Appell an EU-Parlament Anhebung MTOW für UL auf 600kg

  • Moin,


    habe gerade diese Information gefunden:


    http://www.daec.de/news-detail…utsche-europa-abgeornete/


    Würde das auch die Gyro-Gemeinde betreffen?


    Sehe gerade, der Link funktioniert hier nicht....probier es mal auf diesem Weg: (Kopie des Textes)

    28.09.2016 Allgemein, Modellflug, Ultraleichtflug, Presse


    DAeC appelliert an deutsche Europa-Abgeordnete


    Der Verband fordert eine klare Abgrenzung des Modellflugs von Drohnen - und eine 600-Kilogramm-Grenze für UL-Flugzeuge.





    Der DAeC hat deutsche Europa-Abgeordnete um ihre Unterstützung bei den Themen Drohnen und Ultraleichtflug gebeten. Anfang November entscheidet der Verkehrsausschuss über die Neufassung einer Verordnung: Die Änderungen könnten für die betroffenen Luftsportler weitreichende Konsequenzen haben – der DAeC kämpft dafür, dass diese für den Luftsport in Deutschland positiv ausfallen.


    Während die Europäische Kommission nämlich vorschlägt, alle unbemannten Luftfahrzeuge in die Zuständigkeit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit ( EASA</ACRONYM> ) zu überführen und Regeln auf europäischer Ebene zu schaffen, macht sich der DAeC für eine deutliche Abgrenzung der Drohnen vom Modellflug stark. „Dieser Sport wird seit über 100 Jahren sicher ausgeführt und bedarf keines Eingriffs durch den europäischen Gesetzgeber“, erklärt DAeC-Generalsekretär Udo Beran. Das Vorhaben widerspreche den Grundsätzen der Subsidiarität und Verhältnismäßigkeit. Die Bitte an die Europa-Abgeordneten: Sie sollen für Änderungsanträge stimmen, die den Modellflugsport bis 25 Kilogramm auf nationaler Ebene belassen wollen.


    Eine weitere Forderung: das maximale Abfluggewicht von Ultraleichtflugzeugen anheben – von 472,5 Kilogramm auf 600 Kilogramm. Außerdem müsse ein einheitliches maximales Leergewicht her. „Die 600-Kilogramm-Regelung entspricht dem internationalen Standard für leichte Sportflugzeuge, der zum Beispiel in den USA, Kanada, Indien, Australien und China erfolgreich angewandt wird“, sagt Beran. Die Änderungsanträge würden die Luftsicherheit dieser Luftfahrzeuge erhöhen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hersteller verbessern. Bereits seit 2003 warte die Branche verzweifelt auf angemessene europäische Regelungen. „Wir dürfen nicht weitere fünf oder mehr Jahre verlieren, bis Luftsportler die ausgezeichneten Produkte europäischer Hersteller auch in Europa nutzen dürfen.“






    Gruß Udo

    The two most common things in Universe are hydrogen and stupidity. (Harlan Ellison)

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  • Da es sich um Luftsportgeräte handelt bzw. jene Luftfahrzeuge, die bis jetzt im Annex II geregelt (bzw. der nationalen Verantwortung übertragen sind), lautet die Antwort:
    Ja

  • Aktuell sind doch schon 560 kg erlaubt... sind die letzten 40 kg noch so entscheidend?


    Ich denke es fehlt eher an stärkeren Triebwerken für die Gyros, damit die 560 kg auch bei jeder Wetterlage und Platzhöhe abheben können.


    Gruß


    Matthias

  • Der neue Rotax 915 ist im neuen Trendak Gyro schon verbaut , glaube 140 ps , leider treibt dieser Motor den Preis über die 100000 Marke .
    Richtig wäre gewesen auf den ganzen Zubehör Klimbim im Gyro zu verzichten und konsequent das Leergewicht unter 300 zu halten , dann braucht es auch keine stärkeren Motoren die nur das neue Leergewicht kompensieren. Traurig ein Xenon hat früher 270 kg und nun kratzen die neuen an 350 kg . Absoluter Blödsinn in meinen Augen , aber die Hersteller sparen sich eine Menge Geld ein weil sie nicht mehr kostenintensiv auf die Leichtbauweise achten müssen .



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  • Moin,


    der Vorstoß, das MTOW auf 600 kg anzuheben kommt aus der UL-Flächenscene. Dort haben wir grosse Probleme das Gewicht einzuhalten, wenn zu zweit geflogen wird. Die Maschinen werden immer leistungsfähiger und komfortabler (ähnliche Entwicklung wie beim Gyro, nur wesentlich ausgeprägter). In vielen Ländern ist das MTOW auf 600 kg festgelegt, was die Produktion für den deutschen Markt erschwert. Manche schönen Maschinen sind deswegen hier nicht zu kaufen bzw zu fliegen. Die deutschen Hersteller müssen für den ausländischen Markt 2 verschiedene Ausführungen bauen was deren Existenz sehr erschwert.


    Ausnahmen gibt es schon, für Wasserflugzeuge ist ein höheres Abfluggewicht erlaubt, für Gyros ebenfalls (560 kg), was in der Flächenscene niemand versteht. Der kürzlich bekannt gewordene Entwurf, Elektro-UL´s 540 kg zuzugestehen hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Deswegen der Versuch, jetzt eine einheitliche, international gleiche Gewichtsgrenze einzuführen, Allerdings nicht über die staatlichen Stellen, die bisher gemauert haben und keine Argumenten zugänglich waren, sondern über die europäische Politik.


    Wer genaueres wissen möchte lese bitte den Artikel den Jo Konrad als Vorsitzender des DULV kürzlich veröffentlicht hat. (Ich kann den Artikel als PDF-Datei leider nicht hochladen, weil 2,6 MB zu gross für diese Forumssoftware ist.)


    Bei den Gyros hat die Anhebung zu keinen nenneswerten Innovationen geführt. Bei den Flächen erwarte ich dagegen einen gehörigen Schub in der Entwicklung. Bessere Fahrwerke, bessere Bremsen, grössere Tanks, höhere Reichweite und endlich legal zu zweit fliegen. Um die Entwicklung nicht ausufern zu lassen und statt mehr Sicherheit mehr Komfort wie Ledersitze etc zu verbauen und das gleich Gewichtsprobblem, etwas verschoben, wieder zu bekommen soll das Leergewicht auf 350 kg beschränkt werden. Das bedeutet, es könnten dann endlich legal 2 Personen mit ca 90 kg Gewcht fliegen, mit 100 l Treibstoff (beim Rotax eher Bölkstoff zu nennen .... smile), oder weniger und etwas Gepäck oder allein und ausreichen Gepäck für eine Urlaubsreise. Die Bäume werden auch dann nicht in den Himmel wachsen. Aufs Gewicht muss geachtet werden und eben auch auf den Schwerpunkt. Aber das müssen Echo-Maschinen auch. Wer mehr will, dem stehen dann mehr Zuladung in der dortigen Klasse zur Verfügung. Aber das ist ja jetzt auch schon der Fall.


    Gegenwind kommt ganz sicher aus der Echo-Klasse, denn die 600 kg-UL´s werden noch attraktiver für PPL-Piloten. Die Preisunterschiede beim Kauf und, ganz wesentlich, in der Unterhaltung bei teilweise besserer Performance sind sehr gross. Ich erlebe an den Flugplätzen immer wieder, dass Echo-Piloten zu mir kommen und sich die Maschine ansehen und völlig überrascht sind über die Schönheit, Leistungsdaten, Komfort und Instrumentierung und vor allem über die wirtschaftliche Unterhaltung.


    Hoffen wir mal, dass der Amtsschimmel sich bewegt.


    Gerd

  • Bin da voll bei Matthias.
    Klar wären 40kg mehr toll, wenn man das in Gepäck und einen vollen oder größeren Tank investieren kann.


    Aber was nutzt das, wenn man dafür eine größere Auslegung der Zelle braucht, um Platz zu schaffen (wieder mehr Gewicht) und stärkere Motoren, die die Kosten für Anschaffung und Wartung weiter Richtung UL-Heli treiben und einen Teil der 40kg beanspruchen? Wieviel bleibt vom Mehrgewicht denn dann netto noch übrig? Vermutlich um die 20kg, weil das Leergewicht entsprechend steigt.


    Eine leichte, kompakte Wellenturbine, das wär was, das würde hier ordentlich Sinn machen. Aber die Kosten, die Kosten...
    Man wird ja noch mal träumen dürfen :rolleyes:


    Oliver

  • Wenn die 600kg kommen werden wir wohl auch eine Kröte schlucken müssen. Dann ist es bestimmt vorbei mit Rundflügen und sonstige geldeinbringende Maßnahmen. Werben darf man dann auch nicht mehr. Es bleibt dann nur noch die Ausblildung. Einen CPL für UL Piloten gibt es ja (noch) nicht.

  • Glaube das es hier grundsätzlich um eine Harmonisierung des Gewichtes für UL innerhalb der EU geht und das ist, meiner bescheidenen Meinung nach, ein Fortschritt. Schließe mich dem Kommentar von Gerd an und halte die unterschiedlichen Grenzen für UL für kontraproduktiv. Ob eine Anhebung auf 600kg den Gyro pushen würde sei dahin gestellt, hier entscheidet am Ende Angebot und Nachfrage. Es wird sicher die Richtung "größer-besser-teurer" geben, bin aber zuversichtlich, dass es in Zukunft weiterhin den "erschwinglichen" Gyro geben wird. Doch bis dahin geht noch einiges Wasser die Jade hoch- und runter.


    Gruß


    Udo

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  • Ein Update in dieser Sache:


    Am 15.11. soll ein Treffen der EASA stattfinden. SWE, NOR, DEU, FIN, POL, HUN,CZE, SVK unterstützen das Vorhaben, Frankreich soll sich enthalten haben. Der österreichische Verband hat sich noch nicht geäußert. Am 19.11. findet ein Treffen des LSV von Rheinland-Pfalz statt, ein Punkt sind die Aspekte einer möglichen Auflastung der UL's.


    Grüße


    Udo

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  • Von der Homepage des DULV: (Stand 17.11.2016) von Jo Konrad


    Am 10. Nov. 2016 wurde in einer Abstimmung im Ausschuss Verkehr und Tourismus (TRAN) des Europäischen Parlaments ein Beschluss angenommen, der im künftigen Anhang I (früher Anhang II) die Massegrenzen für ULs auf 600 kg MTOM (650 kg für Amphibien) bei 350 kg Leergewicht festsetzen soll.


    Der DULV hatte am 9. Nov. mit einer kleinen Delegation Gespräche im EU-Parlament in Brüssel. Dabei hatten wir die Gelegenheit mit dem Berichterstatter im TRAN Marian-Jean Marinescu (Rumänien) und dessen Fraktionskollegen Alojz Peterle (Slowenien) zu sprechen. In unserer Delegation waren Heike Wieland, Jo Konrad, Wolfgang Nitschmann (Breezer aircraft) und Peter Funk (B&F Technik Vertriebs GmbH). Die Zusammensetzung der Delegation sollte den Schulterschluss von Piloten und Hersteller demonstrieren.


    Ein besonderer Dank gilt der Abgeordneten im EU-Parlament Frau Gabriele Preuss, Sozialdemokraten. Sie hat für uns im TRAN maßgeblich den 600 kg / 350 kg Beschluss erstritten. Aus ihrem Büro erreichten uns zur Absage unseres Gesprächsansuchens wegen Terminüberschneidungen folgende Zeilen:



    Achtung Wermutstropfen:


    Das ist noch kein Grund für Freudensprünge! Dieser Beschluss muss erst noch mit dem Ministerrat und der Kommission abgestimmt werden und abschließend vom Plenum des Parlaments verabschiedet werden. Hier liegen noch Stolpersteine rum. Der Ministerrat tut sich noch schwer, diesem Votum des TRAN zu folgen.


    Wir vom DULV haben seit vielen Monaten in vielen Briefen und Eingaben für dieses Ziel gekämpft und werden weiter massiv dafür werben. Festzuhalten ist: Wir sind noch nicht am Ziel - aber wir sind näher dran als wir je waren!

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  • So, hier der Beschluss (leider auf Englisch): bitte auf die zwei Absätze achten, proposed by the Commission sowie Amendment !!!! Wenn ich das richtig verstehe ist der Absatz "Amendment" derjenige der beschlossen wurde. Gem. letzten Satz gilt er auf dem Gebiet der (jetzigen) EU. Ob jetzt noch nationale Behörden/Verbände zustimmen müssen, erschließt sich mir nicht.



    COMP 51



    Text proposed by the Commission


    (e) aeroplanes having the stall speed or the minimum steady flight speed in landing configuration not exceeding 35 knots calibrated air speed (CAS) and having no more than two seats, as well as helicopters and powered parachutes having no more than two seats, that have a maximum take-off mass (MTOM), as recorded by the Member States, of no more than: (i) 300 kg for a land plane/helicopter, single-seater; (ii) 450 kg for a land plane/helicopter, two-seater; (iii) 330 kg for an amphibian or floatplane/helicopter single-seater; (iv) 495 kg for an amphibian or floatplane/helicopter two-seater, provided that, where operating both as a floatplane/helicopter and as a land plane/helicopter, it falls below both MTOM limits, as appropriate;(v) 472,5 kg for a land plane, two-seater equipped with an airframe mounted total recovery parachute system; (vi) 540 kg for a land plane, two-seater equipped with an airframe mounted total recovery parachute system and equipped with electric propulsion system; (vii) 315 kg for a land plane single-seater equipped with an airframe mounted total recovery parachute system; (viii) 365 kg for a land plane single-seater equipped with an airframe mounted total recovery parachute system and equipped with electric propulsion system;(f) single and two-seater gyroplanes with a MTOMnot exceeding 560 kg; (g) sailplanes and powered sailplanes with a MTOM , of no more than 250 kg when single-seater or 400 kg when two-seater, including those which are foot launched;







    Amendment:



    (e) aircraft having measurable stall speed or the minimum steady flight speed in landing configuration not exceeding 45 knots calibrated air speed (CAS) and having no more than two seats, as well as helicopters gyroplanes, balloons and powered parachutes having no more than two seats, that have a maximum take-off mass (MTOM) of no more than 600 kg for aircraft not intended to be operated on water or 650 kg for aircraft intended to be operated on water, and an empty mass, excluding fuel, of no more than 350 kg, as recorded by the Member States;(f) the rules on airworthiness issued by national competent authorities shall be proportionate, taking into account the objectives and principles set out in Articles 1 and 4, with the nature and risk of the activity concerned, based on and provide for interoperability with comparable standards existing in international markets and take in account the guidelines issued by the Agency in accordance with Article 126 (2b);(g) the certificates issued based on the rules mentioned in paragraph (f) shall be mutual recognised on the territory to which the Treaties apply;

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