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Gyfli

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Sunday, March 29th 2015, 9:51pm

Assistenz-Systeme zur Fehlervermeidung und Fehlerbehebung

Unter Bezug auf einen Beitrag von Mafli vom 26.05.2014 zum
Thema "Blade Flapping"
(Rote Warnlampe, die mit Einschalten des Vorrotierens
solange leuchtet, bis die Startdrehzahl erreicht ist)
möchte ich ein Assistenz-System zur Diskussion stellen, das nur bei Fehlbedienung aktiv wird.

Die Aktivierung des Systems erfolgt automatisch bei
gleichzeitiger Rotordrehung (Vorrotieren) und Bugraddrehung

Wenn während der Startrollphase eine definierte Rotordrehzahl
nicht erreicht ist oder unterschritten wird oder wenn eine definierte Neigung
der Rotorkreisfläche nicht erreicht ist oder unterschritten wird, erfolgt ein
gelbes Warnblinksignal im Startbahnsichtfeld des Piloten, das erst nach
Fehlerkorrektur erlischt.

Nach dem Abheben des Bugrades wird das System automatisch
deaktiviert und bei "Touch-And-Go" wieder automatisch aktiviert..

Beim Abrollen nach der Landung erfolgt die Warnung bis zum Stillstand des Bugrades oder des
Rotors, sofern das System nicht durch den Einsatz der Rotorbremse deaktiviert
wird.

Schöne Grüße
Gyfli

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Sunday, March 29th 2015, 10:36pm

Ihr könnt sagen, was ihr wollt aber ich glcube nicht, dass irgend ein solches kompliziertes Blattschlagwarnleuchtenpilotenassistenzsystem merklich dazu beitragen würde, solche Fehler zu vermeiden. Zumindest nicht, bis wir nicht unsere Hausaufgaben gemacht haben und in der Pilotenausbildung endlich der Umgang mit langsam drehendem Rotor geschult und geprüft wird. Wer dann immer noch so ein System haben will, der soll sich's kaufen.

Das Ganze erscheint mir so, als ob wir ehrlich glauben würden, eine in diesem Punkt mangelhafte Pilotenausbildung könnte durch eine Warnlampe ersetzt werden. Zuerst musst du fliegen können und die wichtigen Elemente als Reflexe eintrainiert sitzen haben!

-- Chris.

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WolfgangM (30.03.2015)

Schlagschrauber

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Monday, March 30th 2015, 12:17am

Also ich schließe mich der Meinung von Chris an: Der Ablauf eines Startvorgangs sollte so gut beherrscht werden und die bereits jetzt verfügbaren Anzeigen so genutzt werden, dass man seinen Tragschrauber sicher betreibt. Selbstverständlich verfügt man nach einer gründlichen Schulung und regelmäßigem Training auch über das notwendige "Gespür" für das richtige Handling.

Ein derart komplexes Assistenzsystem, das dann nur ein Lichtchen aktiviert, halte ich nicht für zielführend.

Servus, Holger
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

Ile-d-yeu

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4

Monday, March 30th 2015, 3:48pm

Dem schließ, ich mich aber auch zu 100% an.

Die Leute sollten in der Ausbildung besser aufpassen! Und wer nicht viel fliegt, sollte einen Checkflug absolvieren, das ist im Zweifel immer viel viel günstiger!
:)
Liebe Grüße
Ralf ( Zur Zeit ohne eigenen Gyro)

skyride

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5

Monday, March 30th 2015, 5:11pm

Hallo Gyfli,

Chris, Holger und Ralf haben es schon geschrieben, meine Wenigkeit gibt den Senf dazu:
-der Grundgedanke ist schon diskussionwert, du machst dir sinnvolle Gedanken...
-aber die technische Umsetzung erfordert Sensoren, Kabelbäume,Steuergerät und so
manches mehr an Elektronik
-dies verteuert und die Anschaffung und die Wartung, erhöht das
Gewicht
-die vermeintliche, trügerische Sicherheit wird vorgespiegelt (vergleichbar ABS bei
Motorrädern....)
-bei unserer Fliegerei muß man sich auf das eigene Können, Einschätzung der
jeweiligen Situation (gestützt auf permanentes Üben und Training) verlassen.
Die Funktion (oder Nichtfunktion) eines Lämpchens erinnert mich an aktuellen
PKW-Standart, wo regelmäßig viele Lämpchen aufleuchten, was zur Folge hat:
Fachwerkstatt (notgedrungen) aufsuchen, Fehlerspeicher auslesen, gegf. Reset
und Teiletausch usw.
Genau das wollen wir nicht! Aber das ist die heutige Zeit, wo die Kunden nur noch
verarscht(Entschuldigung) und zur Kasse gebeten werden, für nix und wieder nix!

Mach dich mit deinem Flieger mühevoll und aufwendig vertraut, bis du den gewissen Sinn im Hinterkopf hast und vermeide den ganzen elektronischen Schnick-
schnak.
Verlasse dich auf dein erarbeitetes Gefühl und nicht auf ein Lämpchen...

LG Konrad

skyride

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Tuesday, March 31st 2015, 10:59pm

Ich habe erwartet, daß hier niemand antwortet.

LG Konrad

mafli

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Wednesday, April 1st 2015, 12:02am

"-die vermeintliche, trügerische Sicherheit wird vorgespiegelt (vergleichbar ABS bei Motorrädern....)"

Hallo Konrad,

als Motorradfahrer erachte ich ABS für extrem sinnvoll und wichtig. Es gibt keinen Hobbyfahrer, der in der Schrecksekunde die Bremse optimal dosieren kann.

Ich habe an zwei Sicherheitstrainings teilgenommen. An beiden Schulungen haben waren 80% der Teilnehmer bereits vorher in einen Unfall verwickelt. Jeder dieser Unfälle lief unabhängig von den Rahmenbedingungen nach dem gleichen Schema ab: Schecksituation, Vorderrad überbremst, unfreiwillig "abgestiegen", Maschine Schrott.

Die ehemals verunfallten Schulungsteilnehmer haben daraufhin ein Motorrad mit ABS gekauft.

Mir selbst ist es auch einmal so ergangen, dass das ABS bei einer Bremsung eingegriffen hat.

Ich kann weder trügerische noch vermeintliche Sicherheit erkennen.

Aber vielleicht hast Du eine andere Erfahrung, fährst ein Motorrad ohne ABS aus gutem Grund?

Gruß

Matthias

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gernotti (01.04.2015)

mafli

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Wednesday, April 1st 2015, 4:09pm

Hallo Gyfli,

ich bin Freund von jeglichen Systemen, die den Piloten unterstützen ohne ihn zu entmündigen.

Leider sind viele Gyropiloten der Meinung, dass jegliche technische Unterstützung gar nicht notwendig sei, wenn der Pilot richtig ausgebildet sein würde. ^^

Es sind halt viele Profis hier im Forum, die keine Fehler machen, da perfekt ausgebildet wurden und wöchentlich mehrmals fliegen. Technische Unterstützung zur Urteilsfindung wird da eher als Einmischung in den Aufgabenbereich des Piloten empfunden und mit Blasphemie gleichgesetzt. ;-)

Aus meiner Sicht ist genau diese Denkweise falsch, dumm und gefährlich.

Aber mit Argumenten ist dem schlecht beizukommen. Es folgen Vergleiche von Warnleuchten im Auto und der ach so bösen Elektronik die ohnehin immer spinnt und dem teueren Reparaturen beim Händler. Weil eine Elektronik im Auto nicht richtig funktioniert, funktionieren ja alle Elektroniker auf dieser Welt nicht richtig.


Ich denke, dass die Technik unterstützen sollte - insbesondere, um Gefahrensituationen abzuwenden. Gerade beim Tragschrauber sehe ich dieses als sinnvoll an, da es viele Umfallen und sonstige Unfälle gibt so dass es aktuell schon schwierig ist eine Versicherung zu akzeptablen Preisen zu finden.

Auch muss man anerkennen, dass wir alle Hobbypiloten sind. D.h. wir fliegen nicht so viele Stunden im Jahr (wie wir gerne würden). Entsprechend ist man schnell etwas aus der Übung und "im Stress" und dann vergisst man vielleicht ein wichtiges Detail.


Es soll nicht so sein, dass die Technik entmündigt oder man sich gar blind darauf verlässt. Aber es wird vermutlich nicht gelingen, genau diesen Konsens hier zu finden.


Ich hätte gerne eine solche, von Dir angesprochene Warnleuchte. Zudem noch eine Warnleuchte für eine nicht richtig verriegelte Kabine sowie für die Kraftstoffreserve und last but not least für abnormale Werte beim Motor.

Diese Lampen hätten vielleicht schon geholfen, den einen oder anderen Unfall zu vermeiden, wo im Flug die Kabinenhaufe aufging oder aus Kraftstoffmangel notgelandet werden musste.

Aber vielen wird diese "Informationsflut" schon zu weit gehen.


Bei meinen Autos haben genau diese oben genannten Warnleuchten bisher noch nie falsch aufgeleuchtet.

Gerade heute ist bei meinem Auto die Motorleuchte angegangen. Nach Prüfung durch die Werkstatt liegt ein Problem mit der Kühlmittelpumpe vor.

Ich bin dankbar für diese Information und die Reparatur der Pumpe, bevor ich im Sommer liegen bleibe.

Wenn ich mit dem Motor geflogen wäre, hätte ich dank der Information eine Außenlandung vermieden.

Aber jedem das seine.


ps.: Der FAA zertifizierte Gyrokopter Heilpflanze 18A hat eine Warnleuchte für den Seitenflug - diese wurde komischerweise akzeptiert.

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skyride

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9

Wednesday, April 1st 2015, 5:07pm

Wenn das Motorrad senkrecht zur Straße steht, funktioniert das ABS.
Nicht jedoch bei Schräglage, was mancher glaubt.
Das meinte ich mit trügerischer Sicherheit.....
Zweifellos ist die ABS-Geschichte heute Standart und ich wundere mich, wie wir unser halbes (und mehr)Leben ohne ABS die Landstraßen und Päße der schönsten Nachbarländer ohne Unfälle überlebt haben.
Ein Bremsbelag- oder Bremsflüßigkeitswechsel geht natürlich nicht mehr zuhause in der Garage sondern erfordert einen Termin in der Fachwerkstatt mit entstprechendem elektronischen Equipment.
Die Warnleuchte im neuen 18A akzeptiere ich in jedem Fall, da der Lampenkontakt
durch einen mechanischen Pendelschalter hergestellt wird.

LG Konrad

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10

Wednesday, April 1st 2015, 8:17pm

Hallo Mafli,

Meine negative Einstellung beruht darauf, dass eine allgemeine, fundierte Pilotenausbildung in den für die vielen Umfaller wesentlichen Punkten meiner Meinung nach noch nicht stattgefunden hat. Ich kann erst Ja zu diesen technischen Krücken sagen, wenn das vorher Notwendige auch passiert ist. Wenn also die richtige Handhabe des langsam rotierenden Rotors geübt und geprüft wurde, habe ich auch nichts gegen solche Systeme. Ich glaube nur, dass sie dann eigentlich nicht mehr notwendig sein werden.

-- Chris.

Dr.Gyro-A

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11

Wednesday, April 1st 2015, 9:41pm

wenn alle drei räder den boden verlassen wäre eine große rote warnlampe sinnvoll da es dann gefährlich wird
bei fliegen unter der powerkurve könnte sie blinken und bei langsamer rotordrehzahl anfangen zu klingeln
wünsche mir das als vorschrift schon lange-leider wurde die gyrogemeinde von echten piloten unterwandert die vorschriften grundlegend ablehnen

mafli

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12

Wednesday, April 1st 2015, 10:41pm

Hallo Mafli,

Meine negative Einstellung beruht darauf, dass eine allgemeine, fundierte Pilotenausbildung in den für die vielen Umfaller wesentlichen Punkten meiner Meinung nach noch nicht stattgefunden hat. Ich kann erst Ja zu diesen technischen Krücken sagen, wenn das vorher Notwendige auch passiert ist. Wenn also die richtige Handhabe des langsam rotierenden Rotors geübt und geprüft wurde, habe ich auch nichts gegen solche Systeme. Ich glaube nur, dass sie dann eigentlich nicht mehr notwendig sein werden.

-- Chris.


Hallo Chris,

da stimme ich doch völlig zu. Wie bereits geschrieben, ohne gescheite Ausbildung nützt die Elektronik nichts.

Gruß

Matthias

mafli

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13

Thursday, April 2nd 2015, 3:23am


Zweifellos ist die ABS-Geschichte heute Standart und ich wundere mich, wie wir unser halbes (und mehr)Leben ohne ABS die Landstraßen und Päße der schönsten Nachbarländer ohne Unfälle überlebt haben.


Es haben nicht alle überlebt, Konrad. Es sind viele gestorben.

Aber man kann klar erkennen, dass die Anzahl der Verkehrstoten im Straßenverkehr seit 1980 Jahren kontinuierlich abnimmt obwohl die Anzahl der Verkehrsteilnehmer im gleichen Zeitraum gestiegen ist (Quelle: http://www.adac.de/_mmm/pdf/statistik_za…0514_208844.pdf).

Die Gründe hierfür liegen hauptsächlich in der Technik, leider nicht in der besseren Ausbildung.

- Knautschzone
- Gurt
- ABS
- Airbag
- ESP
- Reifendruckanzeige

Möge auch jeder über das eine oder andere technische Helferlein denken oder behaupten was er möchte, ohne diese Systeme würde es viel mehr Unfälle und viel mehr Leid geben.


Aber wie haben damals die Stammtischler gewettert gegen:

- den gefährlichen Airbag. Menschen würden wegen falsch ausgelöster Airbags sterben. Fahrer würden mit einem Airbag risikofreudiger fahren...

- ABS sei unnötig. Ein professioneller Fahrer könnte jederzeit sein Fahrzeug beherrschen...

- ESP ist nur für die A-Klasse erfunden worden....

- die Reifendruckkontrollanzeige ist nur zum Geldverdienen der Konzerne....

Technischer Schnickschnack ohne Sinn und Verstand... Früher sei alles besser gewesen...

-> DAS IST NICHT RICHTIG. Die Statistik belegt das Gegenteil.


Ich selbst war absoluter Skeptiker der Reifendruckkontrollanzeige. Mein aktuelles Fahrzeug hat eine solche Anzeige. Ich hatte Zweifel, dass diese überhaupt funktionieren würde. Aber sie tat es:

Auf einer Autobahnfahrt letztes Jahr löste die Anzeige aus. Ich konnte kein Problem beim Fahren feststellen, dachte die Anzeige sei ein Irrtum. Allerdings verlangsamte ich die Fahrt und fuhr an der nächsten Abfahrt von der BAB ab.

Tatsächlich hatte ein Reifen ein Loch und es entwich Luft. Ich konnte noch bis zum nächsten Reifenhändler fahren, um das Problem beheben zu lassen. Es war ein Nagel im Reifen.

Als Freund zügiger Fahrweise war ich dankbar, dass mich das System rechtzeitig gewarnt hat und mir das Leid erspart geblieben ist, die Folgen eines platten Reifens während der Fahrt zu erleben.


Ich bin dankbar, dass das Reifendruckkontrollsystem und ESP mittlerweile Pflicht für Neuwagen geworden ist. Ich bin dankbar, dass sich die Techniker und Statistiker durchgesetzt haben und nicht die professionellen Fahrer oder Stammtischler.

Ich behaupte, dass es prozentual im Straßenverkehr genauso wenige professionelle Autofahrer gibt, wie professionelle Piloten in der Ultraleicht- oder Echo Klasse.


Aus meiner Sicht geht das Ursprüngliche des Fliegens nicht verloren, wenn man durch Technik freundlich an die Grenzen der Physik erinnert wird, bevor die Regeln der Physik unbarmherzig zum Tragen kommen und man die Erkenntnis der eigenen Unvollkommenheit mit dem Leben bezahlt.Ein gutes Assistenzsystem arbeitet im Hintergrund und wird nur dann sichtbar, wenn es situativ benötigt wird.

Ich würde es begrüßen, dass neu zugelassene Flugzeuge Warnsysteme für abnormale Motorwerte, Kraftstoffreserve und Verriegelung der Kabinenhaube haben würden sowie eine automatische Vergaservorwärmung.

Bei Flugzeugen würde ich es zudem begrüßen, wenn diese Flugeigenschaften hätten, die kein Trudeln ermöglichen würden.

All diese Systeme gibt es bereits. Aber da es keine verbindlichen Vorschriften gibt, wird sich leider nicht viel an der Situation ändern.


Ein Flugzeug, dass damals als bezahlbares "Volksflugzeug" wurde aber auch gleichzeitig hinsichtlich der Sicherheit konzipiert wurde:
http://en.wikipedia.org/wiki/ERCO_Ercoupe

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skyride

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Thursday, April 2nd 2015, 10:07pm

Hallo Mafli,
dein sehr umfassender Bericht mit persönlichen Erfahrungen (positiv) ist nicht hoch genug anzuerkennen und 3 registrierte Benutzer sehen dies genauso.
Ich bin genug Realist, um zu erkennen, daß alle diese Systeme aus dem Automobil-, Motorradbereich zeitverzögert in unsere Tragschrauber einfließen.
Die Hausaufgaben sind trotzdem (wie Chris richtig anmerkt) zu machen.
Laßt Euch alles anbieten und einbauen, was technisch möglich ist und beschwert Euch nicht, wenn zb. ein Arrowcopter in Zukunft ein Sonderangebot darstellt.
Die Zulassungsstatistik der Tragschrauber deutet darauf hin, daß die Schmerzgrenze
bei 100.000.00 € (ohne Mwst) erreicht ist und deshalb schon lange den Zenit erreicht ist.
Meine Befürchtung ist, daß ein heftiges "Lampenglühen" einen Piloten (der seine Hausaufgabe nicht gemacht hat) so oder so noch mehr nervös und unsicher machen.

Ps: ich habe die dankbare Aufgabe, einen Tragschrauber bis zum Ostermontagabend
vom Süden Deutschland an die Ostsee zu überführen.
Habe sehr wenig Lampen und Assistenzsysteme an Bord, aber hoffentlich die Hausaufgaben gemacht.
Berichte hier ab Dienstag......

LG Konrad und schöne Ostertage


LG Konrad

mafli

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15

Friday, April 3rd 2015, 2:28am

Hallo Konrad,

vielen Dank für Dein Posting.

Ich denke, dass wir auf diese Systeme noch lange warten können. Solange die Luftfahrtbehörde kein System verbindlich vorschreibt, wird sich nichts ändern.

Im Prinzip war es bei den Kfz genauso. Die Oberklasse Fahrzeuge hatten solche Sicherheitssysteme. In die breite Masse wurden diese Systeme erst eingeführt, als es hierzu verpflichtende Vorgaben gab.

Leider ist aus meiner Sicht die Luftfahrtbehörde viel zu sehr damit beschäftigt, Ihren eigenen Geltungsbereich auszubauen und irrsinnige Regelungen für den Luftraum sowie medizinische Voraussetzungen für Piloten zu definieren, als konsequent die Gründe von Unfällen zu analysieren und Vorgaben zur Verbesserung der Sicherheit zu erarbeiten.

Sicherheit muss nicht teuer oder kompliziert sein. Magni beispielsweise verbaut immer das Flydat System und hat ein klares Cockpit Design.

Leider ist der Marktführer in dem Thema nicht so rührig. Dies ist schade, zumal er die Stückzahlen hätte, einen neuen Standard durchzusetzen.


Was ich auch vermisse ist eine durchdachte Konstruktion. Damit meine ich beispielsweise die Kompensation des Propellerdrehmomentes durch das Leitwerk. Das hatte doch bereits La Cierva vor vielen Jahren. Doch leider hat es heute nur ein einziger, aktueller Tragschrauber (Genesis von Aviomania). Anscheinend ist dieses Detail beim "Kopieren" der "Kopien" verloren gegangen.

Bei den Flugzeugen ist es leider genauso. Während das Ercoupe bereits trudelsicher war sind heutige Flugzeugdesigns teilweise weit davon entfernt. Selbst Hersteller wie Cessna scheinen Probleme zu haben, ein gutes Design zu finden (siehe C162, C177). Sehr traurig...


Viel Erfolg und vor allem gutes Wetter für die Überführung!

Viele Grüße

Matthias

skyride

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16

Friday, April 3rd 2015, 7:31am

Danke Matthias,

das Wetter ist meine größte Sorge, bin selber gespannt.
Habe mir aber keinen Zeitdruck auferlegt, sodaß die Sicherheit und damit die Freude
oberste Priorität haben.

Übrigens bin ich mit dem Flydat System und restlichen Cockpit bin ich absolut
zufrieden, mehr brauche ich nicht im Magni.
Ein eingebautes Flymap, eine Außemtemteratur und eine klassische Sinn-Zeituhr runden meine Wünsche ab.
Warnlampen sind für geschloßene Türen, Rotorbremse, Kraftstoffreserve, Motortemperatur (Öl und Wasser), Trimmung für Start ausreichend vorhanden.

Die Kompensation des Propellermomentes wäre noch eine feine Sache.
Vielleicht wartet ein Hersteller auf der kommenden Aero mit Neuigkeiten auf?

LG Konrad

skyride

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17

Friday, April 3rd 2015, 7:34am

Sorry, der Druckfehlerteufel hat mich 2mal erwischt (zu spät nachgelesen)

LG Konrad

edhs

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18

Friday, April 3rd 2015, 8:50am

Moin,

könnt ihr mich mal aufklären? Wie genau funktioniert die Kompensation des Propellerdrehmomentes durch das Leitwerk?

Gruss

Gerd

p.s. Saugeiles Flugwetter heute im NW der Republik, ich hoffe ihr kommt heute in die Luft. Ich mach noch schnell die Flugvorbereitung und dann gehts auf die nordfrisischen Inseln.

troed

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19

Friday, April 3rd 2015, 8:55am

Seltsam .............

Was ich bei dieser Diskussion vermisse:

Es GIBT dieses System schon LANGE und ich fliege damit ebenfalls schon seit 2009 auf Magni M24 Orion.

Es heisst: MGL-Avionics Odyssey und ist ein absolut zuverlässiges und auch relativ günstiges Glas-Cockpit

ALLE Warnparameter können individuell eingestellt werden für alle Baugruppen, die Sensordaten zur Verfügung stellen. Und wenn in der Grundkonfiguration eine Datenleitung nicht definiert ist, kann der Sensor über das RDAC eingespeist werden (z.B. Rotordrehzahl, Stickposition (für die es allerdings zur Zeit meines Wissens nach keinen Sensor gibt) )

Das System warnt SOWOHL über eine beliebig montierbare frei wählbare LED-Warnlampe ALS AUCH über einen Warnton im Headset vor UNTER- oder ÜBERschreiten von Betriebsparametern (Motor, Vne, Vmin, TCAS, FLARM (wenn vorhanden), Einflug in TMZ, etc.) und zeigt auch eine entsprechende Warnmeldung WELCHER Parameter über/unterschritten wurde am Display. All diese Warnungen können wie gesagt frei vom Piloten programmiert werden incl. des Screen-Layouts, Dauer der Warnung etc.

Die Einbindung des Rotor-rpm und Stickstellungssensors über das RDAC wäre zwar eine einmalige Spielerei, die möglicherweise Tage dauert, und auch die 9 frei konfigurierbaren Screens müssten mit einem "Take-Off"-screen gestaltet werden (also z.B. nur eine kleine Runway-map, aber grosse Anzeige der Motorparameter/Rotor/Stickneigungsparameter und "hierarchische" Abstufung der Alarme), aber all das sollte - wenn man grundsätzlich ein MGL eingebaut hat - kein grösseres und vor allem kostenintensives Problem sein.

Man kann die Sache auch noch weiterspinnen und Drehsensoren an den Hauptfahrwerksrädern montieren und mit Rotor-rpm/Stickneigung korrelieren etc.

Es ist also alles bereits verfügbar ...............................

Und TROTZDEM habe ich einmal die OHNEHIN DICKE FETTE ROTE Warnlampe für die Rotor-Feststellbremse des Magni M24 Orion beim Start übersehen ! :D War kein Beinbruch, aber es hat mich andererseits gelehrt, dass der grösste Fehlerfaktor, der pilotierende Mensch, TROTZ bester Warnsysteme unweigerlich Fehler macht ......... egal wie gut geschult und erfahren ...................


Frohe Ostern ! :thumbsup:
Angelo | "Es ist besser zu WISSEN als zu GLAUBEN" | Perfect Smile and Face - Zahnimplantate

Gyfli

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Thursday, November 5th 2015, 2:50pm

Hallo Angelo,

befürworte ohne Einschränkung "MGL-Avionics Odyssey" und auch alle anderen Systeme, die darauf ausgerichtet sind, Pilotenfehler über Sperren zu verhindern.

Trotzdem wünsche ich mir auch für den gut ausgebildeten und geübten Piloten ein universelles, technisch einfaches
und kostengünstiges Assistenzsystem, das sich dann und nur dann meldet, wenn sicherheitsrelevante Bedienungsfehler oder abnorme Betriebsparameter erfasst werden.

Dieser Signalgeber für Tragschraubersicherheit (STS) könnte aus einer einzigen "unübersehbaren" Warnlampe im Sichtfeld und einem programmierbaren Steuergerät bestehen, das je nach Flugzeugtyp und Pilotenwunsch von beliebig
vielen Kontakten und Sensoren gespeist werden kann.

Dazu ein Funktionsbeispiel.

Wenn die STS-Lampe vor dem Starten des Motors bei Einschalten der Zündung aufleuchtet, geht es um die Überprüfung wichtiger Checkpunkte.
Kontrollmöglichkeiten: Feststellbremse, Rotorbremse, Gashebel, Trimmung, Ölstand, Kühlwasserstand, Reifendruck usw.

Wenn die STS-Lampe während des Startvorgangs blinkt, geht es um Überprüfung und Korrektur von Rotordrehzahl und / oder Stickneigung.

Wenn die STS-Lampe während des Fluges aufleuchtet, geht es um die Überprüfung wichtiger Betriebsparameter.
Kontrollmöglichkeiten: Zylinderkopftemperatur, Öltemperatur, Öldruck, Ladedruck, Kraftstoffvorrat usw.


Wenn die STS-Lampe während des Fluges blinkt, geht es um Überprüfung und Korrektur gefährlicher Grenzwerte im Bereich Geschwindigkeit, Längs- und Querneigung, Seitenflug, Rotordrehzahl, Motordrehzahl usw.


Der gut geschulte und geübte Pilot bemerkt ein solches Überwachungssystem überhaupt nicht, weil er ja in der Regel keine Fehler macht.


Gruß
Gyfli

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