Tragschrauberfliegen in der Schweiz

  • Lockerung des Verbots von Ultraleichtflugzeugen


    Bern, 12.09.2014 - Der Bundesrat hat heute beschlossen, das Verbot von Ultraleichtflugzeugen teilweise aufzuheben. Die damit einhergehende Änderung der Luftfahrtverordnung erlaubt in eingeschränktem Mass neu den Betrieb solcher Luftfahrzeuge. Im Vordergrund stehen dabei Luftfahrzeuge mit Elektroantrieb.


    Der Betrieb von Ultraleichtflugzeugen (UL) nach schweizerischer Definition, das heisst von Flugzeugen mit einer Flächenbelastung von weniger als 20 kg/m2, ist seit 1984 verboten. Seit 2005 besteht die Möglichkeit, sogenannte Ecolight-Flugzeuge in der Schweiz zuzulassen. Hintergrund war, dass diese modernen Flugzeuge herkömmliche Kleinflugzeuge ersetzen werden und daraus ein Umweltvorteil resultiert. Aktuell sind 32 Ecolight-Flugzeuge im Luftfahrzeugregister eingetragen.


    Die meisten heutigen UL haben eine Flächenbelastung von mehr als 20 kg/m2. Das geltende Verbot erweist sich damit inzwischen als überholt. Seit dem Erlass des Verbotes wurden im Bereich der UL zudem erhebliche technische Fortschritte erzielt. Heutige UL sind nicht mehr mit den „fliegenden Rasenmähern" vergleichbar, die man vor 30 Jahren aus Lärmgründen verbieten wollte. Ein Bundesgerichtsurteil hat weiter aufgezeigt, dass das geltende UL-Verbot und dessen Umsetzung aus rechtlicher Sicht mangelhaft sind. Beides war Anlass, das heutige Verbot zu überdenken und auf eine rechtlich korrekte Grundlage zu stellen.


    Leitgedanken bei der Definition der neu zuzulassenden Luftfahrzeuge waren die Förderung von Elektroantrieben, ein gewisses Substitutions- und Innovationspotential sowie ein angemessenes Sicherheitsniveau.


    Neu können neben den Ecolight folgende Luftfahrzeuge zugelassen werden:


    Gyrokopter mit Verbrennungsmotor oder Elektroantrieb.
    Aerodynamisch gesteuerte Flugzeuge mit Elektroantrieb.
    Deltas (Trikes) und Gleitschirme, die mit Fahrgestell und Elektroantrieb ausgerüstet sind.
    Für die neu zugelassenen Luftfahrzeuge gilt grundsätzlich eine Flugplatzpflicht, das heisst, sie dürfen nicht auf einem freiem Feld betrieben werden. Auf den Landesflughäfen Zürich und Genf ist der Betrieb dieser Luftfahrzeuge mit Ausnahme der Ecolight-Flugzeuge nicht gestattet. Für alle neu zugelassenen Luftfahrzeuge gelten die gleichen strengen Emissionsgrenzwerte wie für die bestehenden Ecolight-Flugzeuge. Schliesslich werden im Vergleich zum Ausland strengere Anforderungen an die Piloten verlangt.


    Das neue Regime tritt am 1. Oktober 2014 in Kraft. Zulassungsverfahren können ab Anfang 2015 durchgeführt werden, sobald die dafür notwendigen rechtlichen Anpassungen erfolgt sind.


    Adresse für Rückfragen:


    Medienstelle BAZL, +41 58 464 23 35

  • Das klingt gut!


    Heisst das dann auch, dass man als Ausländer in die Schweiz einfliegen darf mit einem Gyro??? :thumbsup:

    Es wird sein wie schon jetzt mit den Ecolights: Das BAZL wird Spezifikationen definieren, der Hersteller oder Importeur muss nachweisen, dass sein Gerät diese erfüllt, dann kommt es auf eine Freigabeliste.
    Alle Geräte auf dieser Liste - und nur diese - dürfen einfliegen.
    Die Krux bei Gyros dürfte die Lärmmessung sein. Ecolights dürfen maximal 65 dB laut sein, nach CH-Messmethode.

  • Hi, Peter!


    Eine blöde Frage von mir: Darfst du denn eigentlich mit deinem DF-02 zu uns nach Deutschland fliegen oder fällst du da auch zwischen irgendwelche Paragraphen?


    Servus, Holger

    "Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

    Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

  • Eine blöde Frage von mir: Darfst du denn eigentlich mit deinem DF-02 zu uns nach Deutschland fliegen oder fällst du da auch zwischen irgendwelche Paragraphen?

    Hallo Holger


    Mit meiner Experimental-Zulassung darf ich in alle Länder fliegen, die das entsprechende gegenseitige "Duldungsabkommen" unterzeichnet haben. Das sind in Westeuropa eigentlich alle.
    Experimentals fallen nicht unter die Zulassung gemäss oben erwähntem Papier.

  • Dann ist die Idee von einem weltweit ausgerufenen DF-02-Treffen doch noch nicht gestorben!
    Wie müssen uns halt nördlich den Bodensees zusammenscharen. ;)


    Servus, Holger

    "Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

    Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

  • Moin,hier noch die Antwort des BAZL auf zwei Fragen:
    1. Wie wird der Einflug ausländischer/europäischer Ultraleichtflugzeuge geregelt werden?


    Für Einflüge besteht kein Rechtsanspruch. Einflugbewilligungen sind denkbar für ausländische Ultraleichtflugzeuge (UL), die den Zulassungsanforderungen in der Schweiz entsprechen, d.h. für UL, die in der Schweiz zugelassen werden könnten. Dies wird erst möglich sein, wenn die Zulassungsanforderungen festgelegt und in Kraft sind. Gemäss Planung wird dies Anfang nächsten Jahres der Fall sein. Sobald die Zulassungsanforderungen in Kraft sind, kann auch über Einfluggesuche ausländischer UL entschieden werden.



    2. Was muss man sich unter den strengeren Anforderungen an die Piloten im Vergleich zum europäischen Ausland vorstellen?


    Auf HB-immatrikulierten Gyrokoptern benötigt man mindestens eine PPL A / H oder RPPL A / H oder eine LAPL A / H oder EASA PPL A / H. Mit einer solchen Lizenz kann in der Schweiz innerhalb einer Schule eine Gyrokopter-Einweisung durchgeführt werden. Bezüglich Einweisung und Kontrollflug müssen aber zuerst im BAZL die Grundlagen geschaffen werden.

  • D.h. wenn ich als Fußgänger (oder Gleitschirmflieger) in der Schweiz Gyrocopter fliegen lernen möchte, dann muss ich erst noch eine Lizenz für Flugzeug oder Helicopter machen? Oder kann man davon ausgehen, dass in absehbarer Zeit ausgearbeitet wird, wie man das auch direkt erlernen kann?


    Danke und Gruß,
    Achim