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Dr.Gyro-A

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61

Sunday, June 7th 2015, 9:58am

wor ganz guat

Dr.Gyro-A has attached the following image:
  • Größenänder2015-06-04 18.22.05.jpg.jpg

This post has been edited 4 times, last edit by "Dr.Gyro-A" (Jun 9th 2015, 7:28pm)


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gernotti (08.06.2015)

skyride

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62

Sunday, June 7th 2015, 10:39am

Wor ganz guat,

also Ihr mit Euren tollen Eigenbauten (Modell 4-Kant und Modell Rundrohr, Erstflug an diesem Tag!) hab sowieso jedem die Schau gestohlen....
Eine PKW-Anhängerachse als Hauptfahrwerk und viele weitere einfachste
Bauteile habt Ihr zu einem flugfähigen Turngerät zusammengebaut.
Wer es nicht gesehen hat, kann es kaum glauben.
Das ist Leidenschaft und fliegerische Freiheit, die bei Euch am Platz ausgelebt werden kann.

Back to the roots...

LG Konrad

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gernotti (08.06.2015)

Ile-d-yeu

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63

Sunday, June 7th 2015, 9:40pm

Vielleicht ist ein Grund warum ich 35 Jahre Fliegerei überlebt habe der, das ich mich in so etwas wie hier mim Vordergrund zu sehen nicht gestzt habe sondern eher auf der sicheren Seite (Hintergrund Rot+Gelb) pflege mich zu bewegen.

Hut ab vor der Testpiloten dieser Geräte, wenn sie denn überleben.

:)
Liebe Grüße
Ralf ( Zur Zeit ohne eigenen Gyro)

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64

Sunday, June 7th 2015, 9:53pm

Wenn ich Sigi und Chris (die beiden Erbauer und Piloten der "Mutanten"-Gyros) sehe und den Spass miterlebe, den sie mit ihren Gyros haben, dann bin ich dankbar, dass es immer noch irgendwo bei uns die Möglichkeit gibt, so etwas zu machen. Ich bewundere die technische Fertigkeit und die Fähigkeit, mit wenig Aufand ein pures Fun-Gerät zu bauen.

Ich selbst würde das nie machen. Dazu bin ich zu sicherheitsbewusst und habe in meinem Leben zu viel zu verlieren, dass das Verhältnis Risiko zu Selbstverwirklichung einfach für mich nicht stimmt.

Aber ich würde um die Wurst darum kämpfen, dass es Leuten wie Sigi und Chris vergönt sei, sich die Freiheit herauszunehmen, diese Entscheidung selbst zu treffen. Ich will in keiner Gesellschaft leben, die mir vorschreibt, wie ich zu leben und zu sterben habe. Und genau deshalb freut es mich ungemein, wenn ich Sigi und Chris und etliche andere mit ihren selbst gebauten und stark modifizierten Tragschraubern herumtollen sehe. Sie erinnern mich daran, dass ich mir die Freiheit, die ich zum leben brauche, selbst nehmen muss.

LG, -- Chris.

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65

Sunday, June 7th 2015, 10:01pm

So, ich habe jetzt die unendllich vielen Fotos gesichtet, die Spreu vom Weizen getrennt, die Auswahl bearbeitet, und diese lädt gerade auf Flickr hoch. Es sind insgesamt 50 Fotos von Donnerstag und Freitag. Am Samstag hatten wir "Wettkampftag", und ich war mit der Organisation so beschäftigt, dass ich keine Zeit gefunden habe, Fotos auszutauschen oder selbst viele zu machen. Was ich habe muss ich noch sichten, bearbeiten und hochladen.

Wenn ich dann etwas Zeit habe -- hoffentlich morgen, im Laufe des Tages -- werde ich die Story dazu schreiben und mit den Bildern hier hereinstellen.

Nur so viel vorweg: die Entscheidung es nächstes Jahr wieder zu machen, also die 2. Gyro-Power in Fertöszentmiklós, ist bereits gefallen.

LG, -- Chris.

Schlagschrauber

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66

Sunday, June 7th 2015, 10:02pm

Hi, Ralf!

Ich denke mal, ganz so einfach ist es nicht, denn es hat in Europa mehr fatale Unfälle mit "gelben" und "roten" gegeben als mit den Selbstgebauten. Und ich glaube, das ist nicht nur Zufall oder die Genialität der Eigenbauer, sondern die Tatsache, dass sie sich recht intensiv mit der gesamten Materie auseinandersetzen und wissen, dass sie nicht nur beim Pilotieren für ihr Leben verantwortlich sind, sondern auch beim "Schrauben".

Ich gebe es zu: es ist nicht Jedermanns Sache und mir persönlich fehlen die "Schrauber-Gene" und die handwerkliche Professionalität, aber für Lebensmüde halte ich weder Chris noch Siggi, und die Maschine von Chris wirkte auf mich sehr sauber gebaut!

Servus, Holger
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Dr.Gyro-A

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67

Sunday, June 7th 2015, 10:46pm

mehr als 100ps - einsitzer - offen - mehr an sicherheit geht nimmer

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skyride

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68

Sunday, June 7th 2015, 11:15pm

Eigenbaumaschinen von Siggi und Chris:

neben den schönen Serienprodukten, die hinlänglich bekannt sind, richtete ich mein Augenmerk auf die selbstgebauten Aggregate.
Es geht hier um die technische Umsetzung von erforderlichen Funktionen.
Zwei Welten trafen sich hier:
-die reine Zweckmäßigkeit
-die Zweckmäßigkeit verbunden mit optischer Ästhetik (Verarbeitung, Ausführung, Materialwahl)

Empirische Entwicklung, permanente Tests und "Schritt für Schritt-Versuche" brachten ein für alle Beobachter anerkennswertes Ergebniss.

Die erforderliche Sicherheit auf rein mechanischer Komponenten (außer Batterie und Regler/Generator)
bedeutet mir persönlich sehr viel.

In einem neuen Thema können wir dies vertiefen.....

Ich bin skeptisch, sowohl bei PKW, Motorrad und Flugzeug, alles einem Coputer, Kabeln, Lötstellen und Kontakten zu überlassen...
Siehe Absturz und Totalverlust eines nagelneuen A400 in Spanien, wobei 3 Triebwerke durch fehlerhaftes, oder versäumtes Update ihren Dienst quittierten.

Ich weiß, daß viele Benutzer dorthin wollen, möglichst nicht selbst denken, nicht selbst Verantwortung übernehmen wollen, dem Computer wie einem Handy XY zu vertrauen, dem Navi mehr Aufmerksam schenken als einer guten Karte auf den Knien...

Dies ist meine ganz persönliche Ansicht und mag nur für mich zutreffen.

Intensiv und neugierig konnte ich ausreichend lange Gespräche mit den Erbauern führen.
Beide Jungs wissen mehr als neutraler Betrachter glaubt.
Jede Schraube, jedes Anbauteil ist sichtbar und eine Veränderung nach einer Testflugzeit prüfbar und, wenn nötig verbesserbar.
Wir, mit unseren hochglanzlackierten, vollverschalten Industrieprodukten können dies nur auf begrenzte Weise und vertrauen in vielen Dingen dem Hersteller.

Soviel zur "sicheren Seite" und zum "Überleben"

Wie schon gesagt, mitreden kann hier jemand, der dabei war.
Kommentare aus der Ferne darüber schreiben, ist reine Theorie.

LG Konrad

buza1

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69

Monday, June 8th 2015, 9:34am

bitte stellt die Fotos irgendwohin, wo man sie in GUTER Auflösung, runterladen kann.

wär schade wenn so ein tolles Event dann "komprimiert" würde....



lg

fritz

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70

Monday, June 8th 2015, 9:59am

1. Tag, Donnerstag

Hier mal ein Bericht über Tag 1 der Gyro-Power.

Wie mit Konrad ("skyride") vereinbart, sollte ich ihn und seinen Freund Paul gegen 11:00 Uhr in St. Georgen/Ybbsfeld (LOLG) treffen und im Konvoi nach Fertöszentmiklós (LHFM) begleiten. Ich startete kurz nach 10 Uhr in einen klaren, heißen Sommerhimmel und flog in Richtung Westen. Diese Strecke habe ich schon oft zurückgelegt, da LOLG auch der Werksflugplatz des ArrowCopters ist. Diesmal hatte ich aber 60 km/h Gegenwind, was die Flugzeit von rd. 1:00 Stunde auf 1:15 verlängerte. Als ich ca. 10 Meilen vom Platz Funkkontakt herstellte, konnte ich im Hintergrund rhytmisches Dröhnen vernehmen. "Muss wohl eine Funkstörung sein", dachte ich mir. Egal, ich landete auf der Piste 04 und rollte zur Abstellfläche, wo ich meinen Gyro am Gras parkte.

Noch bevor ich die Kabinenhaube öffnete, konnte ich die Quelle der "Funkstörung" orten: es war eine Soundanlage, die gerade im leergeräumten Hangar ausgetestet wurde. Offenbar waren auch in LOLG die Vorbereitungen für ein Flugplatzfest in vollem Gange. Ich war noch nicht ausgestiegen, da humpelte mir Holger ("Schlagschrauber") bereits auf Krücken entgegen. Wir begrüßten uns herzlich, und er stellte mir Konrad und Paul vor, die in Konrads rotem M24 aus Eggenfelden angereist waren. Ich selbst gab rasch einen Formationsflugplan zurück nach LHFM auf, wir besprachen die Route und das Procedere und nach knapp einer Stunde ging's wieder zurück nach LHFM.

Dieses Bild zeigt Paul (li.) und Konrad (re.) nach der Landung in LHFM



Die Pilotenbesprechung war für 15:00 Uhr angesetzt, und für 16:00 Uhr war ein gemeinsamer Rundflug um den Neusiedler See vorgesehen. Mittlerweile waren bereits eine Anzahl lokaler Piloten eingetroffen, die ihre Tragschrauber putzten und am Vorfeld schön in Reih und Glied postierten.



Die Flugroute ist hier gezeigt:



Insgesamt waren wir 9 Tragschrauber, die an diesem Rundflug teilnehmen wollten. Wir besprachen noch das Formationsflugverfahren und die Eigenheiten der Strecke (Luftraum, Sehenswürdigkeiten, etc.). Dann ging's daran, alle Tragschrauber möglichst rasch hintereinander in die Luft zu kriegen, ohne dass die Sicherheit darunter leiden sollte. Das Foto zeigt die Startaufstellung auf der Graspiste 34. Ich machte die Mutterente, die Babyenten reihten sich hinter mir, abwechselnd rechts und links versetzt, ein.



Mit der vorher vereinbarten Reisegeschwindigkeit von ca. 110 jm/h ging's dann zum nur einen Steinwurf entfernten Schloss Fertöd, das als Sammelpunkt nach dem Start herhalten musste. Ich ziog einen weiten Kreis und konnte sehen, dass alle Tragschrauber tatsächlich gestartet waren und in einer langen Reihe vom Flugplatz bis zum Schloss, wie Perslen auf einer Kette, aufgereiht waren. Also begab ich mich auf Kurs.

War es zuerst noch eine recht genau geflogene lose Formation (siehe Bild)

,

so entspannte sich der eine oder andere Teilnehmer während des Fluges sichtlich und genoss das herrliche Licht über dem Steppensee. Als Beispiel hier Robi, unser Betriebsleiter, Tragschrauberlehrer und Allroundpilot am Flugplatz:



Der Neusiedler See ist ein Natura 2000 Schutzgebiet, nicht zuletzt wegen der Salzlacken, die am östlichen Ufer Biotop für seltene Fauna und Flora bieten. Dieses Foto zeigt einige dieser Lacken, die wegen der regen Blüte gelb gefärbte Ufer zeigen. Die meisten dieser Lacken sind übrigens nur ca. 50 cm tief und können über den Sommer auch austrocknen.



Eva war als Passagier in Willis gelbem MTOSport mit dabei und hat die meisten Air-to-Air Bilder fotografiert. Es waren so viele, dass ich aus Platzgründen nur eine kleine Auswahl zeigen kann. Leo und Alois in ihrem ArrowCopter:



Marcus im gecharterten MTOSport:



Und hier winkt uns die ELA-Crew zu:



Besonder schön waren die unterschiedlichen Farbschattierungen der Felder, die man im Tiefflug gut erkunden konnte:



Und wer beim Höhenflug Nasenbluten bekam, suchte sein Heil in tieferen Gefilden:



Nach einer guten Stunde waren alle Rundflügler wieder sicher am Ausgangsort gelandet und fanden sich zum Besprechen der Eindrücke im Flugplatzrestaurant ein.

Mittlerweile waren auch zwei Teams á drei Personen aus Frankreich eingetroffen, die uns im Zuge ihrer Alpenumrundung besuchen wollten. Das erste Team war von Paris, über Südfrankreich, Italien und Kroatien nach Ungarn gekommen, wo es kurz nach unserem Abflug zum Neusiedler See angekommen war. Das zweite Team traf zwar zur selben Zeit ein, war aber die Strecke über Deutschland und Österreich geflogen. Team 1, das die vollen drei Tage blieb, bestand aus Jèrome (Magni M22), Jean-Marc und Louis, jeweils mit einem Trike. Ein Gruppenfoto mit wirklich allen Gyro-Power-Teilnehmern war unmöglich auf die Mattscheibe zu bannen. Aber in diesem Foto sind zumindest 80% zu sehen:



Sigi und Chris waren auch auf der Gyro-Power, nahmen aber mit ihren beiden Eigenbaugyros nicht an den Ausflügen teil sondern machten die nähere Umgebung unsicher:



Hier ist Sigi in voller Meditation vor dem Motorstart:



Und hier Chris in seinem Gyro fest entschlossen, diesmal die Schallmauer zu durchbrechen ;)




Liebe Grüße, -- Chris.

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skyride

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71

Monday, June 8th 2015, 10:50am

Kleine Korrektur, Chris:

Vor dem roten Magni steht links Paul (blaues Hemd), rechts bin ich, reduziert auf meinen Daumen (bin aber eh nicht fotogen)

In jedem Fall sehr schöne Bilder und spannender Bericht.

LG Konrad

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Monday, June 8th 2015, 2:59pm

2. Tag, Freitag

(Ich habe noch eben ein paar Fotos zum Donnerstag hochgeladen. Wer die noch nicht gesehen hat, sollte nochmal zurückscrollen.)

Am Freitag blinzelte ich bereits um 5:30 Uhr in die helle Sonne, da ich noch einiges vorzubereiten hatte, bevor dieser Tag fliegerisch so richtig beginnen konnte. Geplant war ein Gebirgsflug in zwei Etappen, der uns von LHFM nach Österreich über Kapfenberg (LOGK) bis nach Mariazell (LOGM) führen sollte. Die Alternative wäre ein Badeausflug an den Plattensee gewesen. Aber da das Wetter schöner nicht sein konnte und wir auch nicht viel Wind hatten, stand einem Gebirgsflug nichts im Wege. Ich wählte die Route im Hinflug so, dass wir im Talflug nicht über 4.000 Fuß steigen mussten. Den Rückflug wollte ich noch offenlassen und mich -- je nach dem, wie der Hinflug ausfallen würde -- für eine eindrucksvollere oder sichere Variante entscheiden.

Die Teilnehmerzahl an diesem Flug lag bei 10 Tragschraubern, und ich gab wieder einen Formationsflugplan auf. Das hat den Vorteil, dass lediglich ich als Formationsführer funken und Transponder rasten musste. Alle anderen hatten eigentlich nur dem Vordermann in geeignetem Abstand (ca. 100-200 m) und gleicher Höhe zu folgen. Obwohl sich das ziemlich leicht anhört, ist Formationsflug etwas, das man üben muss. Und selbst dann ist es ziemlich anstrengend. Ich gab mich diesbezüglich also keinen überzogenen Erwartungen hin und hoffte lediglich, dass wir alle innerhalb von ein paar Minuten am Ziel eintreffen würden. Der Probegalopp am Vortag um den Neusiedler See gab mir Grund zur Annahme, dass es klappen kann. Jedenfalls legte ich Wert darauf, dass jeder Teilnahmer am Flug auch am Briefing teilnahm.



Der Start folgte dem am Vortag erprobten Muster und klappte hervorragend. WIr waren alle innerhalb von 2-3 Minuten in der Luft und setzten Kurs auf ARSIN, dem Grenzübertrittspunkt, den ich im Flugplan angegeben hatte. Unsere Route findest du hier (zum Vergrößern einfach anklicken):



Wir flogen durch das Hügelland nach Westen, in Richtung Mürztal, in welches wir bei Gloggnitz einfädelten und nach Südwesten schwenkten. Dem Mürztal folgend, vorbei am Semmering mit seinen zu dieser Jahreszeit grünen Skipisten, gelangten wir nach ca. 1 Stunde gemütlichen Fliegens nach Kapfenberg (LOGK).



In Kapfenberg stationiert ist Kati, die erste Gyropilotin Österreichs (mittlerweile mag es durchaus mehrere geben...), die hier im Bild links neben Willi zu sehen ist. Rechts von Willi ist Eva, unsere unermüdliche Fotografin.



Apropos "unermüdliche Fotografin": Eva kletterte sogar auf's Dach für einen guten Blickwinkel auf die geparkten Tragschrauber:



Ich will aber nicht abschweifen, deshalb zurück zum Thema. In Kapfenberg setzten wir uns ein Weilchen auf die Terasse des Flughafenrestaurants auf einen Kaffee. In der Zwischenzeit machten sich zwei lokale Teilnehmer an der Europameisterschaft im Modellfliegen bereit, um uns ihren Formationsflug mit zwei turbinenbetriebenen Jets vorzuführen. Die Geräusche, der Kerosingeruch und die erzielten Geschwindigkeiten waren beeindruckend, wurden aber von den sehr exakt geflogenen Manövern und Raucheffekten noch übertroffen.



Und noch ein Mannschaftsfoto:



Bevor wir nach Mariazell aufbrachen, rief ich den Betriebsleiter dort noch kurz an, um ihn durch unser plötzliches Auftauchen nicht gänzlich zu erschrecken. Mariazell ist ein kleiner, idyllischer Flugplatz und den Einfall einer Horde von 10 Tragschraubern normalerweise nicht gewöhnt.

Obwohl der Flug nur ca. 20 Minuten lang war, änderte sich der Charakter der Landschaft merklich, als wir das Alpenvorland verließen und etwas weiter in die alpine Region eindrangen. Ich hatte wieder Talflugwege gewählt, die wegen des leichten Windes auch in geringen Flughöhen sicher waren.



Hier eine kleine Streusiedlung auf einer Alm mit Rindern:



Hier das Städtchen Mariazell mit seiner bekannten Basilika, die ein beliebtes Ziel für Marienwallfahrten darstellt und zu den wichtigsten Wallfahrtszielen Europas zählt. Im Sommer 2007 war sogar der Past in Mariazell, zusammen mit 900.000 anderen Besuchern zur gleichen Zeit. Angesichts des kleinen Ortes fragt man sich, wie es diese enormen Besucherzahlen verkraften konnte.



Die Basilika nochmals im Vorbeiflug zum nur wenige Kilometer entfernten Flugplatz:



Am Flugplatz angekommen, ergaben die Tragschrauber ein recht fesches Bild, wie sie so alle in einer bunten Reihe dastehen:



Wir gönnten uns ein Taxi in den Ort Mariazell und mussten zunächst einmal unsere hungrigen Mägen befriedigen, da es mittlerweile bereits 14:00 Uhr geworden war.



Danach brachen wir einzeln oder in kleinen Grüppchen auf, um den Ort zu erkunden. Wir fanden es bezeichnend, dass nicht nur Tragschrauber in Grüppchen den Weg nach Mariazell gefunden hatten sondern auch etwas schwerere Gefährte:



Ein Blick in die Basilika:



Mit dem Taxi ging's wieder die drei Kilometer zurück zum Flugplatz. Wir bestiegen unsere Motorräder der Luft und starten um 17:30 Uhr. Als Route entschied ich mich, nach einer Empfehlung von Fritz, für die direktere Alternative durch das Höllental. Dieses Höllental ist ein eng geschnittenes Tal, fast schon eine Schlucht, die an der Südseite des 2.076 m hohen Schneebergs ins Mürztal, nahe dem Wiener Neustädter Becken, mündet.

Hier ein Blick auf den Schneeberg:



Nach einer Flugzeit von ungefähr 1:20 Stunden erreichten wir alle wieder LHFM. Der Abend dieses eindrucksvollen Tages klang im Flughafenrestaurant aus, wo es einen Filmvortrag über meine USA Reise gab und Holger eindrucksvolle Bilder, Geschichten und Anekdoten von seinen beiden Frankreichreisen zum Besten gab.

Die Sonne war schon lange untergegangen, als ich schließlich erschöpft kurz vor Mitternacht ins Bett fiel.



Liebe Grüße, -- Chris.

P.S.: Fortsetzung folgt.

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Monday, June 8th 2015, 4:06pm

Übrigens, wer mehr Fotos als die im Bericht gezeigten sehen will, kann dies hier tun.

LG, -- Chris.

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Bastian

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74

Tuesday, June 9th 2015, 9:52am

Huhu!
Besten Dank allen Postern für´s "uns teilhaben lassen"
Was für eine schöne Gegend! Und so viel davon!
Gruss
Bastian

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Tuesday, June 9th 2015, 3:36pm

3. Tag, Samstag

Nachdem die beiden ersten Tage wirklich tolles Fliegen und nette, kameradschaftliche Atmosphäre gebracht hatten, war ich relativ zuversichtlich, dass auch der Samstag gut vonstatten gehen würde. An diesem Tag waren die Flugwettbewerbe vorgesehen, und zwar ein Zielabwurfwettbewerb und ein Ziellandewettbewerb.

Wie die beiden anderen Tage auch, begann der Samstag mit einem Pilotenbriefing, in dem die Regeln und speziellen Verfahren erläutert wurden. Nur falls es jemanden -- zwecks Nachahmung -- interessieren sollte, hier sind die Regeln und Verfahren:

Das Bild zeigt den Blick in Startrichtung der Graspiste 16. Rechts entlang der Piste waren drei aufblasbare Babyschwimmbecken platziert, das waren die Abwurfziele. Auf der Graspiste 16 selbst waren durch weißen Kalk (Fußballfeldmarkierungen) 5 Felder aufgezeichnet, die jeweils 10 Meter lang (in Pistenrichtung gemessen) waren.



Gestartet wurde auf der Asphaltpiste 16 -- jeweils immer Pilot mit Passagier. Der erste Überflug der Graspiste 16 diente zum Abwerfen der drei Sandsäcke (jeweils ca. 0,25 kg schwer). Dabei musste der Pilot in einer Mindesthöhe von 30 Fuß (10 Meter) über die Schwimmbecken fliegen, während der Passagier die Sandsäcke abwarf. Ein Treffer in das Pool zählte 10 Punkte. Für jeden Meter außerhalb wurde ein Punkt abgezogen. Weiter als 10 Meter daneben ergab Null Punkte.

Hier sieht man Willi mit Bombardier Eva, die stolz die Sandsäcke zeigt. Robi erteilt noch letzte Anweisungen vor dem Start.



Beim nächsten Anflug auf der 16 musste der Queranflug über einem definierten Punkt begonnen werden und noch vor Beginn des Endanfluges das Gas auf Leerlauf gesetzt sein -- und bleiben. Der Endanflug erfolgte also in einer vom Piloten gewählten Höhe, vollkommen im Gleitflug. Ziel war, möglichst in der ersten auf der Piste aufgemalten Box mit dem Hauptfahrwerk aufzusetzen. Eine Bodenberührung davor ergab Null Punkte. Ein Aufsetzen in der ersten Box 5 Punkte, in der 2. Box 4, dann 3, 2 und schließlich einen Punkt für das Aufsetzen in der 5. Box. Eine Landung dahinter zählte wieder Null Punkte. Nach dem ersten Landeversuch sofortiges Durchstarten und ein zweiter Versuch. Der bessere der beiden Versuch kam zur Wertung.

Das Bild zeigt Team Leo und Lois im Gleitflug auf die erste Box.



Als Crew benötigt man je einen Beobachter mit Maßband (oder geeichter Schrittweite) an jedem Pool und einen Koordinator, der die Ergebnisse sammelt und die Sandsäcke an den jeweils nächsten Teilnehmer übergibt.

Nach dem Briefing gab es noch ca. 2 Stunden Zeit zur freien Verwendung. Die meisten Piloten benützten sie jedoch, Ziellandungen zu üben. Diejenigen, die fleißig geübt hatten, erzielten im Schnitt die besten Ergebnisse.

Zunächst meldeten sich nur spärlich Teilnehmer für den Wettbewerb, da die Angst vor Enttäuschung und Blamage zu groß war. Nach den ersten paar Flügen war aber sofort klar, dass der Spass hier im Vordergrund stand und sich sicherlich keiner blamieren würde. Dann sprangen noch einige Piloten in ihre Gyros und reihten sich in die Startliste ein.

Der Turm in LHFM ist ungefähr 10 Meter hoch; deshalb gab ich vor, dass der Überflug beim Zielabwurf in "Turmhöhe" geflogen werden muss. Schon nach dem ersten Teilnehmer wurden die Türme aber immer niedriger, bis jemand auch in nur 2 Meter über die Swimminpools rauschte. Dass diese Taktik die Zielgenauigkeit deutlich erhöht hätte, konnte ich aus dem Ergebnis aber nicht ablesen.

Bei der Ziellandung zeigte sich schnell, wer die Stunden davor zum Üben genutzt hatte. Oft wurde beim ersten Mal zu früh aufgesetzt und beim zweiten Mal dann zu weit. Die Bedingungen waren aber wegen des wechselnden Windes und unberechenbarer Thermik schwierig.

Nach der Siegerehrung -- es gab Urkunden jeweils für den 1., 2. und 3. Platz für Ziellandung und Zielabwurf sowie eine große Trophäe für den Piloten mit der höchsten Gesamtpunkteanzahl -- klang der Tag bei deftigem ungarischem Gulyasch und Bier as.

Was ist nun das Resüme des Veranstalters? Rundum betrachtet hatte ich den Eindruck, dass die Teilnehmer viel Spaß hatten und die Ausflüge sowie Wettbewerbe interessant fanden. In den Zwischenzeiten und davor/danach gab es viele Diskussionen und Plaudereien auf der Terasse. Bei den Ausflügen und an den Wettbewerben nahmen jeweils 10 Tragschrauber teil, was eine angenehme und gut überschaubare Anzahl ist. Viele Tragschrauberpiloten scheuen sich, die unmittelbar bekannte Umgebung des Flugplatzes zu verlassen. Deshalb waren für etliche die beiden Ausflüge ein schönes Erlebnis. Hoffentlich konnte es dazu beitragen, dass das Erlebnis eines Überlandfluges öfter auf der Speisekarte heimischer Gyronauten zu finden sein wird. Der Zielabwurf- und -landewettbewerb fordert fliegerisches Geschick, das man beim normalen Spazierenfliegen sonst nicht trainiert. Vielleicht konnte so der eine oder andere Pilot im Ehrgeiz angestachelt werden, dass solche Übungen in die tägliche Flugroutine eingebaut werden.

Für mich waren es drei wirklich schöne Flugtage, obwohl ich manchmal so ins Schwitzen kam, dass ich den Apfelsaft nicht schnell genug reinschütten konnte. Was ich mir für's nächste Mal wünschen würde, sind mehr Teilnehmer aus anderen Ländern. Ich fand es schade, dass aus dem Süddeutschen Raum nur ein einziger Tragschrauber teilnahm, während aus Frankreich 6 Piloten dabei waren.

Liebe Grüße, -- Chris.

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mafli

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Tuesday, June 9th 2015, 4:37pm

Hallo Chris,

vielen lieben Dank für Deine tollen Fotos und Berichte sowie den tollen Event, den Du akribisch geplant und möglich gemacht hast! Damit hast Du die Gyro Szene um eine Attraktion bereichert.

An dem Wochenende war ich mit der DA20 unterwegs und erstaunt, dass das Flugbeschränkungsgebiet Elmau bis ganz nach Augsburg reicht. Vielleicht war dies einer der Gründe, warum wenige Teilnehmer aus dem Süddeutschen Raum zugegen waren.

Viele Grüße

Matthias

buza1

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77

Tuesday, June 9th 2015, 9:05pm

hi Chris,



auch von mir herzlich dank für die gesamthafte schöne Darstellung dieses Events. leider konnte ich ja nur freitag teilnehmen, aber es war wirklich top, und dem erfolgreichen (Chris) ist eben auch das wetter hold. hoffe auf einen weiteren Event 2016. da hoffe ich dan auf einen flug zum Plattensee.

als netten zufall haben sich unsere wege ja auch noch sonntag mittag kurz in der luft gekreuzt (du im gyro,ich in der katana....)



nochmals vielen herzlichen dank für deine mühe. ich denke, die Freude der Teilnehmer ist dir sicher reichlicher dank



lg

Fritz



ns: nur das mit der Formation müssen wir noch üben......

hier klaffen Theorie und Praxis doch ganz augenscheinlich auseinander ......

skyride

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78

Friday, June 12th 2015, 8:12pm

Wo war Angelo?

Also, sehr hätte ich mich gefreut, wenn ich Angelo getroffen hätte.
Mitarbeiter des Flugplatzes zeigten mir seine eingehüllte Maschine, die wohl schon länger nicht mehr geflogen wurde.
Es muß wohl ein wichtiger Grund vorgelegen haben, kein Zeitfenster für ein so schönes Event am eigenen Standort zu haben.
Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr, wenn Chris wieder ruft.(was ich hoffe)
Während ich diese Zeilen schreibe, zirkulieren die schönen Erinnerungen im Kopfe, die unvergesslich sind.
Es war eine in sich geschloßene, heile Welt, wo man mit jedem reden konnte, als hätte man ihn schon immer gekannt.
Unser Hobby ist grenz- und sprachbarieren-überschreitend.
Das Team aus Paris (Gyro Tandem, Ul-Hochdecker Storch, 2 Trikes und Begleitfahrzeug) bereicherte
unseren Erfahrungsaustausch.
Spontan gefragt, bin ich (falls Chris wieder eine Idee! hat) im Wiederholungsfall dabei, weil es ein Erlebnis erster Güte war.
Bis heute frage ich mich, warum der Mut zum Kommen weiterer aktiver Gyrofreunde fehlte?
Es wurden Brücken gebaut, um sich in LOLG zu treffen (wenn jemand noch unsicher ist, einen Flugplan aufzugeben) und schon jetzt kann sich jeder mit uns in Verbindung setzen, dieses bequem zu erlernen.
Transponder und englische Funkkenntnisse müssen vorhanden sein, um sinnlose Umwege zu vermeiden.

Ein schönes Wochenende

Konrad

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troed (14.06.2015)

buza1

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79

Saturday, June 13th 2015, 9:37am

liebe freunde,



weil wir im Vorfeld die Diskussion hatte, dass acg im Ausland keine rampchecks machen kann:



gestern waren Organe der austrocontrol in LHFM und haben genau diese gemacht.

die Rechtsgrundlage kenn ich nicht, aber sie waren de facto dort. und das sicher nicht ohne Zustimmung der ungarischen Aufsichtsbehörde.



dies nur zu eurer info.



also schön brav alle Vorschriften erfüllen ;-) LPC und dergl. sch.....



lg

fritzg



lg

fritz

AUSSIE

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80

Saturday, June 13th 2015, 10:13am

Hallo Fritz,

LPC????

Welchen von diesen meinst du denn oder meinst du ganz was anderes ???:

LPC Low Pressure Compressor Niederdruck-Verdichter
LPC Line Proficiency Check Überprüfung der Befähigung für den Liniendienst
LPC Less Paper in the Cockpit Concept Weniger-Papier-im-Cockpit-Konzept (Airbus)
LPC Luftfahrt-Presse-Club

Cheers,

AUSSIE


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