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mafli

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1

Friday, December 27th 2013, 11:59am

Höchstgeschwindigkeit

Hallo Zusammen,

könnte mir jemand bitte erklären, wovon die Vne beim Gyro abhängig ist?

Mich würde interessieren, ob theoretisch der DF01 oder Cloud Dancer I mit dem 135PS Motor zu kleinen Raketen umgebaut werden könnten oder welche weiteren Parameter bedacht werden müssen.

Vielen Dank für Eure Hinweise.

Viele Grüsse

Matthias

bergflieger

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2

Saturday, December 28th 2013, 9:03am

Speed

Die Höchstgeschwindigkeit wird hauptsächlich durch zwei Grenzen gegeben:
  • Die Geschwindigkeit des vorlaufenden Blattes soll möglichst weit unter 0.8 Mach liegen. Angestrebt wird etwas bei max. 0.5 Mach.
  • Die Fläche des gestallten Bereiches beim rücklaufenden Blatt darf nicht so gross sein, dass sich die Blätter durch die Auftriebsdifferenzkompensation bis an die Anschläge des Schlaggelenkes bewegen.
Als Faustregel gilt: Vorlaufendes Blatt maximal doppelt so schnell als rücklaufendes Blatt.

Grundsätzlich wären also gut 300 km/h möglich. Für detaillierte technische Angaben suchst du am besten im AMI-Forum: http://www.rotaryforum.com/forum/
Dort werden solche Fragen in aller Tiefe besprochen.


Mich würde interessieren, ob theoretisch der DF01 oder Cloud Dancer I mit dem 135PS Motor zu kleinen Raketen umgebaut werden könnten oder welche weiteren Parameter bedacht werden müssen.
135 PS sind knapp doppelt so viel als normal. Damit bekommst du weniger als 40 % mehr Speed (Luftwiderstand ist - mindestens - quadratisch zum Speed).
Viel mehr als 200 km/h dürften das nicht sein.

Abgesehen davon: Schnell fliegen ist ja so etwa das Letzte, was man mit einem Gyro will ..

Gruss Peter

edhs

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3

Saturday, December 28th 2013, 5:33pm

Moin,
also für mich ist die Geschwindigkeit wichtig. Bei viel Gegenwind ist eine zu niedrige Reisegeschwindigkeit echt ätzend, wenn es nicht vorangeht und man mit kläglichen 70 km/h über Grund sich an den gewünschten Flugplatz heranrobben muss (hatten wir erst letzte Woche).

Weihnachtliche Grüsse aus einer Hütte in den Alpen.

GyroTec

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4

Sunday, December 29th 2013, 10:28pm

Den Drehflügler als besonders schnelles Reisegerät zu optimieren ist, als würdest du einen Jeep frisieren, um bei der Formel 1 mitmischen zu können. Klar, dann kann man nach dem Rennen über die Feldwege nach Hause fahren ...

mafli

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5

Sunday, December 29th 2013, 11:10pm

Vielen Dank für die Antworten.

Mich wundert etwas, wie der alte Ken Wallis mit seinen Tragschraubern so schnell sein konnte und Rekorde aufgestellt hat. Seine Drohnen-Motoren hatten nur ca. 80 PS. ^^

Der DF01 erscheint mir windschlüpfrig wie ein Zäpfchen. Wenn da mit 135 PS "nur" 200 km/h möglich sein sollten, verstehe ich die Welt nimmer. ;-)

Schlagschrauber

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6

Monday, December 30th 2013, 12:20pm

Quoted

Der DF01 erscheint mir windschlüpfrig wie ein Zäpfchen. Wenn da mit 135
PS "nur" 200 km/h möglich sein sollten, verstehe ich die Welt nimmer.
;-)
Hi, Matthies!

Ein Gedankenexperiment: Nimm mal den Rumpf vom DF-02 (der DF-01 war ein Prototyp, sah im Grunde ähnlich wie der DF-02 aus, nur etwas "eckiger") ganz weg! Was generiert dann den Luftwiderstand? Richtig: der Rotor!
Selbst wenn du am Rumpf das Optimum erreichst, bleibt der Widerstand des Rotors, der sehr kalkulierbar ist, fliegen wir im Grunde doch alle das gleiche (auf einen Kompromiss "optimierte") Profil.

Ein Weg zu höherer Geschwindigkeit ist die Idee, den Rotor zu "entlasten", seine Drehzahl zu reduzieren oder ihn gar in einen konventionellen Tragflügel zu konvertieren oder wegzuklappen. Ehrgeizige Ziele, die bislang nur ansatzweise realisiert werden konnten.

Ich hoffe, einen kleinen Beitrag dazu geleistet zu haben, damit du die Welt wieder verstehst ... :P

Servus, Holger
"Es ist eine Kunst, sagt er, oder vielmehr ein Trick zu fliegen. Der Trick besteht darin, dass man lernt, wie man sich auf den Boden schmeißt, aber daneben."

Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

edhs

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7

Monday, December 30th 2013, 2:32pm

Hi Holger,

Du bestätigst damit meine Vermutung, dass die Entlastung des Rotors durch zusätzliche Auftriebsflächen zu weniger Antriebsenergieaufwand führt, was für höhere Geschwindigkeit, mehr Zuladung oder weniger Treibstoffverbrauch genutzt werden kann. Das Design des Arrow Copter zeigt also in die richtige Richtung. Dass so zielführendes Design auch noch so schön ist ist erfreut mich umso mehr.

Dir, dem Forum-Team und allen Mitlesern einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr aus den verschneiten Bergen.
edhs has attached the following image:
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Schlagschrauber

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8

Monday, December 30th 2013, 4:16pm

Noch ein Nachschlag zum Thema "entlasteter Rotor":

Eine der Seiten im Internet, die ich früher einmal tagtäglich konsultierte, ist http://www.cartercopters.com .
Früher, das war vor mehr als 15 Jahren!!!

Seitdem geht es bei Cartercopters nur in ganz kleinen Schritten vorwärts. Man backt kleinere Brötchen.

Ich meinte damals ganz enthusiastisch zu meinem alten Fliegerfreund Reinhard: "Hier kombiniert endlich mal Jemand die Vorteile eines Flächenflugzeuges mit denen eines Gyrocopters."
Doch er orakelte skeptisch: "Hoffentlich kombiniert er nicht die Nachteile der beiden Systeme!"

Ich fürchte, er hatte eher Recht als ich ...

Servus, Holger
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Douglas Adams, aus: Das Leben, das Universum und der ganze Rest

edhs

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9

Monday, December 30th 2013, 7:36pm

Sorry dass ich mich noch mal melde. Ich will ja nicht langweilen (ich hab das Gefühl, dass die meisten nicht an diesem Thema interessiert sind), aber bei den Problemen in der Entwicklung bleibt doch festzustellen:

1. der Gyrocopter ist im Vergleich zur Fläche ein "fliegender Widerstand",
2. daher benötigt der Gyro eine höhere Motorleistung als die Fläche
3. der Widerstand ist neben dem Formwiderstand auch durch den induzierten Widerstand des Rotors bestimmt, der wiederum von der Drehzahl abhängig ist,
4. je mehr der Rotor an Auftrieb leisten muss, desto höher die dazu notwendige Drehzahl
5. zusätzliche Auftriebsflächen können den Rotor entlasten.

Ja dann ist doch das aktuell einsehbare Design weitestgehend vorbestimmt, wobei ich wieder bei dem Arrow Copter Design bin. Warum sehe ich dann keine Nachahmer, die diese Ideen aufgreifen? Liege ich da etwa falsch? Alle weiteren Ideen und Projekte wie gegenläufige Propeller, höhere Triebwerksleistung etc lasse ich mal aussen vor, weil sie den beschriebenen Grundkonstruktionsideen nicht widersprechen und ergänzend dazu möglich sind.

Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich dieses Jahr meine SPL erworben habe, mir die jetzigen Gyrocopter aber in dieser Form nicht kaufenswert erscheinen. Das mag Unmut auslösen, aber es ist nunmal so. Jedenfalls solange bis ich durch schlüssige Argumente eines besseren belehrt werde.

Bis dahin gehe ich erst einmal davon aus, dass im Frühjahr sonst eine Entscheidung zugunsten eines Flächenflugzeuges fallen könnte. Ich werde trotzdem auch dann den Gyrocoptern gewogen bleiben weil ich deren guten Eigenschaften und Möglichkeiten schätze. Und ich weiss aus den Diskussionen innerhalb unserer Flugschulgruppe dass ich nicht ganz allein mit meinen Überlegungen bin.

Deswegen Danke an Holger für die Argumente und Hinweise die mein Verständnis erweitern.

Gerd

(frohes neues hat ich ja schon gewünscht, wiederhole das aber gerne noch einmal.... smile)

gyro_kai

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10

Tuesday, December 31st 2013, 9:53am

Hallo,

noch kurz vor Jahresende möchte ich meinen Senf dazugeben.
Wie Gerd richtig darlegte, ist der Gyro eine sehr ineffizienter Umsetzer von Motorleistung zu Flugleistung.
Natürlich kann man mit mehr PS auch mehr Geschwindigkeit herausholen, allerdings kommt man irgendwann in die Bredoullie, wenn das rückeilende Blatt garnicht mehr hebt. Im Ami-Forum wurde La Cierrwas Faustregel von 35% der Blattspitzengeschwindigkeit als Maximum angegeben, allerdings ist der DF02 schon schneller als das, also diese Regel scheint kein Naturgesetz zu sein.
Aber viel schneller geht wahrscheinlich nicht. Ein Apache Helikopter, der PS-mäßig nicht schlecht aufgestellt ist, fliegt maximal 293 km/h. Der Chinook, mit 2 gegenläufigen Rotoren, die die Symmetrie wieder herstellen, fliegt 315 km/h. Da ist dann irgendwo Ende, und das, obwohl bei Hubschraubern die ganze Leistung auf den (die) Rotor(en) kommt. Beim Gyro kommt durch die Umsetzung Propeller-Vortrieb-Windmühle nur ca ein Drittel am Rotor an.

Ich fliege nicht um irgendwo anzukommen, ich lande meistens, wo ich gestartet bin. Ich fliege des Fliegens wegen. Und da macht der Gyro einfach Spaß,

frohes Neues,

Kai

mafli

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11

Tuesday, December 31st 2013, 1:07pm

Hallo Zusammen,

also ich fliege auch nur um des Fliegens willens. Da ich allerdings auch gerne neue schöne Flecken der Erde anschaue, ist eine Reisegeschwindigkeit von ca. 115 kts von Vorteil. Das hat aus meiner Sicht nichts mit "Raserei" zu tun. ;)

Zudem wäre es von Vorteil, wenn die Tragschrauber in der Platzrunde ca. 65 kts fliegen würden. ;)

Guten Rutsch!

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edhs (31.12.2013)

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