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Tuesday, July 2nd 2013, 1:24pm

Tragschrauber - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1) Was ist ein Tragschrauber eigentlich?
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Der häufigste Fehler ist die Verwechslung mit einem Hubschrauber. Obwohl der Rotor dies auf den ersten Blick nahelegt, gibt es wesentliche Unterschiede. Der Rotor des Tragschraubers ist nicht angetrieben und wird durch den "Fahrtwind" -- ähnlich einer Windmühle -- angetrieben. Einmal in Rotation gebracht, erzeugt er den notwendigen Auftrieb.

Der Tragschrauber besitzt auch einen Motor getriebenen Propeller, der meist hinter der Kabine angebracht ist und den Tragschrauber durch die Luft schiebt. Im Falle eines Motorausfalls fällt der Vortrieb natürlich aus, allerdings dreht sich der Rotor ungehindert weiter, da er ja, wie schon erwähnt, nur durch den Fahrtwind angetrieben ist. Deswegen kann ein Tragschrauber auch bei Motorausfall sachte zu Boden gleiten und landen.

Zum Starten kann der Rotor mit Motorleistung vorrotiert werden. Der Motor wird dann aber ausgekuppelt; der Start selbst und der Flug inklusive Landung erfolgt mit frei drehendem Rotor.

Der Rotor ist beim Tragschrauber einfacher aufgebaut als bei seinem "großen Cousin" und einen Heckrotor benötigt der Tragschrauber auch keinen. Aus diesen Gründen ist die Anschaffung und der Betrieb eines Tragschraubers wesentlich günstiger als bei einem Hubschrauber.

Anders als beim Hubschrauber kann der Tragschrauber nicht senkrecht starten und landen. Auch ein Schweben in der Luft ist nicht möglich. Er fliegt bei Geschwindigkeiten zwischen 30 und 180 km/h, was besonders für Photoflüge, Besichtigungen und "Flugwandern" ideal ist.

Wer gerne mehr wissen will, kann sich hier https://de.wikipedia.org/wiki/Tragschrauber informieren.


2) Kann man mit einem Tragschrauber überall starten und landen?
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Die kurze Antwort ist: das kommt darauf an. In vielen europäischen Staaten wird ein Tragschrauber wie ein Flugzeug behandelt und darf deswegen nur auf Flugplätzen starten und landen. Es gibt aber auch Länder -- z.B. Italien, Spanien, Frankreich -- in denen auf jeder Wiese gelandet werden darf, vorausgesetzt der Besitzer gibt dazu sein Einverständnis. In Deutschland und Österreich ist dies leider nicht der Fall. Hier herrscht Flugplatzzwang.

Zum Start benötigt ein Tragschrauber eine Strecke von ca. 100-150 m, abhängig von Wind, Wetter und Pistenverhältnissen. Zum Landen sind oft 20-30 m ausreichend.


3) Ich bin begeistert von Tragschraubern und möchte möglichst schnell damit fliegen. Was muss ich tun?
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Als Pilot eines Tragschraubers ist eine eigene Pilotenlizenz notwendig, die man in einer Flugschule erlangen kann. Zusammengefasst kannst du damit rechnen, dass du (als vollständiger Neuling) mindestens 40 Flugstunden bis zum Lizenzerwerb brauchst. Den Großteil fliegst du mit dem Fluglehrer, aber einen Teil, ca. 10 Stunden, musst du "solo" fliegen. Umsteiger von anderen Fluggeräten können sich einen Teil der Ausbildung anrechnen lassen. Die genauen Anforderungen für den Erwerb einer Tragschrauberlizenz findest du auf der Seite des DULV (Deutscher Ultraleicht Verein) hier: www.dulv.de/Tragschrauber/Ausbildung/Pilot/E1048.htm . Wohnst du in Österreich, guckst du auf der Seite des Aeroclubs (www.aeroclub.at).

Bevor du aber jetzt losläufst, bedenke folgende Punkte, die sich in der Praxis bereits oftmals bewährt haben.

- Zuerst solltest du in jedem Fall einen Schnupperflug machen. Nur so kannst du auch sichergehen, dass deine Phantasie mit der erlebten Realität zusammenpasst. Bei einem Schnupperflug kann man auch sehr gut den ersten Kontakt mit einem Fluglehrer knüpfen und Fragen stellen.

- Dann suche dir eine passende Flugschule aus. Eine unvollständige Liste findest du auf unserem Forum hier: Flugschulen . Falls keine in deiner Umgebung dabei ist, stell doch einfach mal die Frage im Forum, vielleicht kann dir jemand weiterhelfen. Bei deinem ersten Besuch dort (vielleicht ist das ja der Schnupperflug), achte auf Professionalität und Auftreten des Fluglehrers. Wie passt die Chemie zwischen euch? Wenn möglich, rede auch mit anderen Flugschülern. Was kostet die Ausbildung? Kann man sich nachher auch Tragschrauber zum Alleinefliegen ausleihen?

- Neben der Pilotenlizenz brauchst du auch ein medizinisches Tauglichkeitszeugnis, kurz und neudeutsch: ein Medical. Dieses wird dir von einem Flugmediziner nach einer gründlichen allgemeinen Untersuchung ausgestellt. Hier kannst du dich näher darüber informieren (http://de.wikipedia.org/wiki/Flieger%C3%…itsuntersuchung). Und hier ist eine Liste von Flugärzten in Deutschland: www2.lba.de/webdb/showtab.jsp?table=flareg, bzw Österreich: www.austrocontrol.at/piloten/flugmedizin.

- Deine Ausbildung umfasst sowohl Theorie als auch Flugpraxis. Theorie kannst du zu Hause büffeln, zum Fliegen musst du auf den Flugplatz. Es hat sich bewährt, zur praktischen Ausbildung mindestens 1 Stunde pro Woche zu fliegen. Weniger als das verzögert den Fortschritt. Mehr als 2-3 Stunden pro Tag ist allerdings auch kontraproduktiv.

- Die Entscheidung, ob du dir einen eigenen Tragschrauber leisten willst, fällt üblicherweise während des Trainings. Lege dich nicht zu früh fest und lass dir auch kein Modell aufschwatzen. Sammle deine eigenen Erfahrungen, denn die Wahl eines Tragschraubermodells ist eine sehr persönliche Sache (siehe weiter unten).


4) Wieviel kostet die Ausbildung zum Tragschrauberpiloten?
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Der Preis für die Ausbildung setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

- Flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis (ca. 150 €)
- Theorieunterricht (ca. 750 €)
- Praxisunterricht (ca. 6.500 € bei 40 Flugstunden á 170 €)
- Prüfungsgebühren (ca. 100 €)


5) Ich will mir einen eigenen Tragschrauber kaufen. Worauf muss ich achten und wieviel kostet soetwas?
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Ein Tragschrauber kostet zwischen 20.000 und 120.000 EUR. Das hängt davon ab, ob du ihn neu oder gebraucht, ein- oder zweisitzig, in Luxusausstattung oder "nackt" kaufst. Wie du siehst, sollte man die Frage eher von deinen Bedürfnissen und Ansprüchen her angehen.

Du musst Antworten auf folgende Fragen haben, damit du dich ernsthaft mit dem Kauf eines Tragschraubers beschäftigen kannst:

- Welcher Tragschrauber ist der passende für mich?
Das ist eine sehr individuelle Entscheidung, für die du dir ausreichend Zeit nehmen solltest. Du solltest auf jeden Fall mehrere in Frage kommende Modelle geflogen haben, bevor du dich auf eines festlegst. Ein häufiger Fehler ist, sich gleich am Anfang auf das Modell festzulegen, in dem man fliegen gelernt hat. Das kann, aber muss nicht, das passende für dich sein. Wenn du ein bisschen im Forum stöberst und die Diskussionen verfolgst, erhältst du auch schnell einen Überblick über die verfügbaren Modelle und ihre Eigenschaften.

Folgende Kriterien spielen bei der Auswahl (neben dem Preis) ebenfalls eine wichtige Rolle:

o) Wie willst du den Tragschrauber nutzen? Zum Herumturnen in der Luft, nur in der Umgebung des Flugplatzes oder für längere Reiseflüge? Je nachdem gewichtest du Agilität, Stabilität, Komfort, Stauraum, Tankvolumen, Reisegeschwindigkeit, etc. unterschiedlich.

o) Brauchst du einen Einsitzer oder Zweisitzer? Ein Zweisitzer bietet klarerweise die Möglichkeit, das Flugerlebnis zu teilen. Außerdem kann man mehr Gepäck mitnehmen, besonders wenn man alleine fliegt. Andererseits ist er teuerer und größer. Erfahrungsgemäß fliegen alle Zweisitzer 80% der Zeit ohne Passagier. Das Angebot an Zweisitzern ist allerdings deutlich größer.

o) Fliegst du gerne mit "Cabrio" oder geschlossen? Mit geschlossener Kabine kannst du deinen Tragschrauber auch bei kaltem Wetter nutzen. Allerdings ist das Fluggefühl bei offener/halb offener Kabine unschlagbar. Fotografierst du viel, sind geschlossene Kabinen störend. Beachte auch, dass es für manche Tragschraubermodelle beide Optionen gibt.

- Fliegst du alleine oder als Mitglied einer Haltergemeinschaft?
Es macht Sinn, sich die Anschaffungs- und Betriebskosten mit einem oder mehreren Piloten zu teilen, denn erfahrungsgemäß steht der Tragschrauber selbst bei intensiver privater Nutzung die meiste Zeit ungenutzt im Hangar. Im Schnitt fliegen Hobbypiloten ca. 50 Stunden pro Jahr. Deswegen ist eine Haltergemeinschaft, bei der man sich Kosten und Nutzung teilt, sinnvoll. Voraussetzung ist einen geeigneten Partner zu finden. Hier kann sich Umhören in der "Szene" und Posts im Forum als nützlich erweisen. Vorschläge für einen Haltergemeinschaftsvertrag gibt es hier: http://lvbay.de/?position=service&clicke…ey=dl1115045551.

- Wo stelle ich ihn unter?
Suche dir einen Flugplatz in deiner Umgebung und sprich mit dem Betreiber über Unterstellmöglichkeiten. Ein Tragschrauber braucht nicht viel Platz, jedoch gibt es leider immer noch mancherorts Vorurteile gegenüber diesem Fluggerät. Entscheidungskriterien sind Anfahrtszeit, Qualität der Infrastruktur (ist Benzin vorhanden, gibt's ein Restaurant am Platz, sind die Hangars gut ausgestattet, sind die Fluggeräte versichert, etc.) und der Preis. Was ein Hangarplatz im Monat kostet, ist daher sehr variabel: ca. 50-150 € pro Monat.

- Kommt ein gebrauchter Tragschrauber für mich in Frage?
Am Gebrauchtmarkt gibt es mittlerweile bereits einige Auswahl an Modellen und man kommt oft deutlich günstiger zu einem guten Fluggerät als wenn man ihn neu erwirbt. Du solltest aber in jedem Fall den Rat eines mit dem jeweiligen Modell vertrauten Piloten oder, besser noch, Flugzeugmechanikers einholen. Wichtige Kriterien beim Kauf eines gebrauchten Tragschraubers sind: Anzahl der Flugstunden, wie wurde er verwendet (zum Schulen oder privat), hat es Unfälle gegeben, ist die Dokumentation lückenlos.


6) Ich habe gehört, der Tragschrauber sei ein absolut sicheres, "unabstürzbares" Fluggerät. Stimmt das?
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Nein. Jedes Fluggerät kann über seine Verhältnisse geflogen werden und dabei abstürzen. Tragschrauber bieten manche Sicherheitsvorteile, wie wie z.B. die kurze Strecke, die für Notlandungen benötigt wird oder die Steuerbarkeit auch bei niedrigsten Geschwindigkeiten. Allerdings müssen sie auch gekonnt und verantwortungsbewusst geflogen werden, sonst bringt man sich -- wie bei allen Fluggeräten -- in gefährliche Situationen. Die beste Antwort darauf ist, dass ein Tragschrauber, der innerhalb der im Betriebshandbuch festgelegten Grenzen geflogen wird, ein sehr sicheres Fluggerät ist.


7) Wie hoch kann man mit einem Tragschrauber fliegen?
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Diese Frage hört man oft von Interessierten, die sich das erste Mal mit einem Tragschrauber konfrontiert sehen. Die maximale Flughöhe ist im jeweiligen Betriebshandbuch des Tragschraubers angeführt. Meistens liegt sie irgendwo bei ca. 4-5.000 m oder 12-15.000 Fuß. In der Praxis wird die Flughöhe aber durch viele andere Faktoren bestimmt.

Es gibt eine gesetzliche Mindestflughöhe, die bei 150 m über unbewohnten Gebieten und 600 m über Großstädten liegt. Die Flughöhe wird auch durch das Terrain bestimmt, über das man fliegt. In den Bergen wird sie höher sein, als in der Ebene. Und letztlich gibt es auch bestimmte Lufträume, die von rechtswegen für die kommerzielle Luftfahrt reserviert sind. Meist bewegt man sich als Tragschrauberpilot darunter; es spricht aber nichts dagegen, bei entsprechender Ausbildung, Erfahrung und Ausrüstung (Funkgerät und Transponder) auch in die Lufträume der "Großen" einzufliegen.

Spricht nichts Anderes dagegen, wählt man meistens eine Flughöhe von 300 - 1.000 m über Grund. Da sieht man noch viel, ist sicher unterwegs und hat unter und zwischen den reservierten Lufträumen viel Platz.


8) Wieviel kostet ein Tragschrauber jährlich im Betrieb?
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Neben den Anschaffungskosten spielen die laufenden Kosten eine oft unterschätzte Rolle. Die wichtigsten Kostenkomponenten (mit groben Schätzungen in Klammern) sind:

- Jahresnachprüfung (ca. 250 € p.a.)
- Reparaturen und Wartung (ca. 500 € p.a.)
- Hangarierung (ca. 1.200 € p.a.)
- Versicherung (ca. 600 € p.a.)
- Betriebsmittel wie Benzin und Öl (ca. 35 € pro Flugstunde)

Fliegst du 50 stunden im Jahr, kostet das ca. 4.300 € im Jahr, also 86 € pro Flugstunde. Bei 100 Flugstunden im Jahr kommst du auf ca. 6.050 €, das sind dann 61 € pro Flugstunde. Nicht darin berücksichtigt ist die Wertminderung des Tragschraubers an sich.


9) Kann ich einen Tragschrauber nach der Ausbildung chartern?
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Prinzipiell ja. In der Praxis ist es meist so, dass Flugschulen nur an Piloten verchartern, die sie genau kennen. Entweder weil sie bei der Flugschule ihre Ausbildung gemacht haben oder, in manchen Fällen, nach Absolvierung eines Checkfluges mit einem Fluglehrer. Es lohnt sich aber in jedem Fall, die Chartermöglichkeit und -bedingungen vorab zu erfragen. Ohne Fluglehrer kostet ein Tragschrauber vom Typ MTOSport zwischen 100 und 130 € pro Stunde, inklusive Benzin.


10) Kann ich mit einem Tragschrauber hinter meinem Haus auf der Wiese starten und landen?

Die kurze Antwort ist leider Nein. In Deutschland, wie übrigens in vielen (aber nicht allen) Ländern Europas, herrscht Flugplatzzwang. Das heißt, dass Starts und Landungen nur auf dafür zugelassenen Orten erlaubt sind -- eben Flugplätzen. Prinzipiell kann man immer einen Antrag auf Genehmigung eines Sonderlandeplatzes an die zuständige Luftfahrtbehörde stellen. Aus Forenmeldungen habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass das in Deutschland schwerer zu erwirken ist als zB. in Österreich. Jedenfalls braucht man dazu ein ausreichend großes Grundstück, einen gefahrlosen An- und Abflugweg und die Zustimmung der Anrainer. Wenn man eine Genehmigung erhält, wird die meist auch mit Beschränkungen versehen sein wie zB. die maximale Anzahl der Starts und Landungen oder eine zeitliche Beschränkung. In anderen europäischen Ländern wie zB. in Italien ist eine Landung mit Zustimmung des Grundstückeigentümers möglich, hier besteht kein Flugplatzzwang.

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Dieses Thema ist für Antworten und weitere Beiträge gesperrt. Wenn ihr Anregungen zur FAQ-Liste habt, könnt ihr die gerne hier posten. Ich werde dann ggf. die FAQ-Liste anpassen.

-- Chris.

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