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1

Wednesday, August 1st 2012, 9:41am

Für Rotax 914-Piloten

Vor ein paar Wochen habe ich folgendes beobachtet:

Ein Pilot eines mittels Rotax 914 angetriebenen Fluggerätes startet zu einem Rundflug. Nach dem Start, bereits ca. 50 m in der Luft, beginnt es stark aus dem Auspuff zu rauchen. Nach Funkkontakt mit dem Piloten kehrt dieser sofort um und landet ohne Probleme.

Ein Telefonat mit Rotax führte uns auf die richtige Fährte: es stellte sich heraus, dass der Pilot die vorgeschriebenen 2 Minuten Abkühlzeit vor dem Abstellen des 914ers nie oder kaum beachtete. Dadurch hatte sich Ölkoks gebildet, der die feinen Löcher in der Ölrücklaufleitung verstopfte. Diesen Weg versperrt, hatte sich das Öl einen Weg in den Motor gefunden, was zu der enormen Rauchbildung führte. In der kurzen Zeit waren 0,5 Liter Öl aus dem Auspuff geraucht.

Der Pilot hatte nichts davon bemerkt. Die Motorleistung war völlig normal, Öldruck und -temperatur ebenfalls. Den Rauch selbst konnte er nicht sehen. Hätte man das nicht vom Boden aus bemerkt und per Funk dem Piloten mitgeteilt, wäre in sehr kurzer Zeit der Östand auf Null gesunken. Dann wäre es dem Piloten wohl aufgefallen, allerdings wäre es dann auch schon zu spät gewesen. Eine Notlandung und erheblicher Motorschaden wäre die Folge gewesen.

Deshalb: unbedingt die im Motorhandbuch vorgeschriebenen 2 Minuten Abkühlzeit vor dem Abstellen beachten!!!

-- Chris.

gyrowing

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2

Wednesday, August 1st 2012, 2:10pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

Hallo Chris,

danke für diese wichtige Information!
Man lernt ja nie aus!

Bleibt zu hoffen, dass möglichst viel MT03/Sport -914- Piloten das lesen.

Es grüßt
Harald
NSA auch hier: O' zapft is !

Bastian

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3

Wednesday, August 1st 2012, 2:21pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

....im UL-Forum war das schon mal Thema:

<!-- m --><a class="postlink" href="http://www.ulforum.de/ultraleicht/forum/2_technik-und-flugzeuge/2003_-mal-wieder-ein-bilderraetsel/suche_turbo.html">http://www.ulforum.de/ultraleicht/forum ... turbo.html</a><!-- m -->

Gruss
Bastian

Gyronaut

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Wednesday, August 1st 2012, 7:23pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

Gelten die 2 Minuten beim 914er auch dann, wenn man den Turbo nicht genutzt hat ?

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5

Thursday, August 2nd 2012, 7:22am

Re: Für Rotax 914-Piloten

Quoted from ""Gyronaut""

Gelten die 2 Minuten beim 914er auch dann, wenn man den Turbo nicht genutzt hat ?


Ich denke der Turbolader läuft immer mit, nicht nur wenn du den Gashebel ganz nach vorne schiebst. Dann geht nur das Wastegate ganz zu. Bin aber kein Motorspezialist.

Du kannst das natürlich mit den 2 Minuten halten wie du willst. Bei mir sind sie auf der Checkliste und werden immer eingehalten. Sowas muss in Fleisch und Blut übergehen.

-- Chris.

troed

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6

Sunday, August 5th 2012, 11:35am

Re: Für Rotax 914-Piloten

............... zumal einige von FRANZ geschulte Rotax-Techniker und lizensierte Wartungsspezialisten sogar von 3-4 Minuten NACH Halt an Apron sprechen (warum genau konnte mir keiner befriedigend erklären). Ich mache das so seit meinem ersten 914er 2005 und hatte bisher noch nicht mal einen "Verschlucker".

Auch bei genauer Nachfrage: selbst Abrollen von der Landebahn im Leerlauf zählt nicht. Auch hier wiederum keine Antwort auf das "Warum" von ROTAX-Technikern, nur dass es eben so sei. :?: :?: :?: :?:

Deshalb lass ich den Motor vor dem Abstellen vor dem Hangar mindestens 4 Minuten laufen ..................
Angelo | "Es ist besser zu WISSEN als zu GLAUBEN" | Perfect Smile and Face - Zahnimplantate

Muckylixx

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Sunday, August 5th 2012, 9:58pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

Hi Chris
Hi Angelo
Hi an Alle

Jep... das sagten mir die Techniker dort auch, als ich beim Line Maintenance Lehrgang war...
Aber, es wurde mir auch geraten einen Temperatursensor am Turbo zu montieren...
Auf der anderen Seite, steht bei der Stemme S10 mit dem 914er im Flugbetriebshandbuch drin, das der Motor abgestellt werden darf, wenn die Öltemperatur unter 100°C ist. Und das ist ein Zertifizierter Motor...
Also was soll das?
Meiner Meinung nach, reicht das Abrollen im Leerlauf zum abkühlen, solange man lange genug (2min) rollt!

Lg Maurice
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troed

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8

Monday, August 6th 2012, 10:38am

Re: Für Rotax 914-Piloten

Betrachten wir doch einmal die Vorgänge:

1. Landeanflug im Leerlauf auf Betonpiste:

Sinkflug ab 150m AGL ca. 1 Minute
Aufsetzen und Rotor abbremsen (weiterhin Leerlauf): 1-2 Minuten
Kurzer Gasstoss, dann Leerlauf und Abrollen zu Hangar/Apron: 1-3 Minuten

Gesamtleerlaufzeit des Motors: 3-6 Minuten

2. Landeanflug mit Schleppgas auf Graspiste:

Sinkflug mit Schleppgas (ca. 3000 rpm)
Aufsetzen und Rotor abbremsen (Leerlauf): 1-2 Minuten
Abrollen zum Hangar/Apron mit Schleppgas: 1-3 Minuten

Bis Halt bei Hangar/auf Apron KEINE Leerlaufzeit da letzter Zustand Schleppgas

Dazu eine Frage:

Ist der Turbo auch bei Schleppgas aktiv ?

3. Vor allem im Hochsommer: CHT- und Öltemp bis Halt bei Hangar/Apron im Normbereich.
Nach Halt steigt CHT- und Öltemp in den geforderten 2-3 Minuten im Leerlauf schnell und stark an (da bei Gyros in Pusher-Konfig = Motor/Kühler HINTEN, bei FW wahrscheinlich nicht da Motor VORNE)

Daher die zentrale Frage:

Was GENAU, WELCHE Parameter und WELCHE Bauteile definiert Rotax als Äbkühlphasen-Notwendigkeit ?

Wenn DAS geklärt ist können wir das für die jeweilige Situation exakt umsetzen (e.g. wie in den Beispielen Landeanflug auf Betonpiste im Leerlauf oder Graspiste mit Schleppgas)
Angelo | "Es ist besser zu WISSEN als zu GLAUBEN" | Perfect Smile and Face - Zahnimplantate

Muckylixx

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9

Monday, August 6th 2012, 11:11am

Re: Für Rotax 914-Piloten

Moin Angelo

Es geht einzig und allein um das Öl. Der Turbo läuft ja nunmal sehr warm, gerade wenn die Auspuffgase volle granate durch ihn durch jagen, dann wird das gute Stück auch gern mal rotglühend.
Wenn du jetzt den Motor abstellst, kommt auch schlagartig der Ölkreislauf zum Stehen und das Öl verharzt, verbrennt im Turbo. Damit kannst du jeden Turbolader killen!
Und da unsere Motoren sehr leicht sein müssen, haben sie von naturaus wenig robustheit! Also, geringes gesamt Ölvolumen, geringe Masse um thermische Belastungen aufzunehmen, geringen Hubraum mit schnell schnellaufenden Kolben und und und.
Ein Conti oder Lycom, sind im Verhältniss viel schwerer, drehen langsamer und haben weniger leistung als unsere Rotaxmotoren.
Vielleicht mal ein anderes Beispiel:
Ein 1,2l japaner Motor gegen einen 3l mercedes Motor, der Mercedes wird bei guter Pflege min. 1.000.000 km erreichen

lg Maurice

Ps. Sorry jetzt ist es mir wieder durchgegangen
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troed

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10

Monday, August 6th 2012, 11:49am

Re: Für Rotax 914-Piloten

Danke Maurice !

Jetzt bekomme ich schön langsam eine Vorstellung worum es hier geht: es soll also verhindert werden. dass das öl lokal im Turbo nach dem Abstellen seine chemische Struktur durch extreme überhitzung nachteilig verändert. RICHTIG ?
Angelo | "Es ist besser zu WISSEN als zu GLAUBEN" | Perfect Smile and Face - Zahnimplantate

Muckylixx

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11

Monday, August 6th 2012, 12:42pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

Korrekt!

Wenn wir eine elektrische Ölpumpe und einen Lüfter aufm Ölkühler hätten, dann könnten wir sofern es eine temperaturgesteuerte Nachlaufsteuerung gäbe, den Motor bedenkenlos abstellen. Moderne Autos haben soetwas schon lange, oder wer läßt seinen TDI noch nachtuckern?
Aber Autos haben ja schon seit Jahren eine Einspritzung!

Lg Maurice
Ohne_Titel_1

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12

Monday, August 6th 2012, 4:32pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

Ja, das Problem ist so wie Maurice es beschrieben hat. Der Turbolader ist brennheiß und wird im Wesentlichen durch den Ölkreislauf gekühlt. Nun bleibt das Öl plötzlich stehen und der Turbo ist immer noch so heiß, dass das Öl zu verkoken beginnt. Es bilden sich feste Kohlenstoffrückstände, die mit der Zeit den Ölrücklauf blockieren oder auch das Lager des Turboladers zum festreiben bringen können.

Deshlab muss der Ölkreislauf solange aufrecht erhalten bleiben, bis die Temperatur lokal im Turbolader unter die Verkokungstemperatur des Öls gesunken ist. Im Rotax-Handbuch steht dazu die Abkühlzeit von 2 Minuten.

-- Chris.

flyover1974

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13

Tuesday, August 7th 2012, 8:30pm

Re: Für Rotax 914-Piloten

Quoted from ""ckurz7000""

Deshlab muss der Ölkreislauf solange aufrecht erhalten bleiben, bis die Temperatur lokal im Turbolader unter die Verkokungstemperatur des Öls gesunken ist. Im Rotax-Handbuch steht dazu die Abkühlzeit von 2 Minuten.

-- Chris.

Angelo, also machst du das eigentlich mit den 4 Min zum Schluss schlechter als es vorher ist, weil ja dein Motor dabei wieder heisser wird anstatt kühler.
Ganz nebenbei: warum fliegst du Hartbelag mit Standgas und Gras mit Schleppgas an ? :shock:
Grüsse
Hermann

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14

Thursday, August 9th 2012, 10:59am

Re: Für Rotax 914-Piloten

Falls es noch jemanden gibt, der sich den entsprechenden Abschnitt im Handbuch zum Rotax 914 noch nicht durchgelsen hat:

10.3.8) Abstellen:

Unter normalen Bedingungn wird sich er Motor während des Sinkfluges und Rollens ausreichend abgekühlt haben, so dass er sdurch Ausschalten der Zündung abgestellt werden kann. Bei erhöhten Betriebstemperaturen ist ein Motorkühllauf von mind. 2 Minuten durchzuführen.


-- Chris.

troed

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15

Thursday, August 9th 2012, 11:57am

Re: Für Rotax 914-Piloten

Quoted from ""flyover1974""

Quoted from ""ckurz7000""

Deshlab muss der Ölkreislauf solange aufrecht erhalten bleiben, bis die Temperatur lokal im Turbolader unter die Verkokungstemperatur des Öls gesunken ist. Im Rotax-Handbuch steht dazu die Abkühlzeit von 2 Minuten.

-- Chris.

Angelo, also machst du das eigentlich mit den 4 Min zum Schluss schlechter als es vorher ist, weil ja dein Motor dabei wieder heisser wird anstatt kühler.
Ganz nebenbei: warum fliegst du Hartbelag mit Standgas und Gras mit Schleppgas an ? :shock:


Das waren nur zwei konträre Beispiele für unterschiedliche Landesituationen ..............

.............. und dass der Motor am Stand wieder heisser wird habe ich einem Rotax-zertifizierten Wartungsingenieur auch vorgetragen, der jedoch meinte: trotzdem 2-4 Minuten laufen lassen (??????) CHT und Öltemp steigen zwar (was bei den überdimensionierten Magni-Radiatoren kein Problem darstellt, da ohnehin immer am unteren Grenzwert - wenn nicht zu stark abgeklebt :lol: :lol: :lol: - und bei 4 Minuten Laufzeit im Stand gerade mal 100 Grad Öltemp erreicht werden. Ich kann daher nur vermuten dass zwar CHT und Öltemp steigen, aber der Turbo trotzdem unter einen kritischen Wert (?????) abkühlt.

Jetzt stellt sich mir die Frage ob es nicht klüger wäre eine Temperatursonde im Turbo zu verbauen und einen Temperatur-Wert anzugeben bei dem der Motor ohne Bedenken abgestellt werden kann.
Angelo | "Es ist besser zu WISSEN als zu GLAUBEN" | Perfect Smile and Face - Zahnimplantate

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