotor vom Teterblock lösen und ein Chimmstreifen unterlegen. Auf zum nächsten Testflug mit 3 Messungen bei 150 km/h. Nach der Landung wieder ein Streifen dahin, eine Unterlegscheibe im Rotor dort und eine Chimmscheibe da. Mike wusste immer was zu tun war. Für mich waren die Dinge ein Rätsel. Jedenfalls befolgte ich brav seinen Anweisungen und siehe da, 6 Starts- und Landungen später war Mike zufrieden. Die gemessenen Werte lagen nun bei 0,1 bis 0,2. Die Werte im inneren des Gyro waren noch besser, also nahe der göttlichen Marke, da der Rumpf vom Calidus durch 2 Stück Gummipuffer vom Mast entkoppelt ist. Ja und ich war auch zufrieden. :):thumbsup: Die Vibrationen waren weniger und in der Frequenz höher, also viel angenehmer.


    Fazit aus diesen sehr lehrreichen Stunden war: Das dieses Thema Rotor wuchten sehr komplex ist und meiner Meinung nach nur ein Fachmann das Tracking eines Rotors angehen sollte, sowie mein Unverständnis darüber, warum ein neuer Tragschrauber mit so einem Rotortracking ausgeliefert wird.


    An dieser Stelle nochmals vielen vielen Dank an Mike und Helmut die mir nun zu einem deutschen Calidus ;) verholfen haben. :thumbup::thumbup::thumbup:

  • Hallo Norbert,


    Vielen Dank für dein kurzfristiges Einspringen als Flugleiter!


    Das Gerät, welches Mike benutzt hat, ist ein Smart Avionics PB4, das dem klassischen Vibrex deutlich überlegen ist und eine Vielfalt an Auswertungsmöglickhkeiten bietet, die Mike auch vollends zu nutzen weiss.


    Somit konnte er meinem Rotor eine optimale Abstimmung attestieren, bin wohl etwas verwöhnt, was die Stick-Vibrationen angeht, aber immer gut zu wissen, dass alles OK ist :-)


    Also Mike ist ein echter Gyro Experte, der weiss, was was er tut und dieses komplexe Thema absolut beherrscht!


    Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell er Norbert's neuen Calidus nun auf ein " Deutsches Qualitätsniveau" gebracht hat, welches Norbert beim heutigen Flug nun vollends geniessen konnte...


    Cheers,
    AUSSIE

  • Eigentlich erschreckend!
    Unter Einsatz aller Kompetenzen und Ressourcen (mehr geht doch nun wirklich nicht) wird kein Ergebnis (Arrowcopter) bzw. ein nur marginal verbessertes Ergebnis (Calidus) erreicht.
    Und niemand weiß warum?
    Ist es denn reine Glückssache, einen ruhigen Gyrocopter (ja, die gibt es wirklich) zu haben?


    Fazit dieser Optimierungsmaßnahme:
    Werte: 100-prozentig in Ordnung
    Ergebnis: relativ verfehlt
    Ursache: nach wie vor unbekannt (wirklich ???)


    Was mich sehr interessieren würde:
    War der Zustand beim Arrowcopter schon immer so, oder sind die Vibrationen erst im Laufe der Zeit eingeschlichen?


    Wie äußert sich denn Autogyro zu den Aussagen der Fachkompetenz Goodrich. Die lesen doch mit Sicherheit hier auch mit.
    Feedback der Kundschaft hat doch auch einen Weg in den neuen MTOSPORT gefunden.


    Ich fände es wirklich begrüßenswert, wenn ein erfolgbringendes Verfahren zur Beruhigung von Rotoren etabliert würde,
    oder vielleicht doch mal final gesagt würde:
    Hose runter, das ist nun mal bei Gyrocoptern so.


    Dann hätte aber endlich die Suche ein Ende und man arrangiert sich.....


    LG Guido

  • Die gefühlten Vibrationen am Stick werden meistens sehr subjektiv vom Piloten beurteilt, der die unterschiedlichen Komponenten der Vibration (horizontal, vertikal jeweils in 1/Umdrehung und 2/Umdrehung) völlig unterschiedlich empfindet. Gegen manche der Vibrationen lässt sich durch Wuchten etwas unternehmen, andere wieder sind fix und unveränderlicher Bestandteil des Gyros. Wesentlich ist, dass eine Messung klar ergibt, ob die Vibrationen so stark sind, dass sie zu einer vorzeitigen Materialermüdung führen oder nicht. Aber das subjektive Empfinden des Piloten ist eben das, was für den gefühlten Erfolg des Wuchtens ausschlaggebend ist.


    -- Chris.

  • "Die gefühlten Vibrationen" am Stick (Trag-oder Hubschrauber) sind nun mal da.
    Mein derzeitiger Magni M 24 ist seit dem ersten Tag absolut ruhig und komfortabel (jetzt 100 Std.)
    Vielleicht halten manche Piloten den" Knüppel " zu verkrampft? und haben ein Parkinsongefühl....
    1-2cm Luft lassen zwischen Daumen und den restlichen Fingern kann Entspannung bewirken.


    Probiert es mal aus....


    LG Konrad