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Thursday, May 12th 2016, 11:26am

Ausflug nach Gmunden (LOLU)

Das Wetter über das Fronleichnam-Wochenende war stabil und gut. Ich hatte urpsrünglich einige Testflüge vorgehabt, aber meine Frau fragte mich, ob wir nicht einen gemeinsamen Ausflug machen könnten. Es ging nur um einen Tag, also hin und zurück am selben Tag. Und es sollte ein Ausflug sein, der auch etwas hergibt und einen gewissen Erlebniswert hat. Wohin also? Meine Wahl fiel auf Gmunden(LOLU).

Die Flugplanung ergab bei lebhaftem Rückenwind eine Flugdauer von 1:30 Stunden beim Hinflug. Zurück würden es wohl 1:50 Sunden werden. Aber was soll's? Die Flugroute führte nach Westen, über Wiener Neustadt (LOAN) durch das Traisental in das nördliche Alpenvorland und von dort geradeaus nach Westen -- südlich vorbei an Linz -- bis nach Gmunden. (Bitte das Browserfenster genügend breit machen, sonst werden die Bilder rechts abgeschnitten.)



Da wir beide den Sonnag genossen und keine Frühaufsteher sind, erfolgte der Start von Fertöszentmiklós (LHFM) erst um ca. 11:30 Uhr. Den Flugplan hatte ich bereits am Morgen zu Hause aufgegeben und ein kurzer Besuch beim Turm in Fertöszentmiklós bestätigte mir, dass Gyula (der Türmer) ihn vorliegen hatte und mir auch gleich einen Squawk gab. Gleich nach dem Start meldete ich mich bei Budapest Info: "Budapest Info, OEXKM, AC10, from LHFM to LOLU, just departed, 1500 climbing to 2500, squawing 2663." -- "OEXKM, roger, QNH 1017, report the border." Obwohl wir nur ca. 10 Minuten bis zur Grenze brauchten und viele Piloten ohne Flugplan die Grenze "schwarz" passieren, gehört der Flugplan und Funkkontakt für mich mit zum Flugerlebnis. Entweder mach ich's ganz oder gar nicht.

Sopron ist die Grenzstadt zu Österreich und auch der Meldepunkt, an dem das Hand-off zu Wien Info erfolgt. Hier war nur mehr ein kurzer Anruf vonnöten: "Wien Info, OEXKM, Servus." -- "Servus OEXKM, QNH Wien 1016." Sonst wusste Wien ohnehin schon alles von mir, da der Flugplan bei meinem Start in LHFM bereits automatisch geöffnet worden war. Ich wählte eine Flughöhe von 3.300 Fuß, denn so blieb ich unter dem Boden des kontrollierten Luftraums um Wien und konnte gleichzeitig die RMZ überfliegen, die rund um meinen nächsten Wegpunkt (Wiener Neustadt, LOAN) herum existiert. Durchfliegen wäre zwar auch kein Problem gewesen, aber das hätte noch eines weiteren Frequenzwechsels bedurft, und außerdem wollte ich danach ohnehin auf 4.000 Fuß steigen. Die etwas größere Flughöhe wählte ich, um eine gewisse Sicherheitshöhe beim Starken Wind in den Bergen zu haben. Außerdem ist es dort oben nicht ganz so wackelig.

Hier ein Blick auf den Flugplatz Wiener Neustadt, an dem sich die Diamond Aircraft Industries befinden. Hier werden alle möglichen Katanas und Dimonas gebaut und gewartet. Außerdem ist die Firma Schiebel hier angesiedelt, die ein wichtiger Player am Drohnenmarkt ist.



Durch's Traisental hindurch gelangten wir in das nördliche Alpenvorland und hatten links die Alpen im Blick, mit den noch schneebedeckten Gipfeln am Horizont.



Der straffe Ostwind verlieh uns eine Geschwindigkeit über Grund von stellenweise 210 km/h, bei einer Fahrt von im Vergleich gemächlichen 160 km/h. Klar, es war ein Bisschen turbulent, wie man nahe der Berge bei viel Wind immer erwarten kann, aber bei dem Anschub ist man nicht wählerisch. Schon bald hatten wir den Traunstein in Sicht (der höchste Gipfel im Bild unten), und wenn man genau schaut, sieht man auch einen Zipfel des Traunsees im nächsten Bild.



Ich meldete mich von Wien Info ab: "OEXKM requests leaving your frequency.", was mit einem "OEXKM, frequency change approved, squawk 7000, watch out for parachuting in the area and have a good landing." quittiert wurde. Ich rastete 122,075 MHz, die Frequenz von Gmunden Flugplatz und meldete mich: "Servus Gmunden Flugplatz, weißer Tragschrauber OEXKM. Wir sind 8 km südlich über dem See in 3.000 Fuß und erbitten Landeinformation." -- "OEXKM, Betriebspiste 08, melden Sie Traunbrücke." Eine kurze Anmerkung: beim Erstanruf auf einem Flugplatz sage ich immer "weißer Tragschrauber" dazu, da dann der andere Verkehr in der Luft weiß, wonach er Ausschau halten muss.

Passiert man denTraunstein, eröffnet sich einem ein wunderbarer Blick auf Österreichs tiefsten See (191 m an der tiefsten Stelle), der in Mitten der Voralpen liegt, die ihm eine wunderbare, fast kitschige Kulisse verleihen. Hier der Blick nach Süden, in Richtung der Berge.



Und hier der Blick nach Norden, der das flache Alpenvorland zeigt und natürlich auch die Stadt Gmunden, die direkt am Nordufer des Sees liegt. Ganz am rechten Bildrand ist auch die Traun zu sehen, die den See speist. Das Schloss Orth ist ebenfalls erkennbar, als Gebäude, das ca. 150 Meter vom Ufer im See steht und über einen Steg erreichbar ist.



Ich hörte noch eine Cessna, die vor mir auch ihre Position als
Traunbrücke meldete und konnte sie bald mit eigenen Augen erspähen.
Sicherheitshalber meldete ich noch: "OEXKM ca. 1 Meile südlich
Traunbrücke, 2.500 Fuß, Nummer zwei zur Landung, Verkehr in Sicht." Der Queranflug auf den Flugplatz Gmunden führt über die Stadt, danach kurvt man, von Süden kommend, nach rechts in den Endanflug ein. Hier ein Blick auf die Piste 08 beim Endanflug.



Der Flugplatz selbst liegt wunderschön, ca. 6 km von der Stadt entfernt und bietet eine sehr gute und ansprechende Infrastruktur. Es gib eine Tankstelle mit Superbenzin (1,43 € der Liter, nur Barzahlung), ein sehr gutes Restaurant mit Terasse sowie einen gut ausgestatteten Raum zur Flugvorbereitung. Die Landung selbst wurde mir mit 18 € verrechnet, weil ich als Hubschrauber klassifiziert wurde und nicht als Ultraleicht (für die wären es nur 10 € gewesen). Das Taxi in die Stadt kostete 17 €, aber dafür wir waren in nur 5 Minuten direkt am Rathausplatz, am Ufer des Sees. Eine Zughaltestelle gibt es auch in ca. 1 km Entfernung.

Da es Muttertag war und schönes Wetter herrschte, war reges Treiben in allen Lokalen, Cafés und auf der Strandpromenade. Hier ein Panoramaphoto.( Übrigens werden Photos von manchen Browsern brutal am rechten Rand abgeschnitten, wenn das Fenster zu schmal ist.)



Und nochmal ein Photo, das Schloss Orth gewidmet ist:



Wir spielten ein Bisschen Touristen und promenierten das Seeufer entlang. Zu einem verspäteten Mittagessen kehrten wir in das Restaurant Schwann ein, den Café holten wir uns im Rathauscafé. Eigentlich gäbe es in Gmunden und Umgebung sehr viel zu sehen. Die Stadt ist bekannt für ihre Keramikmanufaktur, Kultur und Geschicht gibt`s haufenweise und wer die Natur liebt, kann nach Herzenslust kraxeln und wandern.

Um 4 Uhr fuhren wir wieder zum Flugplatz zurück, wo ich nohmals wegen des sarken Gegenwinds meine Tanks auffüllte.



Der Rückflug war ebenso schön wie der Hinflug, und wir landeten in Fertöszentmiklós gegen 18:30 Uhr.

LG, -- Christian.

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Thursday, May 12th 2016, 7:36pm

Danke für den Bericht!

Leider hat mein Bedankungskommentar wegen der Länge keinen Platz gehabt, aber ich wollte noch anmerken, dass du, wenn du direkt LOLT / LOLU geflogen wärst, genau über meinem österreichischen Refugium in Steyr (auch sehr sehenswert!) vorbeigekommen wärst. Und eine wunderbare Altstadt hättest ablichten können!

Ich möchte euch gerne einladen, dann mal in Hofkirchen (LOLH ) oder Seitenstetten (LOLT ) zwischenzulanden und uns zu treffen, wenn ich in Oberösterreich weile.

Servus, Holger

P.S.: auf meinem Browser (Google) sind alle Bilder wunderbar drauf!
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

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