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Pteranodon

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1

Wednesday, June 7th 2017, 2:06pm

Schulung Tragschrauber

Hallo zusammen ,

eine Frage an die erfahrenen Flughasen.
Hat jemand einen Tipp wie man Tragschrauber fliegen als "Trockenübung" praktizieren kann, also während man nicht im Gerät sitzt mental trainiert. Ich muss leider auch nach > 30 h noch zu sehr über notwendige Aktionen nachdenken, bevor ich sie ausführe (meine Synapsen zur Impulsleitung zwischen Gehirn und ausführende Einheiten scheinen schon etwas Kalk angesetzt zu haben). Egal wie es aussieht, aber es geht eindeutig zu langsam.

Gruß Torsten

skyride

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2

Wednesday, June 7th 2017, 5:18pm

Einen professionellen Flugsimulator für Tragschrauber anzubieten, wäre eine Marktlücke.
Ich kenne derzeit keinen und verfolge dieses fehlende Angebot seit Jahren.
Gibt es ja für Flächenflieger und Berufspiloten......
Wenn eine gewisse Auslastung und Interesse gegeben wäre, könnte ich mir so ein Projekt vorstellen.
Sorgenfrei und ohne Risiko, unabhängig von Wetter und Tageszeit, im Simulator trainieren ist eine ganz ernsthafte Option.

Auch wenn jemand nach mehr als 30 Stunden nicht die gesamte Koordination im Hinterkopf hat, könnte es am Ausbilder liegen, oder am zu großen Zeitfenster zwischen den "Sitzungen".
Lieber ein sicheres Gefühl erwerben/entwickeln, als vorschnell die Prüfung zu erlangen. Dies hilft jedem Beteiligten in der Platzrunde und auf dem Reiseflug.
Allein schon das unprofessionelle "Gestammel" am Funk während eines kürzlich stattgefundenen UL-Treffens an einem bestimmten Platz gibt zu denken.
Scheinbar ist es für manche schwierig, die ehrliche Höhe, Entfernung und Vorhaben klar und deutlich auszusprechen.
Wenn jemand in meiner Höhe (Sichtkontakt) im Platzverkehr (QNH wissend und eingestellt) 500 fuß tiefer oder höher angibt, gibt das Rätsel auf.
Scheinbar ist es der Geiz, statt weiterere mehrere 100 Euros für eine sichere Ausbildung auszugeben,diese lieber in ein Flugerät mit Sitzheizung und unnötigen Schnickschnack auszugeben?

LG Konrad :S




Meinungen dazu herzlich willkommen.

LG Konrad

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3

Wednesday, June 7th 2017, 6:42pm

Das mentale Üben von Abläufen und Flugverfahren funktioniert ganz gut, indem man sich einfach geistig in den Tragschrauber versetzt und diese dann langsam durchspielt. Das funktioniert ganz gut auf einem Sessel sitzend, Augen gerne auch geschlossen, und dann einfach Schritt für Schritt vor dem geistigen Auge abspulen und "in der leeren Luft" durchführen. Es ist erstaunlich, wie effektiv man dabei Abläufe trainieren kann.

Was so natürlich nicht funktioniert ist das Training von Flugtechniken wie z.B. das richtige Timing des Abfangbogens oder genause Steilkurven fliegen, etc. Das geht auch im Simulator (den es für Gyros ohnehin nicht gibt) nur sehr eingeschränkt. Da hilft einfach wirklich nur fliegen, fliegen, fliegen. Und zwar am besten 2-3 Stunden am Tag, mehrere Tage im Stück hintereinander.

Jedenfalls sinnvoll ist es, den Fluglehrer zu wechseln. Denn jeder Fluglehrer macht die Dinge etwas anders und das kann sehr von Vorteil sein. Was bei einem parrtout nicht klappen will, funktioniert beim anderen fast wie von alleine. In professionellen Flugschulen in den USA ist es üblicherweise vorgeschrieben, in der Ausbildung den Fluglehrer mindestens einmal zu wechseln. Oder einen Stagecheck (eine Art internen Lernzielkontrolle) mit einem anderen Fluglehrer zu fliegen.

Für nicht zielführend erachte ich den Wechsel auf ein anderes Gyromodell. Das frustriert üblicherweise und bringt Schwierigkeiten mit sich, die vom eigenlichen Lernziel ablenken.

Hoffe das hilft, -- Chris.

Schlagschrauber

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4

Wednesday, June 7th 2017, 7:31pm

Leider war ich heute wieder einmal etwas länger im Büro, und so ist mir Chris abermals mit meiner Meinung zuvorgekommen! :thumbup:

Auch ich gehe zu Beginn der Saison oder in einem neuen Flugzeugtyp die Abläufe der Checkliste mehrmals "trocken" durch, damit ich nicht in Echtzeit Knöpfchen suchen muss. Dabei sitzt man idealerweise im Cockpit und geht die Abläufe durch. Dabei auch die Bewegungen ausführen und Bedienungselement und Schalter zumindest berühren, denn auch Bewegungen und Haptik prägen sich leicht ein. Warum geht mein Blick jetzt nach rechts? Ach ja: Rotorbremse lösen!

Auch lese ich mir die Bedienungsanleitungen von COM, Navi und Transponder an Anfang der Saison nochmals durch, denn nichts peinlicher, als wenn man ohne Bedienungsanleitung in Frankreich steht und den Squelch nicht anpassen kann, keinen Code einstellen kann oder "Ident" nicht findet. Ich kenne da jemanden, dem das passiert ist und der dann bei Becker Avionics anrief ... :embarrassed:

Dabei ist bei den Trockenübungen anfangs auch ein Cockpit-Foto hilfreich, bis die Handgriffe (wieder) sitzen. Passagiere kriegen nämlich Angstschweiß, wenn man mit dem Zündschlüssel in der Hand in einem Flugzeug sitzt und dann als Pilot das Zündschloss nicht findet! (Es war zugegebenermaßen ein sehr großes Panel und das Zündschloss verdeckt!)

Äußerst skeptisch bin ich bei einem Gyro-Simulator: Wenn man die einfachsten Dinge simulieren wollte, bräuchte man auch ein Motion Base und eine Windmaschine, und die würden die Simulation am Ende so teuer machen, dass man billiger in der nicht-virtuellen Realität fliegt! Und einen Verfahrenstrainer braucht mal nicht: wir fliegen nicht nach IFR und für Orientierung, Navigation und Orientierung tut es ansatzweise auch ein Flugsimulator am PC.
Die simulierte Flugdynamik ist in den Grenzbereichen sowieso meist nur sehr begrenzt realitätsnah.

Funken üben macht wirklich Sinn! Bei Auslandsflügen sollte man evtl. die elementaren Begrifflichkeiten in Englisch auffrischen.

Servus, Holger
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Flugber

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5

Wednesday, June 7th 2017, 7:40pm

Hallo,

autogyro hatte mal in Zusammenarbeit mit einer Hochschule(?) einen Simulator auf der AERO 2010 oder 2011 ausgestellt. Der war nicht so schlecht. Vielleicht mal bei autogyro nachfragen ob es den noch irgend wo gibt.

Groucho

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6

Wednesday, June 7th 2017, 8:01pm

Bin nicht ganz der Meinung der Vorredner.
Wenn es um das Training von Abläufen und Verfahren geht, geht das auch am Simulator- Einflug in die Platzrunde, QNH einstellen, usw.
Für X-Plane und Flightgear bspw. gibt es Gyrocopter, deren Aerodynamik ist zwar nicht besonders realistisch, die Instrumentierung und die Plätze schon.
Prinzipiell kann man das auch mit UL-Flächenfliegern üben.
Allerdings stellt sich hier die Frage, wer hier korrigierend hilft, wenn man Fehler macht, bspw. falsch in die Platzrunde einfliegt. Solche Fehler erkennt man selbst erfahrungsgemäß eher nicht.

Ich sehe das daher nicht als technisches, sondern pädagogisches Problem.

otto

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7

Wednesday, June 7th 2017, 9:38pm

Hallo Torsten,
versuch doch mal Deine Probleme zu beschreiben.
Gruß
Otto

skyride

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8

Thursday, June 8th 2017, 5:44am

Hallo Otto,

sehr guter Ansatz!
Wenn sich hier Torsten konkret äußert, wird er bestimmt viele gute Anregungen bekommen.

LG Konrad

Pteranodon

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9

Thursday, June 8th 2017, 9:59am

Moin zusammen,

vielen Dank für den ausführlichen Input auf meine Frage.

Zur Problembeschreibung:
Leider finden meine "Flug-Sitzungen" tatsächlich mit zeitlich großem Versatz statt. Das liegt am Wetter , an der Verfügbarkeit des Fluglehrers und an meinem (jammer) stressigen Job. Die variablen Parameter versuche ich so gut es geht zu beeinflussen. Darunter fällt insbesondere die Verfügbarkeit des Trainers. Ich habe hier schon spontan versucht bei anderen Trainern zu buchen. Geht, ist aber auch mit nicht unerheblichen Aufwand verbunden. Den Modellwechsel - auch schon während einer Ausbildung - sehe ich als überwiegend positiv an. Jede neue Erfahrung bringt etwas, meine Frustrationsschwelle liegt recht hoch, daher komme ich auch mit nicht so gut gelungenen Flügen klar ( :thumbsup: und wenn es nur das Gefühl ist überlebt zu haben ;) ) . Ist schon interessant wie sich ein MTO3 im Vergleich zum Cavalon fliegt. Den Calidus durfte ich auch schon mal ausprobieren, der hat mir vom Fluggefühl am Besten gefallen.

Sicher hat das Flughobby aber auch etwas mit Talent zu tun. Meines ist nach meiner Einschätzung recht überschaubar (ohne jetzt übermäßig bescheiden rüberkommen zu wollen !), aber ich besitze zur Kompensation das "Talent" beharrlich an einem gesetzten Ziel festzuhalten und bin sicher, dass ich durch Übung am Ende auch ein brauchbarer Flieger werde. Ein Torsten v. Richthofen werde ich eh nicht, aber dem hat's letztendlich auch nicht viel genützt. Die Kugel, die ihn dann runtergeholt hatte war schon während seiner erfolgreichen Zeit gefertigt.

Mir fehlt es noch merkbar an Sicherheit, beim Landen den Abfangbogen souverän zu fliegen zählt nicht gerade zu meiner Kernkompetenz, ich denke, dass ich in der Regel zu früh abfange. Was ich aber generell als sinnvoll erachte ist den Endanflug im Leerlauf durchzuführen (hat was von einer Notlandungsübung). Ich hatte es auch schon mal mit Schleppgas probiert, das funktionierte gefühlt besser.
Vermutlich ist wie schon in den Antworten erwähnt nur das permanente Üben hier zielführend.

Gruß Torsten

Flugber

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10

Thursday, June 8th 2017, 12:50pm

Hallo Torsten,

Die gute Nachricht, das Problem mit dem Abfangen hatten bestimmt 99,9% der Gyroflieger.

Wenn wie du schreibst dir der Calidus ein gutes (besseres?) Gefühl beim fliegen gibt versuche doch mal (wenn es möglich ist) weiter darauf zu schulen.

Wenn du zu hoch abfängst, es "mitbekommst" und entsprechend (schnell) reagierst (gas geben und mit Schleppgas landen oder durchstarten) ist auch nichts dagegen zu sagen. Es sollte natürlich nicht bei jeder Landung sein.

Es kommt natürlich jetzt auch darauf an was dein Fluglehrer dazu sagt und vor allem dabei und danach macht. Lässt er dich jetzt eine Stunde lang zu hoch abfangen. Zeigt er dir bei der nächsten Landung wie es geht (Fluglehrer macht die Landung du "steuerst" mit), spricht er dich vom z.B. Queranflug bis zur Landung "durch" (jede Steuerbewegung, Blickrichtung, Gashebel usw.).

Ein in mehreren Abfangabschnitten (mehrere (2-3) kleinere Abfangbögen im vielleicht verlängertem Endanflug) eingeteilter Endanflug hat bei meinen Schülern auch schon geholfen.

Jede Stunde jetzt nur Landungen zu üben ist auch nicht gut. Schlage deinem Fluglehrer mal vor andere Übungen "einzuschieben". Ein Überlandflug zu einem anderen Flugplatz bewirkt manchmal Wunder.

Wichtig ist das du die Punkte welche du hier genannt hast mit deinem Fluglehrer besprichst. Auch deine Wünsche (Calidus). Wenn er nicht reagiert mit dem Ausbildungsleiter.



Gruß Uwe

Bastian

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11

Thursday, June 8th 2017, 1:35pm

.......ich weiss nicht, warum das dreimal kommt hier. Wie lösche ich denn überzählige Posts?

Bastian

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12

Thursday, June 8th 2017, 1:39pm

Hallo Torsten,
mit dem Abfangbogen ist es wie beim Einparken: Man denkt, gleich knallt es, dabei hat man noch viel Platz. Da man im Landeanflug nicht so gut "aussteigen und nachschauen" kann, empfehle ich Dir, Deine Landungen filmen zu lassen. Du wirst Dich wundern, wie viel Luft Du noch unter dem Bug hast, wenn Du abfängst, weil Du denkst, gleich hast Du Bodenkontakt.
Probier das mal aus.
Gruss
Bastian

Bastian

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13

Thursday, June 8th 2017, 1:40pm

............

skyride

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14

Thursday, June 8th 2017, 8:02pm

Das Stichwort kam von Otto: "bitte Probleme beschreiben"

Die Probleme sind von Torsten genannt worden und wie vermutet, kommen hier viele Praxisvorschläge.
Das zeichnet unser Forum aus!

Das zu frühe Abfangen scheint nicht nur mich zu betreffen, sondern ein generelles Problem zu sein.

-In der Tat haben wir mehr Luft unterm Bug, als vermutet
-landen an einem anderen Platz wurde genannt
-eingeteilter Endanflug ist sehr gut

Aus meiner Sicht (9Jahre Tragschrauber) gelingt es mir am besten, zart Gas hineinschieben (Schleppgas),
den Rotor aber keinesfalls zu verändern. Niemals zwei Dinge gleichzeitig machen.
Dann gelingt eine weiche, komfortable Landung.
Vorausgesetzt die optimale Geschwindigkeit von ca 100 km/h, je nach Fluggerät.

Dies zu üben, macht Spaß, weil man dadurch zu einem Erfolgserlebniss kommt.

LG Konrad

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15

Thursday, June 8th 2017, 9:35pm

Ja, ja...der Abfangbogen. Falls es dir dein Fluglehrer noch nicht gesagt hat, probier mal das:

Schau beim Abfangen auf das Ende der Piste, nicht unmittelbar vor die Nase des Gyros. Nimm die Pistenränder aus den Augenwinkeln war und präge dir die Ansicht ein, wie die Piste aussieht, wenn das Fahrwerk aufsetzt. Aber halte den Blick auf das Pistenende gerichtet!

Wenn dir der Fluglehrer ein paar Mal einen perfekten Abfangbogen demonstriert, während du dich auf den Blick (wie oben beschrieben) konzentrierst, dann wird es dir beim nächsten Mal leichter fallen, die richtige Höhe zu erkennen.

LG, -- Chris.

Pteranodon

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16

Friday, June 9th 2017, 6:40am

Vielen Dank für die vielen Anregungen und Tipps . Werde ich vor und während meiner nächsten Flugstunden versuchen umzusetzen.

Gruß Torsten

skyride

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17

Friday, June 9th 2017, 12:00pm

Hi Chris,

mit deinem Beitrag (.....fokusieren auf Pistenende....) hast du womöglich nicht nur bei mir eine Erinnerung wachgerufen.
Ich besaß vor langer Zeit einen UL-Doppeldecker (Sunwheel), wo man beim Landen wegen der langen Motorhaube wenig sah und nach denselben Gesichtspunkten seine Landung einteilen mußte.

Interessant, wie sich hier der Kreis schließt, ein sehr gutes Thema!

LG Konrad

Used tags

tragschrauber, Training

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