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Friday, January 15th 2016, 9:51pm

Kurzstartverfahren

In den üblichen Handbüchern steht über das Kurzstartverfahren eigentlich nur, dass man so hoch wie möglich vorrotieren soll, ansonsten erfolgt der Start ganz normal. Wie ich experimentell belegen konnte, spielt die Höhe der Vorrotation eigentlich keine Rolle. Das heißt, dass alles was über 200 U/min vorrotiert wird, die Startstrecke nicht verkürzt. Es gibt natürlich einen Grund, warum das so ist, aber das ist jetzt nicht das Thema hier. Die Frage, ist: was kann man tun, wenn man die absolut kürzeste Startstrecke braucht?

Vorweg bitte gleich einmal eine Warnung: wer das hier beschriebene Verfahren noch nicht mit einem Fluglehrer geübt hat, sollte unbedingt die Finger davon lassen. Es besteht sonst die große Gefahr, dass der Rotor zu schlagen beginnt und der Gyro umkippt.

In meinem ArrowCopter bringt das in Folge beschriebene Verfahren eine Verkürzung der Startrollstrecke von 12% und eine Verkürzung der Startstrecke über ein 15m hohes Hindernis um 7%. Das mach schon einige Meter aus und kann in brenzligen Situationen über Start oder nicht Start entscheiden.

Wie also geht es? Nochmal: bitte nicht selbst versuchen sonder vom Fluglehrer zeigen lassen!

1) So hoch wie möglich vorrotieren. Bei diesem Startverfahren ist es wichtig, auf mindestens 220 U/min vorzurotieren; je höher desto besser.

2) Vollgas geben, aber den Knüppel ganz vorne lassen. Das ist der große Unterschied zum normalen Start, wo der Knüppel an den hinteren Anschlag kommt.

3) Der Gyro beschleunigt wie eine Rakete, aber die Rotordrehzahl nimmt dabei ab! Deswegen immer ein Auge auf die Rotordrehzahl, denn die darf nicht unter 200 U/min sinken! Sollte sie das dennoch tun, muss der Start abgebrochen werden.

4) Sobald eine Geschwindigkeit von ca. 10-15 km/h unter Vx erreicht ist (bei mir sind das etwa 65-70 km/h), den Knüppel bestimmt aber nicht ruckartig zurücknehmen. Diese Bewegung dauert ca. 1-2 Sekunden.

5) Der Gyro hebt die Nase und hebt auch sofort ab. Der Pitchwinkel muss so gewählt werden, dass Vx erreicht und nicht unterschritten wird. Bei mir sind das um die 25° Neigung um die Querachse.

6) Sobald das Hindernis überflogen ist, die Nase leicht senken und auf Vy beschleunigen.

LG, -- Chris.

callidus

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2

Saturday, January 16th 2016, 3:10pm

Im Autogyro Betriebshandbuch steht ausdrücklich:

Ein Startlauf mit
flachem Rotor kann tödlich enden.


Ich weiß nicht, ob es sehr sinnvoll ist so einen Vorschlag zu bringen, der eigentlich nicht zum sicheren Führen des Gyros gehört.
Meines Erachtens sollte man deinen Vorschlag auch nicht mit einem Fluglehrer üben, da er grundsätzlich falsche Verhaltensweisen beinhaltet.
Ich halte persönlich auch nichts davon, solche "Grenzerfahrungen" zu erproben. :thumbdown:



LG Calli
************
LG von Calli

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Flugsaurier (22.01.2016)

skyride

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3

Saturday, January 16th 2016, 4:13pm

Hi Chris,
ein "heißes" Eisen, daß Du da im kalten Winter verlauten läßt!
Hoffentlich macht dies keiner heute nach.
Laßt uns darüber erst einmal diskutieren.....

LG Konrad

Schlagschrauber

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4

Monday, January 18th 2016, 12:41am

Hi!

Also das mit "tödlich" steht auch auf jeder Zigarettenpackung ... und trotzdem rauchen Viele mit Genuss, vor allem die Raucher (*)!

Und mit eigenen Augen konnte ich zusehen, wie ein ELA mit flachem Rotor total geschrottet wurde, auf Videos habe ich es mindestens zehnmal gesehen! Mithin ein "Klassiker"! :blackeye:

Ich zweifle keinen Moment an der Richtigkeit von Chris' Erkenntnissen, aber bei jeder Gelegenheit, bei denen ich sichere kurze Starts gebraucht habe, ging es von unbefestigten Startbahnen los, oft bei großer Dichtehöhe, von einer Grasnarbe mit Kaninchenlöchern, Maulwurfshügeln, Geländewellen, Regenpfützen, weichem Boden, tiefem Gras, ... aus, einmal mit einer zu einer Seite hin abhängenden Bahn (Hautefaye, Dordogne), manchmal auch noch mit unbeaufsichtigtem Weidevieh (wie auf der "Bullshit Runway" in Costa Rica).
Selbst bei meinem Heimatplatz führt ein als Spazier- und Radweg beliebter Feldweg nach etwa 100 Metern quer über die Startbahn! Augen auf!

Damit will ich sagen, dass ich ab dem Moment, in dem der Rotor seine > 220 RPM hat, der Motor volle Leistung bringt und ich die Bremsen gelöst habe, die Augen nur noch nach Außen richte und den Rest - Stick fast am hinteren Anschlag - "nach Gefühl" mache, bis ich in vom Boden abgehoben habe. Kein Blick auf Drehzahlmesser & Co.! Mein Ehrgeiz ist dabei, in Strassham immer schon vor dem Feldweg in der Luft zu sein oder die Landung vorher beendet zu haben. Keine große Kunst mit einem Gyrocopter, aber dennoch eine gute Übung für den Ernstfall!

Aus diesem Grund werde ich mich weiterhin an das in meinem Betriebshandbuch veröffentlichte Kurzstart Verfahren halten, das für den Extremfall sogar vorsieht (Vorsicht! Vermutlich ist das ein GyroTec DF-02 Spezifikum!), den Prärotator kraftschlüssig bis knapp vor dem Abheben aktiv zu lassen! Hab ich erst einmal gebraucht!

Wie dem auch sei: im Zweifelsfall: bleiben lassen, und auf eine bessere Gelegenheit warten ( weniger Abflugmasse(!), mehr Gegenwind, trockenere Bahn, Hindernisfreiheit (z.B.: Weidevieh) sicherstellen, meinetwegen auch ein erfahrenerer Pilot, ... )!


Servus, Holger

(*) Kennt ihr den alten Karl Valentin / Lisl Karlstadt - Sketch?


Ja, aber nur für die Raucher! (Original: Karl Valentin und Lisl Karlstadt als Doktor und Professor)


Also ich bin der Meinung, das Rauchen müsste überhaupt abgeschafft werden.
Ja, aber nur für die Raucher ...
Ja wieso nur für die Raucher?
Ja selbstverständlich nur für die Raucher, den Nichtrauchern muss man das Rauchen ja nicht verbieten, die rauchen ja sowieso nicht ...
Ja aber dann macht es ihnen ja auch nichts aus, wenn man ihnen das Rauchen verbietet. Verbieten kann man ja nur etwas was man nicht tun darf!
Ja, etwas Unerlaubtes!
Du, du meinst also, man sollte das Rauchen nur denen verbieten die Raucher sind und den Nichtrauchern soll man das rauchen erlauben?
Ja denn die Nichtraucher verzichten ja freiwillig auf das Rauchen, auch wenn es ihnen erlaubt ist, ihnen genügt ja der Rauch den sie unfreiwillig von den Rauchern mit einatmen müssen ...
Des is jetz aber wieder sehr unlogisch denn nehmen wir einmal an, das Rauchen wäre für alle Raucher verboten, dann würde ja auch der Rauch wegfallen den die Nichtraucher jetzt noch mit einatmen müssen, der nach deiner Darstellung den Nichtrauchern völlig genügt wer weiß denn ob sie dann nicht Lust hätten zu rauchen
Ja das, das kann schon sein, ich hatte auch schon einmal Lust gehabt zu Rauchen, und hab mir sofort Zündhölzer besorgt, aber leider haben mir dann die Zigaretten gefehlt.
Ja das is aber sehr interessant, aber ich glaube das hat mit unserem Thema hier nix zu tun ...
Was ?? Wenn ich mich nicht irre, dann sprechen wir vom Rauchen, und wer könnte wohl behaupten das Zigaretten und Zündhölzer haben nichts mit dem Rauchen zu tun?
Ja sicher haben Zigaretten und Zündhölzer mit dem Rauchen etwas zu tun, aber wir sprechen in erster Linie davon, dass man das Rauchen verbieten müsste.
Ja aber nur für die Raucher!
Jetzt sind wir wieder da wo wir angefangen haben!
Ja, bei den Zündhölzern.
Nein, beim Verbieten des Rauchens - Die Zündhölzer haben damit nichts zu tun.
Jetzt sprichst du wieder genau umgekehrt... gerade hast du gesagt, dass Zigaretten und Zündhölzer mit dem Rauchen etwas zu tun haben!
Nein, du, du verstehst mich nicht - ich meine das Rauchen müsste verboten würde, die Zündhölzer kann man nicht verbieten, das wäre natürlich ganz einfach, denn dann könnte sowieso keiner Rauchen
Das is jetz wieder reiner Mist - ich hab dir doch vorhin erzählt, dass ich einmal rauchen wollte, und nicht gekonnt hab, trotzdem ich eine ganze Schachtel Zündhölzer dabei g'habt hab!
Ja, aber du hast doch keine Zigaretten gehabt, drum glaub ich man müsste nicht das Rauchen verbieten, sondern die Zigaretten.
Dann würden sich doch in kürzester Zeit alle Zigarettenraucher umstellen und nurnoch Zigarren, Pfeifen und Virginias rauchen. Der Qualm wäre bestimmt der gleiche, wenn nicht schlimmer.
Ja da hast du Recht ... Also auch eine Dampfmaschine oder einen Fabrikschlot ?!
Nein, natürlich nicht, oder hast du schonmal einen gesehen, der eine Dampfmaschine oder einen Fabrikschlot raucht?!
Ja vielleicht ein Angeber?!
Nein, du machst nur immer dumme Witze und lenkst vom Thema ab. Man müsste alles verbieten was man rauchen kann, und was raucht.
Ja da müssten ja auch die Raucher verboten werden?!
Einen Raucher kann man doch nicht rauchen ...
Ja aber er raucht!
Ja aber nicht wenn das Rauchen verboten ist.
Aber nur für die Raucher!
Nein, für alle Menschen! Denn wenn man den Rauchern nur das Rauchen verbieten würde dann wäre es ja den Nichtrauchern erlaubt, die Raucher wären durch das Rauchverbot alle zu Nichtrauchern geworden, und als Nichtraucher wäre ihnen jetzt das Rauchen wieder erlaubt, und sie könnten wieder Rauchen wie vorher ?! Deshalb müsste man das Rauchen allen Menschen verbieten, auch den Nichtrauchern!
Ja das stimmt nicht ganz... Ich glaube, das es völlig genügt, das Rauchen das Rauchen zu verbieten und das Nichtrauchern das Rauchen zu erlauben ...
Denn wenn ein Raucher durch das Rauchverbot für Raucher zu einem Nichtraucher werden würde, und nun die Erlaubnis des Rauchens für Nichtraucher dazu missbrauchen würde um nun erlaubterweise zu Rauchen, wäre er ja in diesem Moment, wo er sich als Nichtraucher erlaubterweise eine Zigarette anzünden würde, wieder ein Raucher, und als Raucher wäre ihm das rauchen aber untersagt!
Achso ... Achso is des ...Tschuldigung ...


"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Dr.Gyro-A

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5

Monday, January 18th 2016, 9:52pm

an der in die falsche richtung gelaufenen entwicklung der heutigen gyros sieht man deutlich dass "echte piloten" das system gyro leider nicht verstanden haben

Muckylixx

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6

Tuesday, January 19th 2016, 8:16am

Hallo Chris
Dein Kurzstartverfahren klingt plausibel, allerdings ist das auch ein Spiel mit einem sehr heißen Eisen, ohne Handschuhe und Zange...
Meines Erachtens klappt das nur unter Ideabedingungen und ein kleiner Abweicher, Reaktionszeit, Seitenwind usw. würde einen Unfall bedeuten. Also... das Risiko steht nicht im Verhältniss zum möglichen Gewinn. Meine Meinung!!!
Dennoch Chris meine Hochachtung an dich das du dein Popometer mitlerweile so fein kalibriert bekommen hast... mit steigener Erfahrung auf dem Gerät UND ständiger Übung lernt man wann sein Gerät was machen will und kann... und wann nicht. Also meine lieben Mitleser laßt euch von einem erfahrenen Fluglehrer an alles ranführen was ihr noch nicht aus dem Eff Eff könnt oder gar kennt!
Stichwort: Fortgeschrittenen Training! Also ich wär dabei, macht schließlich reichlich Spaß und was lernen tut man immer... auch der Fluglehrer...
Bis denn
Maurice
Ohne_Titel_1

skyride

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7

Tuesday, January 19th 2016, 6:47pm

Hi Maurice,

es klingt plausibel, ist es aber nicht.
Ich würde niemals die (wahrscheinlich positiven und gutmütigen) Eigenschaften des Arrowcopter auf jeglichen anderen Tragschrauber 1:1 übertragen.
Daher würde ich hier etwas aufpassen.

LG Konrad

an Dr.Gyro:
Es ist meiner Meinung nicht so, daß die Entwicklung in die falsche Richtung gelaufen ist.
Wenn ich heute bei minus 10Grad einen Rundflug in normaler Bekleidung in einer geschloßenen Kanzel mit Heizung genußvoll machen kann, während dein Rohrgestell mit erwartetem Eisansatz und Vermummung bis zur Unbeweglichkeit bei mir keine Motivation des Fliegens auslösen würde, ist das deine Sache.
Ich denke, Du fliegst jetzt eher nicht.
Du hast einen Schönwetter-Flieger, was ok ist.
Aber was machst Du jetzt?

LG Konrad

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gernotti (19.01.2016)

Rapunzel

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8

Tuesday, January 19th 2016, 9:51pm

Hi Chris,
Da muss ich Calli zustimmen ,der größte Unfallfaktor egal ob Automobil oder Fluggerät ist und bleibt immer
der Mensch , da es immer wieder welche gibt die über die Betriebsgrenzen hinausgehen.
Ich weis Du bist Profi, aber mal ehrlich 70% der Hobbyluftsportler und da bin ich auch dabei müssen erst mal überlegen ,wenn sie nach ca 6 Wochen Flugpause wieder mal im Gerät sitzen für was der Knopf und der Schalter gut sind. Die 70 % erreichen bereits schon beim Genussvollen fliegen die maximale Endorphin Ausschüttung , und die haben auch keinen Bock irgend welche Grenzen
auszuloten.Lass den Schabernack ,denn bei einer sorgfältigen Flugvorbereitung braucht man sowas eh nicht.
Es sind schon zu viele Profis ( Andy Tille usw von uns gegangen.
MfG Rapunzel

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9

Wednesday, January 20th 2016, 9:23am

Hallo ihr Lieben,

ich untersuche das Startverhalten in Gyros hauptsächlich aus wissenschaftlichem Interesse und nicht als Vorbild zum Nachahmen. Ich habe beobachtet, dass die Rotordrehzahl bei diesem Verfahren während des Startlaufes um 30 U/min abfällt. Rotiert man auf 240 U/min vor, gibt es von dieser Seite her kein Problem. Das beschriebene Verfahren bringt, wie gesagt, 12% bei der Startrollstrecke und 7% bei der Startstrecke über ein 15 m Hindernis. Wenn's mal so knapp wird, sollte man vielleicht besser am Boden bleiben.

Für Gyrokonstrukteure sind hier aber ein paar wichtige Lektionen drin. Ein Prärotator muss nicht mehr als satte 200 U/min können. Alles darüber bringt außer Gewicht und Materialbelastung nichts. Damit ein Tragschrauber die kürzest mögliche Startstrecke hat, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein. Es sollte...

  1. ...der Prärotator während des Startlaufes eingekuppelt bleiben können, d.h. auch bei gezogenem Knüppel funktionieren. Bei Prärotatoren mit flexibler Welle ist das möglich. Das würde eine deutliche Verkürzung der Startstrecke bringen.

  2. ...Vx und die notwendige Rotordrehzahl gleichzeitig erreicht werden. Derzeit kommt meistens das Bugrad zuerst hoch, und man muss den Knüppel nach vorn nehmen, um es nicht zu weit steigen zu lassen. Dadurch wird aber auch die Rotorebene nach vorn gekippt, was der Rotorbeschleunigung nicht zugute kommt. Liegt mehr Last am Bugrad (das Hauptfahrwerk sollte dazu etwas nach hinten versetzt werden), lässt sich das vermeiden.


LG, -- Chris

Dr.Gyro-A

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10

Wednesday, January 20th 2016, 4:09pm

bitte bitte nicht mit magni's versuchen, da diese beim abheben des vorderrades um 90grad abbiegen (startlauf mit eingekoppeltem prerotator) das könnte gefährlich werden.

Gyronaut

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11

Wednesday, January 20th 2016, 7:34pm

…also ich hatte das mal mit meinem M16 probiert und werde es nie mehr machen – geschweige empfehlen. Das praktische Problem ist nämlich den Stick wirklich mittig nach hinten zu nehmen. Das war bei mir wohl nicht exakt der Fall. Man hat beim Einleiten kein Gegendruck und so auch kein Gefühl. Naja, die Folge war, dass ich kurz vom Umkippen war (bei voller Drehzahl).
Stefan

Man kann die Natur nur dadurch beherrschen, indem man sich ihren Gesetzen unterwirft.
Francis Bacon

skyride

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12

Wednesday, January 20th 2016, 8:29pm

Gebe Dr. Gyro und Stefan recht!

Wie schon erwähnt, muß die erfolgreiche Anwendung beim ArrowCopter keinesfalls für andere Hersteller gültig sein.
12% Startstreckenverkürzung klingt theoretisch gut, aber soll ich vorher per Fuß wie Niki Lauda am Nürburgring vor dem Rennen, meine Schritte am Flugfeld abzählen und Markierungen anbringen, die theoretische Möglichkeit (geht oder geht nicht) mit Fähnchen sichtbar zu machen und eine sichere Abwägung zu treffen?

Hilfreiche Kommentare erwünscht.....

LG Konrad

LG Konrad

Bastian

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13

Thursday, January 21st 2016, 8:11am

Guten Morgen,

wozu eigentlich das Ganze?!
Bei einer Startpiste/Randbedingungen, die derart knapp sind, dass ich auf wenige Prozentpunkte Einsparung angewiesen bin, nehme ich lieber die Strassenbahn. Klar, es ist interessant, wenn ein Profi dies mal wissenschaftlich beleuchtet (Danke, Chris), aber nachahmen, ausprobieren....?.....Nein Danke.
Bin ich dort reingelandet, habe ich den ersten Fehler bereits begangen.
Meine Meinung.
Gruss
Bastian

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Rapunzel (21.01.2016)

Groucho

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Thursday, January 21st 2016, 10:25am

Sicher sollte man sich freiwillig nicht in Situationen begeben, aus denen man hinterher schwer rauskommt. Das fällt auch unter den Begriff Verantwortung.
Allerdings kann ich mir Situationen vorstellen, die man selbst nicht direkt verschuldet hat und bei denen es eben knapp wird.
Beispielsweise Wiederstart nach einer Sicherheitslandung in schwierigem Gelände. Unerwartete Temperaturerhöhung um einige Grad, bspw. zwischen morgens und abends. Mehr Gewicht. Schmutz auf den Blättern (Prop und Rotor) nach der Landung. Hinter dem Platz wurde ein Hindernis aufgebaut oder auf der Bahn stehen Tiere, die Startrichtung hat sich gedreht und erfolgt auf der ungünstigeren Bahn bergauf. Oder mehrere Dinge auf einmal. Sicher, man kann die Kiste dann stehen lassen, vorausgesetzt, man ist sich des Problems bewusst und steckt dann nicht selbst in einer gefährlichen Situation (bspw. 200km weitab der Zivilisation).

Grundsätzlich halte ich es für wichtig, sich über Kurzstartverfahren im Klaren zu sein, ohne sich jetzt auf das doch recht extreme von oben einzulassen. Wir alle wissen, daß Shit happens nicht nur eine Redensart ist, sondern auch tatsächtlich passiert und wie bei der Notlandung ein paar Höhenmeter mehr können auch ein paar Meter weniger Startrollstrecke im Ernstfall lebensrettend sein.
Daher gefällt mir die Diskussion durchaus.

Meine paar cts.

Oliver

Bastian

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15

Thursday, January 21st 2016, 10:36am

:think:
"Hinter dem Platz wurde ein Hindernis aufgebaut oder auf der Bahn stehen Tiere..."

(Ironie-Modus-on)




Oh ja. Das passiert öfter mal. Da sind Kurzstartverfahren essentiell!!





(Ironie-Modus-off)

Groucho

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16

Thursday, January 21st 2016, 11:05am

(Ironie-Modus-on)
...
(Ironie-Modus-off)
War klar, daß jemand sich ein Beispiel gezielt rauszieht :rolleyes:
Bei uns am Platz wird die Bahn übrigens desöfteren an Autofreaks vermietet, die dann einen Teil davon als Übungsstrecke benutzen. Gehört zum finanziellen Konzept des Betreibers und wenn es den Erhalt des Flugplatzes sichert, soll es mir recht sein.
Worauf ich eigentlich raus wollte: Es gibt Dutzende Möglichkeiten, warum nicht die volle Bahnstrecke zur Verfügung stehen könnte und bei denen die Fähigkeit zum Kurzstart wichtig wäre.

Oliver

Bastian

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17

Thursday, January 21st 2016, 11:44am

Verzeih, ich konnte nicht anders.
Das mit den Tieren war schon Hanebüchen, das musst Du zugeben. ("D-MXX, bitte leiten Sie Kurzstartverfahren ein, es stehen Rehe/Zebras/Hühner auf der Piste")
Erlebt habe ich das auch schon. Aber dafür gibt es Flugplatz-Cafes (für die Geduldigen) oder Schrotflinten für die anderen.
Es gibt nur einen Grund für (zivile) Kurzstarts: Spass an der Freude! Sollte es Notwendig sein, muss man es bleiben lassen. Oder wir sind wieder einmal "völlig Fassungslos, wie dies und das passieren konnte.....er war doch soooo ein erfahrener Pilot.....usw......"

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18

Thursday, January 21st 2016, 12:47pm

Es gibt nur einen Grund für (zivile) Kurzstarts: Spass an der Freude.


Kurzstartverfahren sind mehr als bloß übermütiges Austoben. Es kann durchaus notwendig sein, den Sicherheitsspelraum, den eine Piste vielleicht noch bietet, nicht völlig zu verspielen und lieber alles zu unternehmen, um möglichst rasch in der Luft zu sein. Es könnte sein, dass man alleine landet und zu zweit starten will. Oder man hat vollgetankt, dabei aber nicht auf das Gewicht geschaut. Ich bin schon mal auf einem Platz im Sommer frühmorgens gelandet und wollte bei Mittagshitze wieder starten. Oder man landet auf einer Graspiste, die nur halb so gut ist wie notwendig und das auch nur auf der Hälfte ihrer Länge. Nach Regen ist das nicht ungewöhnlich.

Wer viel fliegt, erlebt viel. Und natürlich kann man dann "abschnallen" und heimgehen. Aber von Vorteil ist es dann schon, ein Kurzstartverfahren zu beherrschen (nicht notwendigerweise das hier beschriebene). Ich möchte meinen Gyro so gut wie nur möglich beherrschen. Dazu gehört auch ein Kurzstartverfahren. Diesem Ziel so nahe wie möglich zu kommen motiviert mich zu fliegen. Klar, ich kann auch immer nur geradeaus und auf Asphaltpisten mit mindestens 500 m Pistenlänge landen....

-- Chris.

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Groucho (21.01.2016)

Bastian

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19

Thursday, January 21st 2016, 12:58pm

Ja, Chris.
Im Grunde bestätigst Du, was ich geschrieben habe: Aus Spass an der Freude/Um den Gyro zu beherrschen. Gehört zusammen, finde ich.
Aber bestimmt nicht weil ein Rudel Löwen vor Dir rumläuft........die Blätter verschmutzt sind..........Porsche die Piste kreuzen oder was da noch so alles aufgelistet wurde.
Soll doch jeder machen, was er will. Aber wenn bei solch unnötigen und risikosteigernden Verfahren etwas passiert........dann hoffentlich nur dem Piloten und nicht auch noch unbeteiligten. (zB. dem Übergewichtigen, der sich vertrauensvoll aber für den Piloten völlig unerwartet auf den Sozius quetscht.)

Groucho

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20

Thursday, January 21st 2016, 2:03pm

Chris hat im Grunde genau das gesagt, was mir beim Thema im Kopf herumspukt.
Es geht nicht um Grenzen ausloten und Risiken in Kauf nehmen, sondern darum, wenn es darauf ankommt, mehr Spielraum zu haben.
Schönwetterfälle, bei denen optimale Bedingungen für Start und Landung herrschen, kann jeder.
Für die anderen Fälle ist es gut, wenn die Bandbreite der Fähigkeiten groß ist und mehr Flexibilität für sicheren Betrieb erlaubt.
Das gilt genau so bei der Landung. Beispielsweise erinnere ich mich an einen Landeanflug im Endteil, bei dem ein Flugschüler den Hintern doch nicht von der Piste bekommen hat. Die Flugleitung riet zu einer kurzen Landung und ich hatte die Option, durchzustarten, oder kurz zu landen. Ich habe mich dann für Letzteres entschieden, weil ich die Maschine gut genug berherrscht habe, um das sauber hinzubekommen. Beim Durchstarten wäre ich eventuell mit dem doch startenden Flugschüler kollidiert. Ohne die kurze Landung hätte ich nur eine Option gehabt mit dem eben erwähnten Risiko.

Wenn ich am Startpunkt mit drehenden Rotoren stehe und ich sehe kurz vor Start einen schwer wiegenden Grund für einen Kurzstart, habe ich einfach mehr Optionen in der Hand.

Mehr Optionen, mehr Sicherheit.

Oliver


www.tragschrauber.at/

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