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Rick

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1

Friday, October 25th 2013, 6:39pm

Vereisungsgefahr

Jetzt, wo es wieder Richtung Winter geht, würde ich gerne das Thema Vergaservereisung ansprechen. Die meisten von uns wissen, dass von ca. +15°C bis -5°C bei hoher Luftfeuchtigkeit dieses Phänomen auftreten kann. Gerade im November und Dezember, wo erfahrungsgemäß hohe Luftfeuchtigkeit bei kühlen bzw kalten Temperaturen herrscht.
Manche Gyros, vor allem die offenen, sind da angeblich besonders anfällig.
Meine Fragen an Euch:
Wie hoch schätzt ihr die Gefahr von Vergaservereisung ein?
Sind Gyros mit geschlossener Motorverkleidung weniger gefährdet als die "offenen" (Rotaxe)?
Mir wurde in der Ausbildung beigebracht, dass der "Spread" (Unterschied zwischen tatsächlicher Temperatur und Taupunkt) mindestens 3°C betragen sollte, bevor man starten kann bzw. sollte. Da in 2000 Fuß die Temperatur etwa 7° kühler ist, und die relative Luftfeuchtigkeit wahrscheinlich höher ist, weiß ich nicht genau, was ich davon halten soll.
Hat einer von Euch schon einmal Vergaservereisung selbst erlebt? Wenn ja, wie geht man am Besten damit um? Motor ausschalten und nach Bedarf wieder versuchen zu starten? Standgas? Vollgas?
Ich kann mich erinnern, bei meiner ersten Alpentour vor etwa 20 Jahren mit einem alten Motorrad Vergaservereisung gehabt zu haben. Damals wusste ich nicht, warum das Mopped gestreikt hat, war aber erleichtert, als es 10 Minuten später wieder angesprungen ist.
In der Fliegerei bedeuten 10 Minuten Triebwerksausfall auf jeden Fall eine Außenlandung, deswegen wäre ich sehr dankbar über Feedback von den "alten Hasen" dankbar!

Vielen Dank im Voraus an Chris, Angelo & Co!

-Rick

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2

Friday, October 25th 2013, 9:06pm

Re: Vereisungsgefahr

Vergaservereisung beim Rotax 912 ist kaum möglich, da ein das Ansaugrohr nach dem Vergaser durch eine Manschette gewärmt wird. Dadurch wird sichergestellt, das das Rohr immer positive Temperaturen hat und sich kein Eis ansetzen kann. Ich hatte jedenfalls noch nie einen vereisten Vergaser damit. Beim 914 mit Turbo ist die Vereisungsgefahr ohnehin nochmal kleiner, da er die Ansaugluft ja per Turbo komprimiert und dadurch vorwärmt.

Was die Aussage betrifft, dass nur bei einer Spreizung von mind. 3°C zwischen Taupunkt und Lufttemperatur gestartet werden soll, so halte ich das für völlig überzogen. Entweder hast du eine Vergaservorwärmung, dann solltest du die jedenfalls benützen und so einer Vereisung vorbeugen. Oder du fliegst einen Rotax 912/914, dann brauchst du dich darum nicht zu kümmern. Ich bin jedenfalls bei annähernd 100% rel. Luftfeuchtigkeit und knapp über dem Gefrierpunkt oft geflogen und habe nie ein Problem gehabt.

Bei den Zweitaktmotoren müsste sie aber weiterhin gegeben sein. Da gibt's aber Berufenere als mich, dazu Stellung zu nehmen.

-- Chris.

Rick

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3

Friday, October 25th 2013, 9:48pm

Re: Vereisungsgefahr

@ Chris:

vielen Dank für Deine prompte Antwort!

Da ich weiß, dass Du lange Zeit mit dem Mto unterwegs warst und Du Dich mit Technik und Physik gut auskennst, kann ich auch im November beruhigt abheben. Thx!

Nebenbei eine kurze Frage zum Arrowcopter, wenn ich Dich schon mal dran habe:

Wird der Preiskonfigurator auf der Homepage in absehbarer Zeit funktionieren? Der Wille zum Wechseln wäre schon da, aber ich müsste schon wissen, was ich finanziell zu stemmen hätte.

Antwort gerne auch per PN.

Schöne Grüße,

Rick

Rick

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4

Friday, October 25th 2013, 10:07pm

Re: Vereisungsgefahr

Trotzdem noch die Frage:

Wenn Vergaservereisung auftreten sollte: wie ist die klügste Reaktion?

Motor aus? Standgas? Vollgas?

Ich würde nicht so genau nachfragen, wenn nicht ein Kollege es vor 2 Jahren im November gerade mit Müh- und Not zur Bahn geschafft hätte mit ca. 30% Leistung bei Vollgas...

-Rick

mafli

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Friday, October 25th 2013, 11:15pm

Re: Vereisungsgefahr

Hallo Rick,

ich fliege Fläche mit einer DA-20. Eingebaut ist ein Rotax 912.

Im letzten Herbst hatte ich einmal eine Vergaservereisung im Flug. An dem Tag war es wirklich sehr feucht und auch sehr kalt. Die Vereisung äußerte sich - wie im Lehrbuch beschrieben - durch einen sehr unrunden Motorlauf. Selbst mit dem elektronischen Headset mit Noice Cancellation war es für mich als Anfänger einwandfrei hörbar, dass etwas mit dem Motorlauf nicht stimmte. Nach dem Ziehen (Einschalten) der Vergasererwärmung war das Phänomen innerhalb von wenigen 10 Sekunden wieder gelöst. Das Power Setting habe ich hierbei beibehalten. Nachdem der Motor wieder einige Minuten rund lief, habe ich die Vorwärmung wieder etwas "reingeschoben" (zurückgenommen) und bin weitergeflogen.

Im Rahmen der ersten Landevorbereitungen wird die Vorwärmung gemäß Checkliste gezogen (eingeschaltet). Die Vorwärmung bleibt bis zum Aufsetzen gezogen (eingeschaltet) und wird erst beim Durchstaten oder abrollen auf der Piste ausgeschaltet. An dieses Procedere halte ich mich stets.

Wir sind einmal versehentlich in eine Wolke eingeflogen. In der Wolke gab es Niederschlag "en masse". Der erste Griff war auch hier, die Vorwärmung zu ziehen, damit der Motor in der Situation keinesfalls verreckt.


Es spricht nichts dagegen, die Vorwärmung zu aktivieren und auch damit zu fliegen. Es steht zwar nicht die gesamte Motorleistung zur Verfügung, aber prinzipiell schadet es nicht.

Da mir eine Vergaservereisung am 912 selbst passiert ist, gebe ich nichts auf die Behauptung, dass ein 912 nicht vereisen kann. Es ist sicherlich nur selten der Fall, aber es kann passieren.

Ob und wie schnell der Rotax vereist hängt davon ab, wo die Luft eingesaugt wird. Wenn bei geschlossenen Tragschraubern der Lufteinlass innerhalb des Motorraums erfogt und ggf. sogar hier etwas Motorabwärme ist, wird die Vereisung später erfolgen, als wenn der Motor "nackt" im Wind ist.


Ich behaupte mal, dass Du die Vereisung auch beim Tragschrauber eindeutig bemerken wirst. Im Zweifel, wenn Dir der Motor komisch vorkommt, zieh einfach die Vorwärmung. Wenn dann die Motorabnormalität nicht innerhalb von 3 Minuten besser wird, liegt das Problem woanders. ;-)


Zum Thema Spread gibt es hier eine gute Erklärung: http://www.gym-vaterstetten.de/faecher/f…Flugplanung.htm

Prinzipiell ist der Spread ein wichtiger Indikator. Aber wichtiger noch als der Spread ist es, nicht in Wolken und Nebel einzufliegen. Ab einem gewissen Spread wird ohnehin soviel Nebel sein, dass Du nicht mehr fliegen möchtest bzw. abheben kannst. ;-)

Viele Grüße

Matthias

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6

Saturday, October 26th 2013, 8:35am

Re: Vereisungsgefahr

Hallo Matthias, war der Rotax in der DA20 schon einer mit Heizmanschette? Die älteren haben nämlich noch keine solche. Dann kann's natürlich schon Vereisung geben. Mein erster MT03 hatte noch einen ohne Mansvhette und dafür auch eine Vergaservorwärmung. Diese wirst du bei den neueren Modellen aus gutem Grund umsonst suchen.

-- Chris.

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7

Saturday, October 26th 2013, 8:38am

Re: Vereisungsgefahr

Quoted from ""Rick""

Trotzdem noch die Frage:

Wenn Vergaservereisung auftreten sollte: wie ist die klügste Reaktion?

Motor aus? Standgas? Vollgas?

Ich würde nicht so genau nachfragen, wenn nicht ein Kollege es vor 2 Jahren im November gerade mit Müh- und Not zur Bahn geschafft hätte mit ca. 30% Leistung bei Vollgas...

-Rick


Bei Vereisung die Vergaservorwärmung voll ziehen und Vollgas geben. Zumindest aber nicht reduzieren oder Leerlauf. Das würde den Durchstrom warmer Luft verringern und das Absterben des Motors nur begünstigen.

-- Cheis.

mafli

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8

Saturday, October 26th 2013, 11:11am

Re: Vereisungsgefahr

Hallo Chris,

mir ist kein zertifizierter Rotax 912 ohne Vergaservorwärmung bekannt.

Also selbst wenn die Heizmanschette noch so gut sein sollte, gibt es anscheinend einen Grund dafür, die Vorwärmung nicht auszubauen. ;-)

Gruss

Matthias

GyroTec

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9

Saturday, October 26th 2013, 1:21pm

Re: Vereisungsgefahr

Quoted from ""ckurz7000""

Bei den Zweitaktmotoren müsste sie aber weiterhin gegeben sein. Da gibt's aber Berufenere als mich, dazu Stellung zu nehmen.

Na dann mache ich das mal. Vergaservereisung ist bei Zweitaktern mit Gemischschmierung so gut wie unbekannt. Und bei Motoren ohne Vergaser ist damit auch eher weniger zu rechnen.
Vergasermotoren mit Getrenntschmierung könnten ein Thema sein, aber auch davon habe ich noch nichts gehört und auch persönlich noch keinen Fall gehabt.

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