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Thursday, September 3rd 2015, 3:27pm

Aufruf zu Navigationsflügen

Seit langem schon plagt mich ein gewisses Unbehagen, wenn ich bei einem Überlandflug der Kurslinie meines GPS nachfliege. Jedesmal, wenn ich das tue, wird mein Navigationsgeschick schwächer und meine Fähigkeiten, einen Flug nach Karte, Kompass und Uhr zu fliegen, nehmen ab. Das stachelt mich dazu an, immer wieder einmal mein GPS abzuschalten und nach der althergebrachten Methode zu fliegen.

Weil es vielleicht anderen auch so gehen mag, und Spass den Lernerfolg beflügelt, habe ich mir gedacht, eine völlig informelle und ebenso inoffizielle Navigationsflugübung ins Leben zu rufen. Das Wort "Wettbewerb" will ich dabei bewusst nicht in den Mund nehmen. Dazu habe ich in den letzten Wochen im Umkreis meines Heimatflugplatzes 10 markante Punkte gesucht, deren genaue geografische Koordinaten ermittelt und Fotos gemacht (bzw. der Einfachheit halber von Google Earth genommen).

Die Spielregeln habe ich mir wie unten angegeben vorgestell.

Und vergesst nicht, dass die Navigation per Papierkarte notwendig ist. Ihr braucht also ein geeignetes Kniebrett und faltet die Karte so, dass der relevante Ausschnitt in Gänze sichtbar ist.

Ich werde diese Navigationsübung bei uns in Fertöszentmiklós aushängen und bis Ende Oktober hängen lassen. Mal sehen, wie viele Leute daran teilnehmen werden. Es wäre natürlich schön, wenn es auch sonst möglichst viele Nachahmer gibt!

LG, -- Chris.

Regeln für Navigationswettbewerb
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Der Navigationswettbewerb ist kein offizieller Wettbewerb sondern soll dazu anstacheln, die Navigationsfähigkeiten in Planung und Flug zu verbessern. In seiner Durchführung ist er an die bei offiziellen Wettbewerben üblichen Bedingungen angelehnt, allerdings unterliegt die Einhaltung der Regeln jedem selbst. Es gilt als das Prinzip "Ehrenmann" oder "Ehrenfrau". Wer schummelt, schadet nur sich selbt.

Ziel ist es, eine durch Wendepunkte vorgegebene Strecke möglichst genau zu planen und dann so genau wie möglich nachzufliegen. Dabei sind weder bei der Planung noch dem Flug elektronische Hilfsmittel erlaubt. Vor allem kein GPS -- in welcher Form auch immer. Schließlich wollen wir doch alle von der GPS-Abhängigkeit ein Bisschen loskommen und den ursprünglichen Navigationsmuskel trainieren.

Deshalb appeliere ich nochmals an die persönliche Ehre: lasst die Navigationscomputer, GPS-Geräte, Moving Maps, Tablets und Handys abgeschaltet. Was ihr allerdings braucht ist eine Flugkarte in Papierform, auf der ihr Wegpunkte, Kurs und sonstige Navigationsdaten einzeichnen könnt. Außerdem einen Gradmesser und eine Windscheibe zum Berechnen der Winddrift. Beim Fliegen ist ein genauer Kompass und eine Uhr unerlässlich.

Hier nun die Regeln:

1) Der zu fliegende Kurs ist am Flugplatz als Liste von Wendepunkten ausgehängt (eine Auswahl der 10 möglichen, von mir als Pool gesammelten) und kann vom Betriebsleiter als Kopie erhalten werden. Die Wendepunkte werden in der vorgegebenen Reihenfolge angeflogen. Gestartet und gelandet wird natürlich nur am Flugplatz. Außenlandungen sind keine vorgesehen. Jeder Wendepunkt ist durch Koordinaten und ein Foto definiert. Sie sind im Allgemeinen so gewählt, dass eine Verwechslung bei genauer Navigation normalerweise nicht möglich ist.

2) Die Flugvorbereitung erfolgt unmittelbar vor dem Flug. Zunächst werden die Wendepunkte auf die Karte übertragen und der Kurs eingezeichnet. Dann erstellt ihr, wie man es in der Ausbildung lernt, eine Flugvorbereitung, auf der zumindest Kurs, Streckenlänge, Steuerkurs und Flugzeit für jeden Abschnitt zu sehen ist. Außerdem muss auch noch die vorgesehene Startzeit sowie geplante Landezeit klar ersichtlich sein. Diese Flugvorbereitung muss vom Betriebsleiter mit Datum, Uhrzeit und Unterschrift zur Kenntnis genommen werden. Die Flugwettervorhersage müsst ihr euch selbst besorgen (ist aber normalerweise am Flugplatz erhältlich).

3) Der Betriebsleiter überlässt euch einen GPS-Logger für den Flug. Dieser Logger muss vor Start des Motors eingeschaltet werden und darf erst nach Abstellen des Motors wieder ausgeschaltet werden. Danach wird er zwecks Auswertung dem Betriebsleiter zurückgegeben.

3) Ihr müsst dann innerhalb von +/- 15 Minuten der in der Flugvorbereitung angegebenen Startzeit starten.

4) Während des Fluges sind nur Kompass, Fahrtenmesser und Uhr als Navigationsinstrumente erlaubt. Für die Papierkarte verwendet ihr bei offenem Cockpit am besten ein Kniebrett. Die Flugstrecken sind normalerweise nicht so weitläufig, dass man mehrmals "umblättern" müsste.

5) Ein Wendepunkt muss innerhalb eines Kreises mit Radius 250 m überflogen werden um als "besucht" zu gelten.

6) Am Ende des Fluges gebt ihr den GPS-Logger beim Betriebsleiter ab. Nach erfolgter Auswertung des Fluges (siehe unten) erhaltet ihr das Ergebnis. Eine Rangliste aller Teilnehmer wird ausgehängt.

7) Gewertet wird nach zwei Kriterien: wie genau ihr den Kurs geflogen seid und wie genau ihr eure Flugdauer geplant habt. Für jeden geflogenen Kilometer, der über der kürzesten Verbindung aller Wegpunkte liegt, gibt es einen Strafpunkt. Außerdem gibt es einen Strafpunkt für jede Minute, welche die tatsächliche Landezeit von der geplanten abweicht. Es gilt also, sowohl möglichst geradlinig zu fliegen und möglichst genau die geplante Geschwindigkeit zu halten.

P.S.: Noch eine Anmerkung bezüglich GPS-Logger. Diese sind in der Segelfliegerei üblich. Man kann sich einen Logger oft bei einem befreundeten Segelflieger ausborgen. Alternativ gibt es GPS-Logger ab ca. 40 EUR zu kaufen (siehe zB. hier).

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Bastian

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Thursday, September 3rd 2015, 4:29pm

Klasse Idee, Chris!
Ich fliege auch immer nach Karte. Mit einem alten 96c als Backup. Aber dem kann man eh nicht trauen.....
(Die EDRs Fassberg gibts ebensowenig, wie die Weser)
Viel Spaß und die besten Tracks mal zeigen!
Gruß
Bastian

Wolle

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Thursday, September 3rd 2015, 8:04pm

Prima Idee. Und wer das hinter sich hat, ist fit für die Navigationsaufgaben bei der nächsten Deutschen UL-Meisterschaft, die 2016 in Tannheim stattfindet.
Gruß
Wolle

skyride

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4

Thursday, September 3rd 2015, 9:02pm

Endlich, Chris,

kommen wir wieder zur Basic der Fliegerei zurück.

Meine volle Zustimmung, bin freudig dabei.


LG Konrad

freak

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Sunday, September 6th 2015, 10:18am

Das Wort "Wettbewerb" will ich dabei bewusst nicht in den Mund nehmen.
Chris, prima Idee, die wir eigentlich bei jedem Platz zum Vergnügen umsetzen sollten und dort Besuchern als modifizierte "Sightseeing-Tour" anbieten könnten. :thumbup:

Und wer das hinter sich hat, ist fit für die Navigationsaufgaben bei der nächsten Deutschen UL-Meisterschaft,
Leider macht man aus der Spaß- oder Übungsaufgabe in Deutschland gleich wieder eine Meisterschaft daraus.
Wieder mal typisch nach dem Motto: schneller, weiter, höher!
Das braucht es meines Erachtens so nicht in der Fliegerei! :thumbdown:

Ile-d-yeu

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Sunday, September 6th 2015, 5:50pm

Leider macht man aus der Spaß- oder Übungsaufgabe in Deutschland gleich wieder eine Meisterschaft daraus. Wieder mal typisch nach dem Motto: schneller, weiter, höher! Das braucht es meines Erachtens so nicht in der Fliegerei! :thumbdown:
Lieber freak, ich muß dich da aber mal kräftig korrigieren! Es geht absolut nicht um schneller, auch nicht um weiter und schon gar nicht um höher. Anscheinend hast du noch nie bei einer UL-Meisterschaft mitgemacht sonst würdest du solches nicht niederschreiben. Eine Meisterschaft ist in erster Linie Spaß für alle Flieger, zweitens ist es ein präzisieren der eigenen Fähigkeiten im praktischen Flug und drittens ist es ein dazu lernen was die meisten doch stark vernachlässigen. Aus Erfahrung erlebe ich das leider immer wieder bei Jahres Checkflügen. Also liebe Leser, nehmt die Mitteilung von "Wolle" an und macht bei der DM mit, es ist ein Riesenspaß für alle umso mehr, da die Teilnehmerzahl bei den Gyros noch sehr gering ist. Wir hatten in diesem Jahr die DM bei uns in Weilerswist und es ging nicht um "schneller, höher, weiter"
Liebe Grüße
Ralf ( Zur Zeit ohne eigenen Gyro)

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Wolle (06.09.2015), Skaer2 (06.09.2015)

Wolle

Intermediate

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Sunday, September 6th 2015, 6:03pm

Ich hätte es nicht besser formulieren können....
Gruß
Wolle

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8

Monday, September 7th 2015, 2:27pm

Eine gute Basis für die Flugvorbereitung ist ein übersichtliches Formular, das alle wesentlichen Schritte der Berechnungen enthält und die Ergebnisse klar ersichtlich herausstellt. Außerdem sollte es neben den geplanten Werten auch Platz für die tatsächlich erflogenen Werte bieten. Nur so kann man zB. einen stärker als geplanten Gegenwind sofort erkennen und gegensteuern.

Dazu habe ich mir einmal ein Dokument in Word gebastelt, das ich hier (in der deutschen Version) zur Verfügung stelle. Ihr könnt es natürlich gerne nach Belieben verändern und euren Bedürfnissen anpassen.

Navlog Formular.doc

So schaut das Formular ausgefüllt aus (die englische Version): Navlog EDQK-EDVM.doc

Wenn es Fragen gibt, einfach Posten.

LG, -- Chris.


http://www.flugwelt.eu/

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