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Schlagschrauber

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1

Friday, May 29th 2015, 6:35am

ACG (Austro Control), Flugmedizin und Datenschutz

Hi!

Noch sind wir als deutsche UL-Luftsportgeräteführer selbst vielleicht nicht so direkt betroffen, aber bei meiner letzten flugmedizinischen Untersuchung in Österreich habe ich bereits die ersten Konsequenzen der in der Folge dargestellten Sachverhalte spüren müssen und nun wurde ich konkret auch von einem befreundeten Berufspiloten aus Österreich auf die Cause aufmerksam gemacht und möchte euch ebenfalls für dieses Thema sensibilisieren.



Quoted


Liebe Freunde!


Mein bzw. unser Fliegerarzt, Dr. Rudi Golubich, scheint einer der letzten Mohikaner sein, welche sich weigern, das Arztgeheimnis zu verraten. Wie Ihr vielleicht wisst, versucht Austro Control deswegen mit allen juristischen Tricks, ihn auszumanövrieren. Das Arztgeheimnis ist Teil der Bürgerrechte, welche vorherige Generationen teilweise blutig erkämpft haben, um uns vor staatlicher Willkür zu schützen:

Beichtgeheimnis, Bankgeheimnis, Fernmeldegeheimnis, Arztgeheimnis!

Stellen wir uns, gemeinsam mit weiteren Piloten und Fluglotsen auf Rudis Seite! Hier -

Kontoname: "Datenschutz für Luftfahrtpersonal"
IBAN: AT 733300000002054922
BIC: RLBBAT2E

- fange ich mit 100 Euro an! Das ist nicht viel. Doch bitte ich Euch mitzutun, um gemeinsam die kritische Masse zu bilden, eine Entwicklung zu korrigieren, welche sich u.a. im gestörten Amtsverständnis von Austro Control manifestiert.

Wir hätten ein Zeichen gesetzt, wir bräuchten uns nicht vor der nächsten Generation zu schämen.

...

Merke: Wer grundlegende Freiheiten aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit!



Soweit aus dem Brief meines Freundes.

Wer sich genauer informieren will, hier ein Link zu dem gesamten Thread zu diesem Thema auf der Seite von AustrianAviation.net , der die Eskalation anhand von keinen Fortschritten und nicht so kleinen Rückschlägen dokumentiert: http://www.austrianaviation.net/phpBB3/v…hp?f=12&t=10657 .
Die Verschwörungstheoretiker unter uns bekommen hier mal wieder ordentlich Wasser auf ihre Mühlen, und ich hab ein tollen neues Wort gelernt: "situationselastisch"!

Ich für mich finde, dass das Verhältnis zwischen meinem Arzt und mir von Vertrauen geprägt sein soll, und dass mir und der Flugsicherheit nicht damit gedient ist, ein Formular nach Schema F ausfüllen zu müssen, um im Ernstfall zu dokumentieren, dass niemand verantwortlich ist. Und dass nicht alle meine Daten an beliebige in- und ausländische Behörden gehen müssen!

Die Idee mit dem Foto vom Allerwertesten, das man der Untersuchung beilegen und an die Behörde weiterleiten soll, finde ich recht amüsant. :embarrassed:


Servus, Holger
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

callidus

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Sunday, May 31st 2015, 11:15am

Hallo Holger,

also ich sehe das ganz anders als Du und dein Kollege, da der Flugarzt hier die Funktion eines begutachtenden, quasi Amtsarztes inne hat und die gesundheitlich ungeeigneten Piloten ausfindig machen muss.
Auch ist der Flugarzt in der Regel ja nicht mein Hausarzt und wenn mir das Verfahren nicht passt, dann muss ich auch nicht zu einem Flugarzt gehen. Ich kann dann eben nicht fliegen.

Ich kann da nur sagen, German Wings lässt grüßen und ich hoffe, dass so etwas nicht so schnell wieder passiert.
************
LG von Calli

Schlagschrauber

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3

Sunday, May 31st 2015, 4:10pm

Ich habe es ja befürchtet, dass so eine Antwort kommt! German Wings sei Dank!

Ich stimme vollkommen mit dir überein, dass der Fliegerarzt jenseits von Freunderlwirtschaft genau diese Entscheidung: "flugtauglich oder nicht?" fällen muss.

Aber ich bin überzeugt, dass er dazu nicht beliebige, auch beliebig intime, Details an eine Behörde (und in der Folge international an andere Behörden) weiterleiten muss, die unter Umständen auch noch dein Arbeitgeber sein könnten.

Ich begegne dieser Regel- und Formularwut allenthalben und ich vermute, sie dient dazu, Entscheidungsspielräume einzuschränken, Verantwortung zu generalisieren und am Ende Mittelmaß als Einheitsmaß zu etablieren.

Ich fürchte, diese Maßnahme ist ein Schuss nach hinten, führt sie doch dazu, dass ich meinen Fliegerarzt belügen und betrügen muss, um meine dauerhafte Flugfähigkeit (im Falle von Berufspiloten meine Erwerbsfähigkeit!) selbst im Falle einer zeitlich begrenzten Beeinträchtigung zu erhalten! Das kann nicht im Sinne der Erfinder sein!

Glaubst du denn wirklich, dass der German Wings-Copilot, der seinen Dienst trotz Krankschreibung angetreten hat, durch irgendein weiteres Formular und eine zusätzliche Datenübertragung (mit all den Risiken einer missbräuchlichen Verwendung!) von seiner nicht nachvollziehbaren Tat abzubringen gewesen wäre? Wäre da nicht ein vertrauensvolles Flugmediziner-Patienten-Verhältnis der bessere Ansatzpunkt?

Servus, Holger
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest


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